> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 16. November 2011
 

Busfahrer soll Schüler festgehalten haben - Strafanzeige droht

Probleme bei Schülerbeförderung

Meßkirch-Rengetsweiler - Ein KVB-Fahrer soll Schüler im Bus festgehalten haben. Mehrere Eltern aus Rengetsweiler prüfen derzeit, ob sie Anzeige gegen einen Busfahrer der Kreisverkehrsbetriebe Sigmaringen stellen. 

Hintergrund ist, dass der Fahrer eine Reihe seiner Fahrgäste im Oktober offenbar am Schulzentrum nicht aussteigen ließ, da er den Namen des Schülers wissen wollte, der zuvor am Adlerplatz den Halteknopf gedrückt hatte. Da der Knopf aus Sicht der Schüler aber nicht absichtlich, sondern versehentlich gedrückt wurde, weigerten sie sich, den Namen zu sagen. Das hatte zur Folge, dass die Schüler rund 20 Minuten zu spät in die Schule kamen, erinnert sich Margit Krumbholz, deren Sohn einer der Betroffenen war. Silvio Dietrich, Vater eines anderen Schülers, der so im Bus festgehalten wurde, hat nun einen Anwalt eingeschaltet, der eine Strafanzeige wegen des Verdachts auf Freiheitsberaubung und Nötigung vorbereitet.

Krumbholz berichtet indes noch von anderem Fehlverhalten der Busfahrer: So seien Kinder nicht mitgenommen worden, wenn sie mitten im Monat einmal ihre Fahrkarte vergessen hatten, oder es habe Vollbremsungen gegeben, die nicht wegen einer Verkehrssituation eingeleitet wurden sondern deshalb, um die zu lauten Fahrtgäste leiser zu machen, berichtet sie. Auch hätten Busfahrer mehrmals gegenüber den Schülern herumgeschrien und getobt. Dies alles sei von mehreren Kindern unterschiedlich Alters übereinstimmend zu Hause berichtet worden, stellt sie fest. Sie wundert sich: Mit den Grundschulkindern gebe es kein Problem doch sobald die Kinder in die fünfte Klasse kommen, gebe es Zoff mit den Busfahrern, wobei es da auch einen gebe, der „ganz toll“ zu den Jugendlichen sei.

Ein Bus der Kreisverkehrsbetriebe bringt Schüler am frühen Nachmittag zurück nach Rengetsweiler. Am Morgen sollen die Schüler im Bus ungefragt vom Busfahrer fotografiert worden sein, worüber mehrere Eltern empört sind.
Bild: Moser

Nachdem sich die Bussituation durch den Fahrplanwechsel insgesamt entspannt hat gehe es ihr nun darum, ein klärendes Gespräch mit den verantwortlichen Personen bei den KVB zu bekommen. Eckard Werner, Geschäftsführer der KVB, möchte sich indes nicht öffentlich zu den Anschuldigungen der Eltern aus Rengetsweiler äußern.

Dietrich stellt über das Festhalten der Schüler im Bus fest: „Die Eltern haben sich zusammengetan, um gegen den Busfahrer vorzugehen.“ Und er fährt fort: „Wir sind nicht im Mittelalter, man kann so was nicht bringen.“ Abseits dieses Konflikts zeichnet sich indes bereits ein neuer Streit ab: Gestern früh seien die Schüler im Bus fotografiert worden. Auch eine andere Mutter bestätigt dies: Die Kinder hätten vom Bus aus angerufen und berichtet, sie seien vom Fahrer fotografiert worden. Dietrich sagt: „Das ist gegen die Menschenwürde. Das darf nicht sein.“ Warum die Fotos gemacht wurden, darüber rätseln die Eltern.


 
 

Gregor Moser, Südkurier Meßkirch, 16.11.2011

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