> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 05. Dezember 2012
 

Fernwärme für Rengetsweiler

Herbert Alber wollte ursprünglich nur seine Firma mit Wärme von Biogasanlage versorgen – die Kapazitäten reichen aber fürs ganze Dorf

Rengetsweiler - „Vorhandene Energiequellen nutzen und Energie sparen“, lautet die Devise von Herbert Alber, der in Rengetsweiler ein Fernwärmenetz plant. Die Idee entstand im Zusammenhang mit der Versorgung seiner Firma, einer Dreherei, mit Wärme von einer Biogasanlage im benachbarten Ort Kappel. Sie gehört gegenwärtig noch zu den Anlagen, die ihre Abwärme aus der Stromproduktion noch ungenutzt an die Umwelt abgeben. „Hier handelt es sich also zunächst um die Nutzung einer Energie-Ressource, die sowieso schon vorhanden ist“, erklärt Alber.

Da aber die vorhandene Leistung von etwa 400 Kilowatt von der Firma Alber nur zu einem Bruchteil benötigt wird, hat Meßkirchs Gemeinderat in seiner Sitzung vom 13. November dem Abschluss eines Konzessionsvertrages zugestimmt, der die Einbindung von Randenhalle, Schulhaus, Feuerwehr und Kindergarten in dieses Fernwärmeprojekt regeln soll. „Mit den restlichen Kapazitäten könnte man das ganze Dorf beheizen“, ist Alber überzeugt, er werde lediglich für die Abdeckung von Spitzenlasten vor allem in den Wintermonaten hinter seiner Firma eine Hackschnitzelanlage dazu bauen. Diese wird dann auch die zentrale Verteilerstelle für alle zukünftigen Anschlüsse darstellen. Gestern entschied der Technische Ausschuss über den Bau der Anlage.

Etwa sechs Kilometer Rohrleitungen müssen in zwei Bauabschnitten verlegt werden, wobei, sobald das Wetter es zulässt, zuerst die Hackschnitzelanlage gebaut werden soll. „Die gesamte Baumaßnahme wird aber bereits Ende des Jahres 2013 abgeschlossen sein“, versichert Alber, die Planungen seien so gut wie abgeschlossen und auch die Finanzierung stehe. Geplant ist auch, zusammen mit den Wärmerohren Leerrohre für DSL und andere Versorgungsleitungen zu verlegen. Bereits acht private Hauseigentümer haben laut Alber bereits Verträge unterzeichnet und es gebe bereits zahlreiche weitere Interessenten. Bei ihnen möchte sich Herbert Alber ausdrücklich für die Unterstützung seines Projektes bedanken. Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt, Gemeinderat und Ortsvorstehern sei in diesem Zusammenhang bisher vorbildlich gewesen, so Alber.

Herbert Alber vor der gleichnamigen  Firma in Rengetsweiler.
Bild: Klein

„Der Fernwärmenutzer bezahlt nur für die abgenommene Wärmemenge, nicht aber für die Herstellung der Infrastruktur des geplanten Wärmenetzes“, versichert Alber, er benötige allerdings mindestens 80 Abnehmer, damit sich die Investition rechne. Die gesamte Anlage, die bei einem potentiellen Stromausfall sofort über firmeneigene Notstromaggregate versorgt werden kann, ist so dimensioniert, dass sie eine ausreichend hohe Sicherheitsreserve bei etwaigen Verbrauchsspitzen bietet.

Nach Schätzung Albers benötigt Rengetsweiler gegenwärtig etwa 250 000 Liter Heizöl pro Jahr, wobei es allerdings immer noch Häuser ohne Heizung gebe, die beispielsweise mit einem Kachelofen beheizt werden. Das zukünftige Nichtverbrennen einer solchen Menge Heizöl berge auch einen nicht gering zu schätzenden Aspekt des Umweltschutzes in sich, erklärt Alber.

„Da mein Sohn Christian nach und nach die Geschäftsleitung der Dreherei übernommen hat, kann ich mich sehr viel intensiver um das Fernwärmeprojekt kümmern, und so werde ich über die Weihnachtszeit persönlich von Haus zu Haus gehen und möglichst alle Rengetsweiler Hausbesitzer über das Projekt informieren und mit ihnen über die Möglichkeiten eines Anschlusses an sprechen“, kündigt Herbert Alber an.


 
 

Winfried Klein, Südkurier Meßkirch, 05.12.2012