Chopin zum Hauptgang

Bericht: Südkurier 27. März 2003

Rengetsweiler Landgasthof „Frieden“ verbindet Kulinarik mit Klaviermusik von Mie Iwai

Rengetsweiler – Zu einem mehrgängigen Feinschmecker-Menü mit Klaviermusik hatte Familie Böhler in den Landgasthof „Frieden“ nach Rengetsweiler geladen. Franz Böhler, der Küchenchef, hat bereits mehrere Auszeichnungen renommierter
Gastronomie-Zeitschriften erhalten. Ohne Frage zählt sein Gasthaus zu den ersten kulinarischen Adressen im Landkreis.

Dass sich exotische, fernöstliche Kost raffiniert mit französichen und italienischen Agredenzien verknüpfen lässt, stellte Franz Böhler unter Beweis mit einem
„Euro-Asiatischen Menü“ zum Frühlingsanfang. Aber nicht allein der Gaumen wurde gekitzelt, auch die Ohren erfreuten sich leichter, unterhaltsamer Piano-Musik; ausgezeichnet vorgetragen von der japanischen Pianistin Mie Iwai. In den gemütlichen Holz-vertäfelten Räumen des Restaurants setzte Paula Böhler durch fernöstliche Schirmchen und Papierschmuck weitere Akzente.

Pianistin Mie Iwai meinte im Gespräch denn auch, dass sie bewusst die leichtere Muse gewählt habe, eine elegante Tafelmusik für den Hintergrund. Schließlich pflegt sie neben dem klassischen Konzertrepertoire dies Genre gern.
In verschiedenen Grand-Hotels, unter anderem in Tokio, ist sie bereits aufgetreten. Zum Aperitif konnte der Gast „Choya Plum“ kosten, das ist japanischer Pflaumenwein mit milder Süße. Eine feine Suppe wurde als entrée serviert.
„Nai You Tang“, heißt sie und aus Pilzen, Huhn mit Kokosmilch und Zitronengras entfaltet sie eine exotische Würze.

Die überwiegend langsamen Weisen, darunter auch Chopin-Walzer, kamen mit flüssig perlenden Läufen daher. Gleichfalls gelang die Melange aus Tönen und Speisen bei der folgenden Vorspeise, einem gefüllten „Bambusdämpfer“,
ein Körbchen bis oben gefüllt mit Fingerfoodspießchen, Fischpralinen, abgerundet mit einem drapierten Hummer, Krabben und Muscheln. Zu diesen bald milden, bald herb moussierenden Geschmacksnoten gab es flottere Weisen, welche zum Zerlegen des Scherentieres motivierten.


Verwöhnten Gaumen und Ohr: Paula
Böhler (Mitte) mit charmanter Mitarbeiterin und
die Pianistin Mie Iwai (rechts).
hjb/Bild: Becker


Mie Iwai gab Jazz und Ragtime-Pralinen zum Besten mit rhythmischer Finesse. Als Getränk wurde ein leichter trockener Muscadet Sévre & Maine Jahrgang 2000 aus dem Loiretal serviert, welcher mit seiner sanften Delikatesse von feiner Säure und schlankem Bouquet den französischen Kontrapunkt setzte. Piano-Bar-Music
begleitete den Hauptgang, darunter auch das japanische Liebeslied „ara ta“ Du. Ein Entrecôte „Szechnan“ mit chinesischem Pfeffer an Basmati-Reis und Wok-Gemüse
hatte Meisterkoch Franz Böhler gewählt. Hinzu kam diesmal ein kräftiger italienischer Rotwein, ein 2001 Montepulciano d’Abruzzo, vollmundig den Gaumen verwöhnend und die richtige Abrundung zur gut gewürzten Speise gebend. Das Fleisch wunderbar zart! Gemeinsam mit den Beilagen ergab sich eine Mischung französicher, asiatischer und dank des Weins italienischer Geschmacksrichtungen, eine in sich geschlossene Komposition. Abgerundet wurde das alles von einem Früchteteller mit Parfait-Dialog. Exotische Früchte wie Ananas, Kokus-Splitter, feinstes Parfait-Eis von Orange und Apfelminz-Geschmack ergaben einen Punkt für
Schleckermäuler. Selbstverständlich gab es zum Beschluss wahlweise: Espresso, Capuccino oder Kaffee.

Hans-Jürgen Becker, Südkurier Meßkirch, 27.03.2003

Hier lässt sich gut schlemmen

Bericht: Südkurier 09. März 2002

Gourmet-Führer empfehlen Leitishofer „Adler“ und Rengetsweiler „Frieden“

Dass Feinschmecker nicht unbedingt in die Metropolen Hamburg oder Berlin fahren müssen, um auf ihre Kosten zu kommen, ist den heimischen Insidern längst bekannt. Mit den neuen Schlemmerführern 2002 wird diese Erkenntnis auch einer größeren Gemeinde von Gourmets bekannt gemacht. Auch in diesem Jahr werden wieder zwei ausgezeichnete Restaurants aus der Umgebung Meßkirchs vorgestellt: Der „Guide Gault Millau“ empfiehlt, seinen Lesern den „Landgasthof Frieden“ in Rengetsweiler, der „Rote Michelin-Führer“ rät zu einem Besuch im Restaurant „Adler“ in Leitishofen.

