> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 17. Juni 2010
 

 Feuerwerke sorgen für Unmut

Ortsvorsteher fordern, dass Feuerwerke unterm Jahr mit Blick auf den Schutz der Tiere vorab öffentlich bekannt gemacht werden.

Meßkirch - Die Rengetsweiler Ortsvorsteherin Ulrike Böhler protestierte am Ende der jüngsten Stadtratssitzung, dass ein genehmigtes Feuerwerk trotz ihrer Bitte nicht vorab im Amtsblatt der Stadt Meßkirch angekündigt worden war. Das Resultat: Tags darauf, an einem Sonntagmorgen, hatte sie wegen des Feuerwerks Anrufe von Rengetsweilern bekommen, die sich darüber beschwerten.

Laut Hauptamtsleiter Matthias Henle, gab es 2009 sieben angemeldete Feuerwerke in Meßkirch und 2010 bislang ebenfalls sieben. Außer den Feuerwerken in Rengetsweiler und Langenhart habe es eines bei der Stadthalle und vier am Schloss Meßkirch gegeben. „Bei uns gehen deswegen so gut wie keine Beschwerden ein“, stellt Henle mit Blick auf die Feuerwerke in der Kernstadt fest.

CDU-Stadtrat Manfred Amann aus Langenhart hatte in der Gemeinderatssitzung mit Verweis darauf, dass bei dem Langenharter Feuerwerk Pferde durchgegangen seien gesagt, dass es sich um eine „sehr ernste Angelegenheit“ handle. Auch er sagte, er fände es wichtig, wenn es „eine Info“ im Amtsblatt gäbe. Nächtliche Feuerwerke unterm Jahr seien „relativ neu auf dem Land“ und Pferde könnten dabei leicht erschrecken und die Flucht ergreifen. Dass bei dem Feuerwerk Pferde des Reitstalls Marquart durchgegangen seien, dementiert indes Reiststall-Besitzer Werner Marquart anderslautende Mitteilungen. Als das Feuerwerk losging habe er die Pferde von der Kopppel in den Stall geholt. Feuerwerke halte er in dem Zusammenhang aber dennoch für „sehr gefährlich“, betont Marquart.

Wenn unterm Jahr ein Feuerwerk abgebrannt wird, sollte das bekannt gegeben werden und dann würde er darauf achten, dass seine Pferde im Stall sind, stellt er fest. Der

Bild: SÜDKURIER-Archiv 

Langenharter Ortsvorsteher Bernhard Vögtle kommentiert die Diskussion mit Blick auf seinen Stadtteil indes so: „Wenn es wirklich mehr Feuerwerke unterm Jahr werden, muss man auf die Bremse treten“. Und er stellt die Frage, ob man die Feuerwerke überhaupt genehmigen muss.

Die Ausnahmegenehmigung, um Feuerwerke unterm Jahr abbrennen zu können, gibt es bei der Stadtverwaltung für zehn Euro, erläutert Hauptamtsleiter Henle. Vorgaben seien, dass das Feuerwerk bis spätestens 23 Uhr vorbei sein muss und ein 30-Meter-Abstand zu Gebäuden und Personen eingehalten wird. Mit der Genehmigung in der Tasche könne der Antragssteller dann auch unterm Jahr Feuerwerkskörper einkaufen. Gehe man von einem Feuerwerk im Monat im gesamten Stadtgebiet aus, sei dies jedoch „relativ wenig“, sagt Henle.

Die Termine wie gewünscht im Amtsblatt zu veröffentlichen bezeichnete Bürgermeister Arne Zwick in der Sitzung als „schwierig“ sagte dann jedoch zu, es künftig zu tun. Dabei nennt Ortsvorsteher Vögtle wenigstens ein Argument, das gegen eine Bekanntmachung spricht: Der Überraschungseffekt wäre dahin, sagt er.

 


 
 

Südkurier Meßkirch, 17.06.2010

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