> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 09. Mai 2009
 

Die Kasse ist Kochs Metier

Macher des Waldfests (4)

Ein Sprichwort sagt, der Erfolg habe viele Väter. Das ist auch beim Rengetsweiler Waldfest so, das am Wochenende zum 41. Mal stattfindet. Wir stellen diese Woche die „Macher“ vor.

Der richtige Mann an einem sehr vertrauensvollen Platz ist der 55-jährige Walter Koch bei den Rengetsweiler Musikanten. Der aus Kappel Stammende ist seit knapp 40 Jahren aktiver Spieler. Als Vereinskassier weiß er auch genau, was im Verein finanziell machbar ist. Speziell die Festabrechnung des Waldfests obliegt ihm seit zwölf Jahren und so hat er schon viele Monate vorher und auch nach dem Fest noch damit zu tun. Selbstverständlich legt er auch beim Auf- und Abbau Hand an, doch während des Festverlaufs gelten seine Interessen den Bargeschäften, die mit dem Personal abgerechnet werden. Er bestätigt, dass beim Waldfest gute Umsätze erreicht werden, aber auch ein hoher Einsatz von allen Beteiligten gemacht wird. Auch das Programm und die Unterhaltung sind mit Kosten verbunden, die stetig steigen. Mit zu dieser Steigerung kommen Auflagen und Bestimmungen, die beachtet werden müssen und mit zusätzlichen Kosten belastet sind. Die Überlegung, ein kleineres Programm zu fahren, würde dem Bekanntheitsgrad des Rengetsweiler Waldfests mehr schaden als Nutzen bringen. Schließlich ist das Fest nicht nur da, um Geld in die Vereinskasse zu bekommen. Der Förderverein Rengetsweiler 

Walter Koch kümmert sich um die Festabrechung.
Bild: Mägerle

Musikanten bekommt in der Hauptsache die Unterstützung, die für die gut funktionierende Jugendarbeit von der Ausbildung bis zu den Instrumenten und Uniformen benötigt wird. Durch den persönlichen Einsatz der vielen freiwilligen Helfer wird aber auch die Dorfgemeinschaft gestärkt und der kulturelle Wert gefestigt, so die Ansicht von Walter Koch. Wobei er keinen Hehl daraus macht, dass die Vereinsunterstützung von politischer Seite, die seit Jahren groß propagiert wird, nicht ganz der Wahrheit entspricht. „Das sehe ich doch", wie er bemerkt, „was wir an Steuern gerade vom Waldfest an den Fiskus, bezahlen müssen". Hier wäre vielen Vereinen geholfen, wenn die Freigrenze angehoben würde. Denn ohne die Vereine und ihre vielen ehrenamtlichen Helfer wäre die viel gelobte Kultur in den Städten und Dörfern am Boden.


 
 

Karl Mägerle, Südkurier Meßkirch, 09.05.2009