Auf der Speisekarte findet sich natürlich etwas mehr als Schnitzel mit Pommes und Salat – da darf´s dann auch Lammkrone sein, Entenbrust oder Exotisches wie Strauß oder Krokodil, beschreibt Franz Böhler, Chefkoch im „Frieden“, seine Spezialitäten, Zusammen mit seiner Frau Paula erfreut er fast täglich (außer dienstags) seine Gäste mit seinen kulinarischen Kreationen. Er legt auf eine gewisse Exklusivität großen Wert, verlangt auch von seinen Köchen exaktes Arbeiten, um den Gästen einen vollendeten Genuss zu bieten. Dass hierfür nur die besten Frischprodukte auf den Tisch kommen, ist für Böhler selbstverständlich.

Das breitgefächerte Speisenangebot für jeden Tag wird durch den „Kulinarischen Wegweiser“ komplettiert: Jeden Monat lassen sich Böhlers auf ein neues Thema ein, während dessen sie mit ganz besonderen Leckerbissen auf ihre Besucher warten. Momentan wollen sie „Meer“, das heißt, es werden gezielt Fische und Krustentiere angeboten, ab Mitte März werden Freunde der asiatischen Küche auf ihre Kosten kommen, wenn zu den „Euro-asiatischen Wochen“ eingeladen wird.

Auch die Testesser des „Restaurantführers für Genießer“, dem
„Gault Millau“ konnten Küche und Service im „Landgasthof Frieden“ überzeugen: Sie beschieden dem Restaurant 12 von 20 Punkten und der „Frau Wirtin ungebremsten Charme“. Paula Böhler freut sich, dass sie nun schon zum
zweiten Mal Aufnahme in den „Gault Millau“ gefunden haben. „Wir haben im Dezember die Nachricht des Verlages erhalten, dass unser Haus vorgestellt werden wird. Es ist schon ein schönes Gefühl und ein weiterer Ansporn, den Führer in den Händen zu halten und das eigene Restaurant darin zu finden!“

Auch Guido und Marianne Bücheler vom Gasthof „Adler“ in Leitishofen schätzen sich glücklich über die wiederholte Aufnahme im Michelin-Führer. „Der Restaurant- und Hotelführer dient vielen Menschen, die fremd in der Gegend sind, als Orientierung. Die Gaststätten werden objektiv nach den gleichen Kriterien beurteilt – auch wir holen hier Rat, wenn wir weiter weg fahren und gut essen wollen“, erklärt Marianne Bücheler, die den Service im „Adler“ leitet.

Das Restaurant ist im Michelin-Führer in der Kategorie „Bib Gourmand“ zu finden, diese Einteilung steht für „sorgfältig zubereitete, preiswerte Mahlzeiten“. Natürlich legt auch Koch Guido Bücheler größten Wert auf die Frische der Produkte. Fleisch bezieht er schon seit 20 Jahren von Metzgern aus der Umgebung, die selber schlachten. Neben internationalen Gaumenfreuden bietet er seinen Gästen eine Auswahl der feinen regionalen Küche an.

Zur Zeit werden auch in Leitishofen Fischwochen gefeiert, passend zur vorösterlichen Zeit werden anschließend Fastensgerichte auf der Speisenkarte stehen: Zur Freude der fleischlosen Genießer werden vermehrt vegetarische Mahlzeiten angeboten, frische Frühlingskräuter wie Bärlauch werden
den Weg auf die Teller finden. Großer Beliebtheit erfreut sich auch das
jährlliche „Küchenfest“ im „Adler“, bei dem Bücheler einige befreundete
Kollegen einlädt, die den Gästen in einem mehrgängigen Menü kreative
Gaumenfreuden aus aller Welt auf Tisch zaubern.

Wem nun das Wasser im Mund zusammenläuft, sollte sich nicht scheuen, selber zum Testesser zu werden und gutes Essen in schönem Ambiente zu genießen.

Ellen Baier, Südkurier Meßkirch, 09.03.2002

Ortsgeschichte von Rengetsweiler

Tischvorlage beim Festvortrag von Dr. Armin Heim, 15. Dezember 2001

Ortsgeschichte von Rengetsweiler

Tischvorlage beim Festvortrag anlässlich der Namensgebung der „Randen-Halle“ in Rengetsweiler am 15.12.2001

