> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 01. Juni 2011
 

Mit Herz und zwei Händen dabei

Meßkircher Originale: Der 77-jährige Heribert Möll ist in Dietershofen immer noch ein gefragter Mann

Meßkirch-Dietershofen - Heribert Möll ist ein Dietershofer Original, da sind sich die Bürger aus dem Meßkircher Ortsteil einig. Er ist hilfsbereit, engagiert, hat eine kernige Art und ist geradeheraus. Wenn es bei den Vereinen oder in der Nachbarschaft etwas zu tun gibt oder etwas fehlt, heißt es: „Komm, wir gehen zum Möll!“ Heribert Möll lässt sich nicht lange bitten, macht es einfach „mit seinen zwei Händen und dem Herz“. Er sagt aber auch geradeheraus, wenn ihm etwas gegen den Strich geht. Wichtig ist ihm ein gutes Auskommen mit allen. „Lassen wir's“, sagt er, wenn er über etwas nicht reden will.

Heribert Möll wohnt laut der Kirchenchronik in einem der ersten Häuser des ehemaligen „Dietrichshof“. Zu viert wuchsen die Kinder auf. Zwei Winter ging Heribert Möll auf die Landwirtschaftsschule in Sigmaringen. 14 Hektar Landwirtschaft wurden in der Familie umgetrieben, nebenbei arbeitete der junge Heribert im Sägewerk Adolf Matheis in Buffenhofen. „Bereits mit 16 Jahren hatte ich ein Motorrad, als die Alterskameraden noch mit dem Fahrrad fuhren“, lacht Heribert Möll. Beim Tanz traf er seine spätere Frau, „seine Erika“, wie er sie bis heute nennt. Ein Sohn und drei Töchter gehen aus der Ehe hervor. 42 Jahre arbeitete Heribert Möll beim Straßenbau Matheis und Strobel. 

Bei allem, was im Dorf passierte, war Heribert Möll mit dabei: „In so einem kleinen Ort musst du dabei sein und mitmachen.“ Nun lässt es der 77-Jährige ruhiger angehen. Man muss wissen, wann es Zeit ist, an die nächste Generation abzugeben, sagt der agile Mann. Jahrzehnte lang war er im Mitglied in Ortschaftsrat und Gemeinderat, war eines der Gründungsmitglieder des Narrenvereins Mühle-Vere. Auch beim Bau der Dietershofer Festhalle half er tatkräftig mit. Eine Bühne für die Dorffasnet wurde gebaut, alle arbeiteten mit. Fast 25 Jahre war er Moderator bei der Dorffasnet und so

Heribert Möll ist ein echtes Dietershofer Original.
Bild: Häusler

manchen Witz lässt er während des SÜDKURIER-Gespräches einfließen. 24 Jahre war er bei der Feuerwehr, auch als Gruppenleiter. Heribert Möll ist Ehrenmitglied  bei den Rengetsweiler Musikanten, bei denen er 52 Jahre aktiv war. Wenn die Rengetsweiler Waldfest feiern, darf Heribert Möll nicht fehlen.

Heute kümmert er sich um „eine Portion“ Hennen, Schafe und ein paar Schweine. Jeden Tag schafft er mit „seiner Erika“ etwas, „damit das Vesper besser schmeckt.“ Vor zwei Jahren feierten die beiden goldene Hochzeit. Urlaub mag Heribert Möll gar nicht: „Ich bleibe lieber daheim beim Feuer.“ So gab es zur goldenen Hochzeit von den Kindern statt der Fernreise ein neues Parkett in die gute Stube. „Wo du auf g'wachse bischt, bischt du dahoim“, sagt Heribert Möll. Wenn man ihn sucht, findet man ihn meist in seiner Werkstatt.


 
 

Sandra Häusler, Südkurier Meßkirch, 01.06.2011

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