> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 24. Juli 2012
 

Bürger lehnen sich gegen Pläne auf

Ortstermin gibt Gelegenheit zur Besichtigung beider ehemaliger Schulhäuser

Meßkirch-Rengetsweiler - Etwa 30 Bürger sind der Einladung der Bürgerinitiative für den Erhalt des gelben Schulhauses zum Ortstermin gefolgt. Unter Federführung des langjährigen Ortschafts- und Gemeinderats Hubert Kille besichtigten sie das Haus direkt neben der Randenhalle in Rengetsweiler. Unter den Besuchern waren auch sechs Meßkircher Gemeinderäte. Wie berichtet hatte der Ortschaftsrat in einer nicht öffentlichen Sitzung entschieden, sich vom gelben Schulhaus zu trennen, und Gruppen, Vereine, Ortsverwaltung und Feuerwehr zukünftig im so genannten weißen Schulhaus unterzubringen. Diesem Beschluss schloss sich vor kurzem der Meßkircher Gemeinderat mehrheitlich an.

„Ich war schon immer ein Verfechter dessen, dass Beschlüsse des Ortschaftsrates respektiert und eingehalten werden“, rechtfertigte der Gemeinderat und Fraktionsvorsitzende der CDU, Manfred Amann, den Beschluss des Meßkircher Rats beim Ortstermin, bei dem Gelegenheit bestand, beide ehemaligen Schulhäuser zu besichtigen.

Mittlerweile regt sich Widerstand gegen die geplante Zukunft der beiden Schulhäuser in der Bevölkerung. 212 der insgesamt 405 Einwohner Rengetsweilers schlossen sich per Unterschrift der Bürgerinitiative für den Erhalt des gelben Schulhauses an. Der Ortschaftsrat habe die Bürger viel zu wenig über seine Absicht informiert und in einer nicht öffentlichen Sitzung einen Beschluss gefasst, der eigentlich bei einer Bürgerversammlung hätte diskutiert werden müssen, sagte Hubert Kille. Bei der Besichtigung der beiden Schulhäuser zeigte Kille, dass die Räumlichkeiten im gelben Schulhaus deutlich mehr Platz bieten und dass der Allgemeinzustand und die Bausubstanz wesentlich besser seien als die des weißen Schulhauses.

„Das gelbe Schulhaus ist Bestandteil des Rengetsweiler Ortskerns und passt gut zur Randenhalle“, ist er überzeugt. „Für uns kommt ein Abriss dieses durchaus erhaltenswerten Hauses und an dessen Stelle womöglich ein Parkplatz für die Halle überhaupt nicht in Frage“, stellt er mit Nachdruck fest. Die Landjugend habe im gelben Haus erst ihre Räume im Dachgeschoss in Eigeninitiative und auf eigene Kosten renoviert und eingerichtet, berichtet er weiter. Die Musikkapelle habe auf eigene Kosten ihre Probenräume im Erdgeschoss frisch gestrichen und hergerichtet, ergänzte Monika Liehner, 

Hubert Kille führt durch die Räumlichkeiten des gelben Schulhauses.  
Bild: Klein

Vorsitzende der Kapelle. „Wir wissen nicht, wo wir in Zukunft proben sollen, wenn wir hier raus müssen“, beklagen Karin Hapke und Traudl Heise, Vertreterinnen der Theatergruppe „Dörrobst“.

Geplant sei, dass das geräumige, durchaus schicke Büro für den Ortsvorsteher in einen nicht einmal halb so großen, muffigen Kellerraum des weißen Schulhauses umgesiedelt werden soll, berichtete Hubert Kille. Dort würden seinen Angaben zufolge die erst erworbenen, teuren Büromöbel nicht einmal zur Hälfte Platz finden. Das verstehe in Rengetsweiler niemand, sagte der frühere Ortschafts- und Gemeinderat.

Tatsache sei, dass alle Gruppen und Vereine im gelben Schulhaus bleiben möchten und dass der notwendige Bau einer Feuerwehrgarage dahinter wesentlich besser in das Ortsbild passe als der geplante Anbau vor dem weißen Schulhaus. Kille und seine Mitstreiter sind sich sicher, dass die Stadt Meßkirch für den Erhalt des gelben Schulhauses wesentlich weniger Geld in die Hand nehmen müsse als für den Erhalt des auf sichtbar brüchigem Sandstein gebauten und wesentlich älteren weißen Hauses. Außerdem könne das gelbe Schulhaus im Gegensatz zum weißen bei einem eventuellen Anschluss der Randenhalle an das Fernwärmenetz mit geringem Mehraufwand in die Maßnahme eingebunden werden.

„Ich möchte keine Unruhe und keinen Streit stiften“, betonte Hubert Kille, „aber wir müssen nach der Überzeugung von mehr als der Hälfte der Rengetsweiler Bürger in fairer und sachlicher Auseinandersetzung mit dem Ortschaftsrat, dem Gemeinderat und dem Bürgermeister auf gleicher Augenhöhe eine fragwürdige Entscheidung eventuell revidieren und erneut öffentlich diskutieren.“


 
 

Winfried Klein, Südkurier Meßkirch, 24.07.2012