8./9. Jh. Ausgehend von dem alemannischen Altsiedeldorf Menningen erfolgt die Gründung neuer Ausbausiedlungen entlang des „Täle“:
Leitishofen, Kogenhofen (Ringgenbach), Buffenhofen, Dietershofen, Allmannshofen, Rengetsweiler, Walbertsweiler und Wanhartsweiler (abgegangen). Der Ort Rengetsweiler ist nach seinem Gründer Reginger benannt. Der als „Randen“ bezeichnete Wald zwischen Rengetsweiler und dem späteren Kloster Wald bezeichnet vermutlich die äußerste Grenzscheide dieser vom Ablachtal aus vorangetriebenen Siedlungstätigkeit.
12. Jh.Gründung der Pfarrei Dietershofen, vermutlich durch die Grafen von Rohrdorf. Rengetsweiler ist Filiale von Dietershofen.
1210 Die Grafen von Rohrdorf sterben aus. Die Grafen von Spitzenberg-Helfenstein und Montfort, die Besitzer der Herrschaft Sigmaringen, ziehen Hoheitsrechte in den Waldorten südlich der Ablach an sich.
1214Gründung des Zisterzienserinnenklosters Wald.
1256Erste urkundliche Erwähnung von Rengetsweiler: Rudolf von Reischach schenkt einen Hof dem Kloster Wald.
1306Rengetsweiler erscheint im habsburgischen Urbar als Bestandteil der Herrschaft Sigmaringen. Die jeweiligen Inhaber dieser Herrschaft besitzen in Rengetsweiler die hohe Obrigkeit und zugleich die Ortsherrschaft.
1323Die Herrschaft Sigmaringen wird von Österreich an die Grafen von Württemberg verpfändet.
14. Jh.Das Kloster Wald ist zwar wichtigster Grundbesitzer in Rengetsweiler, gelangt aber nicht in den Besitz der Ortsherrschaft.
1399Die Herrschaft Sigmaringen gelangt an die Grafen von Werdenberg-Trochtelfingen.
1460Die Herrschaft Sigmaringen wird durch ein kaiserliches Privileg zur Grafschaft erhoben.
1534Nach dem Aussterben der Werdenberger fällt die Grafschaft Sigmaringen an Österreich.
1535Österreich verleiht die Grafschaft Sigmaringen an die Grafen von Zollern, beansprucht aber in der Folgezeit selber die Landeshoheit.
17. JhDie zollerischen Untertanen in Rengetsweiler fühlen sich als Österreicher.
1803Säkularisierung des Klosters Wald.
1805Österreich zieht sich unter dem Druck Napoleons aus Oberschwaben zurück. Aus der Grafschaft Sigmaringen wird das souveräne Fürstentum Hohenzollern- Sigmaringen. Rengetsweiler ist auf zwei Seiten durch Staatsgrenzen von seiner badisch gewordenen Nachbarschaft getrennt.
1850Hohenzollern wird dem Königreich Preußen einverleibt.
1945Nach Auflösung des Landes Preußen bleiben die alten Grenzen als Kreisgrenzen weiterhin bestehen.
1973Die Verwaltungsreform schafft neue Kreisgrenzen.
1975Eingemeindung von Rengetsweiler nach Meßkirch.

Name für Halle gesucht

Bericht: Südkurier, 06. April 2001

Name für Halle gesucht

Gebührensätze in Euro festgelegt

Rengetsweiler  (sm) In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Rengetsweiler
Ortschaftsrat, unter der Leitung von Ortsvorsteher Anton Liehner, die Namensgebung der Rengetsweiler Mehrzweckhalle im Amtsblatt
auszuschreiben. Die Entgelte für diese Halle als Benutzungsgebühr wurden in Euro festgelegt. Der öffentlichen Sitzung schloss sich ein nichtöffentlicher Teil an.

Bei Sportveranstaltungen kostet die Halle pro Tag (12 Stunden) 55 Euro, am Samstag oder Sonntag 85 Euro. Für die Benutzung der Duschen einschließlich der
Reinigung je Umkleideraum werden pro Tag 15 Euro und am Wochenende 20 Euro verlangt. Bei sonstigen Veranstaltungen werden 150 Euro berechnet, bei Schulungen bis maximal 50 Personen 75 Euro. Die Nebenentgelte betragen für das Stellen der Stühle und Tische oder für Vollbestuhlung 30 Euro.
Für die Küchenbenutzung werden pro Tag 30 Euro und wochenends 60
Euro in Rechnung gestellt. Die Ausschankanlage beträgt sechs Prozent vom Getränkeumsatz. Bühne, einschließlich der Beleuchtung und der Scheinwerfer kosten pro Tag 15 Euro, am Wochenende das Doppelte. Bei Barbetrieb werden 15 Prozent vom Getränkeumsatz fällig. Lautsprecher und Verstärkeranlage kosten fünf beziehungsweise zehn Euro, der Hallenwart 20 beziehungsweise 40 Euro. Strom wird nach Verbrauch und Lieferantentarif abgerechnet.

Sonstige Nebenleistungen werden nach dem tatsächlichen Aufwand und den Verrechnungslöhnen des städtischen Bauhofes berechnet. Für alle
Fremdveranstalter außerhalb Meßkirchs wird auf alle
Benutzungs- und Nebenentgelte ein Zuschlag von 50 Prozent erhoben. Dient die Veranstaltung ausschließlich kommerziellen Zwecken, kann ein Zuschlag bis zu 100 Prozent festgesetzt werden.

Siegfried Müller, Südkurier Meßkirch, 06.04.2001