> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 22. Januar 2011
 

Musik kann so viel bewirken

Projekt „Singen-Bewegen-Sprechen“

Wald – Es ist Mittwochnachmittag, 14 Uhr im Kindergarten Abenteuerland in Wald. Gespannt warten die Kinder im schon auf den staatlich geprüften Musiklehrer Wolfgang Löffler aus Rengetsweiler. Jede Woche ist er für 45 Minuten im Kindergarten und hat neben seiner Gitarre Spaß und Freude im Gepäck.

Der Kindergarten Abenteuerland ist einer der knapp 100 Kindergärten in Baden- Württemberg, die in den Genuss des Landesförderprogrammes „Singen-Bewegen- Sprechen“ kommen. Seit Oktober läuft das Projekt in Wald, betreut wird es von Wolfgang Löffler als musikpädagogische Fachkraft im Tandem mit der Kinderpflegerin Sandra Beig als begleitende Erzieherin.

Im Kindergarten Abenteuerland wird bereits viel und ausgezeichnet gesungen, nicht umsonst erhielt der Kindergarten 2007 die Felix-Plakette. Dennoch bietet das Landesförderprogramm „Singen-Bewegen- Sprechen“ Kindern in den letzten beiden Kindergartenjahren eine ergänzende, ganzheitliche, individuelle und nachhaltige Förderung. Nach den beiden Kindergartenjahren wird das Projekt mit der Grundschule Wald als Kooperationspartner weitere vier Jahre fortgesetzt. „Die Kinder können sechs Jahre musikalische Früherziehung genießen, ohne dass es die Eltern etwas kostet und Fahrten anfallen“, erläutert Kindergartenleiterin Karin Schneider.

Eltern konnten ihre Kinder für dieses Projekt anmelden und von Zeit zu Zeit auch sehen, was in der Gruppe gemacht wird. Die Vier-und Fünfjährigen verschiedener Kindergartengruppen erleben sich dabei als eine Gruppe, fährt Karin Schneider fort. Die begleitende Erzieherin wurde geschult, die Musiklehrer werden fortlaufend alle vier Wochen fortgebildet. In diesem Jahr möchte der Kindergarten das Programm erneut für die nachkommenden Kinder beantragen.

Singen, Bewegung und Sprechen sind in der kindlichen Entwicklung ganz eng miteinander verwoben. Die Kinder erleben Freude an der 

 

Mit Begeisterung sind die Kindergartenkinder beim Projekt „Singen-Bewegen-Sprechen“ dabei. Musiklehrer Wolfgang Löffler ist einmal wöchentlich im Kindergarten.
Bild: Häusler

Musik, entwickeln Persönlichkeitsstärke, soziales Verhalten in der Gruppe, grob-und feinmotorische Fähigkeiten und erweitern die  Bereiche Sprache und Sprechverhalten, Leistungsmotivation und Durchhaltevermögen. Die Lieder werden in den Kindergarten eingebaut und finden Eingang in die Familien, so dass die Leute  wieder lernen, selbst zu singen, sagen Wolfgang Löffler und Karin Schneider.

Wolfgang Löffler hat eine Papiertüte mitgebracht, die er zu Beginn platzen lässt – Kinder erwarten gespannt den Knall. Dann gehen alle beim Begrüßungslied gemeinsam als Riesen auf Zehenspitzen, Zwerge mit Zipfelmützen in der Hocke, Igel und Bären im Kreis, immer die Gesten passend zum Text mit den Händen bildend. Am Tisch werden Bilder betrachtet, die Kinder zum Sprechen angeregt. „Die Schneeflocken schweben leise vom Himmelszelt, es glitzt und taut“, erzählt Wolfgang Löffler. Sofort malen die Kinder den weiten Weg der Schneeflocke in der Luft nach, bis sie an verschiedenen Körperteilen taut. „Nochmal!“ fordern die Kinder aufgeregt. Passend zum Wetter wird an diesem Mittag mit dem Lied „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ ganz intensiv gearbeitet. Auch eine Version in verschiedenen Tiersprachen, die alle zum Lachen bringt, ist mit dabei, damit die Kinder sich auf die Melodie konzentrieren und nicht auf den Text, erklärt Wolfgang Löffler. „Fertig, fertig, Schluss und aus“, läutet das Schlusslied bereits das Ende der Einheit ein. Die Zeit ist unglaublich schnell vergangen.


 
 

Sandra Häusler, Südkurier Pfullendorf, 22.01.2011

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