> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 03. Dezember 2015
 

Workshop in Rengetsweiler: Bürger entwickeln Zukunftsvisionen

ELR-Perspektiv-Workshop in der Randenhalle

Monika Liehner stellte die Ergebnisse des Denk- und Diskussionsprozesses in ihrer Gruppe vor. | Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Meßkirch-Rengetsweiler - Rengetsweiler, der Stadtteil im Spannungsfeld zwischen Meßkirch und der Nachbargemeinde Wald, hat seine besonderen Probleme und Wünsche. Beispielsweise besuchen die Jungen und Mädchen aus dem Dorf die Grundschule in Wald. Das führt dazu, dass sie auch in die dortigen Vereine gehen. Das ist einer der Punkte, die am Dienstagabend beim ELR-Perspektiv-Workshop angesprochen wurden. Das Kürzel steht für Entwicklung Ländlicher Raum.

34 Frauen und Männer aus allen Altersstufen hatten sich auf Einladung der Stadtverwaltung und des Überlinger Büros 365 Grad im Nebenraum der Randenhalle eingefunden. Bei diesen Perspektiv-Workshops geht es in allen ländlichen Stadtteilen darum, die Bürger am Planungsprozess für die Bewerbung der Stadt als ELR-Schwerpunktgemeinde zu beteiligen.

Bei diesen Veranstaltungen werden nicht nur Vorzüge und Nachteile der einzelnen Stadtteile ermittelt. Die Teilnehmer werden auch ermuntert, Zukunftsvisionen zu entwickeln. Die in den einzelnen Teilgemeinden gesammelten Vorschläge, Anregungen, Beschwerden oder Visionen sollen in einer Dokumentation zusammengefasst werden und später als eine Art Leitfaden dem Gemeinderat zur Verfügung stehen.

Ulrike Löffler machte gleich zu Beginn einer Grundstimmung unter den Besuchern Luft. Sie stellte unwidersprochen fest: „Im Grunde bin ich mit unserem Dorf zufrieden.“ Diese Zufriedenheit machte sich durchweg auch in den drei Arbeitsgruppen bemerkbar, in die die Anwesenden aufgeteilt wurden.

Durchweg positiv wurde die soziale Struktur in Rengetsweiler bewertet. Stichworte fielen wie Kameradschaft oder gute 

Nachbarschaft. Auch die preisgünstigen Mieten zählen zu den Pluspunkten. Zwei intakte Gastwirtschaften und die neuwertige Randenhalle ebenso wie der Kindergarten sind für die Bürger wichtige Elemente ihres Dorfes.

Die Gruppe, für die Bernd Knappe sprach, hatte aber auch einige negative Punkte zusammengetragen. Dazu gehörten beispielsweise das Fehlen eines Geldautomaten und eines Jugendraumes oder der aus Sicht der Gruppe marode Zustand einiger Straßen.

Die Busverbindungen wurden unterschiedlich beurteilt. Der Auszubildende Heiko Bohler meinte: „Die Busverbindungen nach Meßkirch und Pfullendorf sind besser als die Anschlüsse nach Sigmaringen.“ Die Rentnerin Magdalena Liehner ist mit den von ihr benötigten Busverbindungen zufrieden. Sie gab dem ÖPNV die Note gut. Regina Sauter wurde konkreter: „Manche Busfahrt nach Sigmaringen dauert eine Stunde!“ Wenig glücklich sind die Rengetsweiler über ihre Internetanschlüsse.

Visionen für den Ort äußerten Naturfreunde. Der Unternehmer Herbert Alber sprach sich für mehr Grün und besonders für mehr Bäume im Dorf aus. Und Thomas Liehner kann sich am Jordansbach eine neue Streuobstwiese vorstellen.

Rengetsweiler

Der Bevölkerungsrückgang infolge des demografischen Wandels macht auch vor Rengetsweiler nicht halt. Wie der Leiter des Meßkircher Stadtbauamts, Thomas Kölschbach, am Dienstag in der Randenhalle sagte, ist die Einwohnerzahl im Dorf stetig von 2006 bis heute gesunken. Waren es vor neun Jahren 428 Bewohner, sind es zum Jahresende 2015 noch 405.

 
 

Hermann-Peter Steinmüller, Südkurier Meßkirch, 03.12.2015