> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 28. September 2012
 

Neue Runde im Schulhausstreit

Stadt legt Gutachten über beide Schulhäuser vor, Bürger wollen gelbes Haus erhalten

Meßkirch-Rengetsweiler - Rund 100 Bürger sind zu einer Informationsveranstaltung über die strittige Zukunft der beiden Schulhäuser in die Rengetsweiler Randenhalle gekommen. „Wir verkaufen oder vermieten Immobilien, die wir nicht mehr brauchen“, stellte Bürgermeister Arne Zwick eingangs klar, um unnötige Unterhaltskosten und Personalaufwand einzusparen. „Reduzierung auf das Notwendige“ laute die Devise, so Zwick, und das Notwendige müsse erhaltenswert sein.

Er verwahrte sich gegen die von manchen Rengetsweilern verbreitete Ansicht, der Ortschaftsrat habe sich hinter verschlossenen Türen für den Erhalt des weißen Schulhauses entschieden, ohne die Bürger ausführlich zu informieren. Fakt sei, dass in acht öffentlichen Sitzungen des Ortschaftsrates, an denen die Rengetsweiler so gut wie kein Interesse gezeigt hätten, um die Entscheidung für den Erhalt des weißen Schulhauses gerungen worden sei, so Zwick. „Ich lasse auch nicht zu, dass in diesem Zusammenhang ehrenamtlich tätige Bürger, zum Beispiel gewählte Ortschaftsräte, niedergemacht und diffamiert werden.“ „Uns liegt an einer zukunftsfähigen und wirtschaftlichen Lösung der Schulhausfrage in Rengetsweiler“, erklärte Zwick. Ob diese Lösung am Ende gelb oder weiß ausschaue, sei im persönlich völlig egal.

Um sicher zu gehen, dass man bei der Entscheidung für das weiße Schulhaus nicht von falschen Voraussetzungen ausgegangen sei, hatte Zwick die Firma Bayern FM mit einem Gutachten über die Gebäudesubstanz beider Schulhäuser beauftragt. Die Ergebnisse dieses Gutachtens stellte Hans-Jörg Knaack von der Firma Bayern FM vor. Demnach scheinen beide Häuser bezüglich ihrer Bausubstanz durchaus erhaltenswert, wobei die Kosten des dringenden, kurzfristigen sowie mittelfristigen Handlungs- und Sanierungsbedarfs beim gelben Schulhaus mit etwa 107 000 Euro veranschlagt wurden, beim weißen mit etwa 60 000 Euro.

Aus den Reihen der Bürger wurde sofort darauf hingewiesen, dass das gelbe

Hubert Kille, einer der Wortführer der Rengetsweiler, stellt klar: Die Mehrheit der Bürger ist für den Erhalt des gelben Schulhauses, da es deutlich mehr Platz biete und ein unverzichtbarer baulicher Akzent im Ortskern sei.  Bild: Klein

Schulhaus dreimal so groß sei wie das weiße. Und man vermisse die Beurteilung des Dachgebälks der beiden Häuser im Gutachten. Aus den Reihen der Zuhörer kam der Einwand, dass das Dachgebälk im weißen Schulhaus im Gegensatz zum gelben Haus derart marode und wurmstichig sei, dass zu dessen Sanierung mindestens weitere 30 000 Euro zu veranschlagen seien.

Aus zahlreichen, zeitweise sehr emotionalen Diskussionsbeiträgen wurde deutlich: Die Mehrheit der Rengetsweiler ist für den Erhalt des gelben Schulhauses, da es deutlich mehr Platz biete und einen unverzichtbaren baulichen Akzent im Ortskern setze. Der Ortschaftsrat wird sich erneut unter Hinzuziehung des Gutachtens mit dem Thema befassen. CDU-Stadträtin Christel Golz gab mit auf den Weg: Wahre Größe in der Politik sei, eine Entscheidung, die sich als nicht tragfähig herausgestellt habe, zu revidieren und neue Überlegungen zuzulassen.


 
 

Winfried Klein, Südkurier Meßkirch, 29.09.2012