> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 10. Mai 2008
 

Geballter Protest der Eltern

150 Zuhörer bei Informationssitzung von vier Gemeinderäten zu Hauptschulen

Vor einer großen Kulisse an Eltern warb Meßkirchs Bürgermeister Arne Zwick für eine zentrale, zweizügige Hauptschule in Meßkirch. Beistand bekam er vor allem von Walther Paape wie von Dieter Giehmann vom Schulamt. Maßgeblich die künftig geforderte Kompetenz-Analyse in Klasse 7 wurde als Argument ins Feld geführt. Teils harte Kritik kam aus den Reihen der Sauldorfer und Walder Räte.

Meßkirch - Vor allem die Eltern der Grund- und Hauptschulen von Wald und Sauldorf hatten für die gemeinsame Sitzung der Gemeinderäte von Meßkirch, Wald, Sauldorf und Leibertingen zum Thema "Zukunft der Hauptschulen im Raum Meßkirch" am Donnerstagabend im Meßkircher Schloss mobil gemacht. Rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörer, vorwiegend betroffene Eltern, hatten sich im Festsaal des Schlosses versammelt. Vor ihnen saßen die rund 80 Gemeinderäte der vier Gemeinden. Und vorne auf dem Podium saßen neben dem Meßkircher Bürgermeister und den beiden Vertretern des Schulamtes die Bürgermeister von Wald, Sauldorf und Leibertingen. Teils sehr emotionsgeladen wurde rund drei Stunden lang das Thema erörtert.

Vor allem die beiden Sauldorfer Gemeinderäte Eugen Blender und Gerold Schellinger kritisierten die Idee einer zentralen Hauptschule in Meßkirch heftig. Bürgermeister Zwick sah sich dabei wie auch Walther Paape genötigt, die pädagogischen Leistungen an der Kreutzer-Schule nachdrücklich ins rechte Licht zu rücken und einen sachlichen Ton zu reklamieren. Für ihre Kritik waren die beiden Sauldorfer Gemeinderäte von den anwesenden Eltern, die während der Sitzung kein Rederecht hatten, heftig beklatscht worden.

Mehrfach wurde von Sauldorfer wie von Walder Gemeinderäten angezweifelt, dass eine zentrale Hauptschule in Meßkirch überhaupt nötig sei. Diese Frage wurde auch vor dem Hintergrund gestellt, dass erst vor einem Jahr eine Hauptschul-Kooperation zwischen Sauldorf und Wald auf den Weg gebracht wurde. Deshalb stelle sich schon die Frage, wie lange denn das neue Modell einer zentralen Hauptschule Bestand habe, fragte beispielsweise mit Nachdruck der Walder Gemeinderat Thomas Seiler.

Sowohl von Zwick wie von den beiden Schulamtsvertretern wurde deutlich gemacht, dass es keine Vorschrift gebe, die eine zweizügige Hauptschule zwingend fordere. Aber die aktuellen Erlasse wie eben für die bereits genannte Kompetenz-Analyse in den siebten Klassen der Hauptschule mache letztlich eine Zweizügigkeit nötig, um allen Schülern die jeweils angemessene schulische Förderung zu ermöglichen.

Klar ist, dass mindestens 180 Schüler nötig sind, um die Kreutzer-Schule zweizügig zu führen. Um diese Zahl erreichen zu können, müssen mindestens die Hauptschüler aus Leibertingen und Sauldorf wie auch die Meßkircher Hauptschüler, die bisher nach Wald fahren, künftig in der Kreutzer-Schule unterrichtet werden.

Nachdem der Meßkircher Stadtrat mit seinem Beschluss zur Kündigung des Schulvertrags für die Nachbarschaftshauptschule Wald den Stein ins Wasser geworfen hatte, werden 

Protestplakate von Walder Eltern säumten den Weg zum Eingang des Meßkircher Schlosses. Bürgermeister Arne Zwick (rechts) verteidigte nachdrücklich die Planungen für eine zweizügige Hauptschule in Meßkirch. Bilder: Brender
Rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Hauptschul-Debatte der vier Gemeinderäte von Meßkirch, Wald, Sauldorf und Leibertingen im Meßkircher Schloss. Vor allem Eltern aus Wald machten ihrem Unmut über eine Schließung der Nachbarschaftsgrundschule in Wald mit Transparenten sowie lautstarken Beifall- oder Unmutsbekundungen während der Sitzung Luft. Reden durften die Zuschauer bei dieser Informationssitzung nicht.

sich nun vor allem die Gemeinderäte von Wald und Sauldorf mit der Zukunft ihrer Hauptschulen auseinandersetzen müssen. Mit dem Beschluss des Meßkircher Rates werden die Hauptschüler aus dem Täle von der Walder Hauptschule zurückgeholt.

Die Gemeinden sind Schulträger und deshalb dürfen und müssen die jeweiligen Gemeinderäte über ihre Schulen wie auch über den Zuschnitt der Schulbezirke entscheiden. In welche Richtung die Gemeinden Wald und Sauldorf gehen werden, konnte am Donnerstagabend nur erahnt werden. Werner Müller, Bürgermeister von Wald, sagte: "Wir wollen so viel Schule wie möglich im Ort halten." "Wir wollen die Auentalschule (Hauptschule) so lange wie möglich halten", sagte sein Sauldorfer Amtskollege Wolfgang Sigrist.

Bereits am Mittwochabend haben sich nach den Angaben von Wilfried Reichle, Vorsitzender des Elternbeirats der Sauldorfer Grund- und Hauptschule, insgesamt rund 45 Vertreterinnen und Vertreter der Schulen von Wald und Sauldorf sowie der Nachbarschaftsgrundschulen Rengetsweiler und Aach-Linz getroffen (Schüler aus Wald besuchen diese beiden Schulen). Bei diesem Treffen wurde nach Reichels Angaben einstimmig eine Erklärung verabschiedet, die nachhaltig den Erhalt der bestehenden Hauptschulen in Sauldorf und Wald fordert. Die Erklärung findet sich im Wortlaut in unserem Online-Dossier - siehe nebenstehenden Kasten.

Bildergalerie im Internet:
www.suedkurier.de/bilder


 
 

MANFRED DIETERLE-JöCHLE, Südkurier Meßkirch, 10.05.2008

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