> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 02. Mai 2008
 

Schul-Vertrag mit Wald wird gekündigt

Meßkircher Gemeinderat setzt auf Zweizügigkeit der eigenen Hauptschule

Mit deutlicher Mehrheit, bei drei Gegenstimmen, genehmigte der Meßkircher Gemeinderat, dass der Hauptschul-Vertrag mit der Nachbargemeinde Wald gekündigt wird. Ziel ist es, die Conradin-Kreutzer-Schule als zweizügige Hauptschule führen zu können. Neben den Meßkircher Schülern, die bisher in Wald unterrichtet werden, sind dazu auch die Hauptschüler aus Sauldorf und Leibertingen notwendig.

Meßkirch - Mit der Entscheidung des Gemeinderats am Dienstagabend wurde ein Stein ins Rollen gebracht, der die Schullandschaft im Raum um Meßkirch erheblich verändern wird. Denn die Kündigung wird unter anderem zur Folge haben, dass die Kinder aus Meßkirch, die bisher die Walder Nachbarschaftshauptschule besucht haben, in der eigenen Hauptschule in Meßkirch unterrichtet werden.

Hintergrund dafür ist das Ziel, die Meßkircher Kreutzer-Schule künftig zweizügig zu führen, wofür nach den Angaben von Bürgermeister Arne Zwick mindestens 180 Schüler notwendig sind. Die bisherige Schülerzahl reicht nur für eine Einzügigkeit. Und dies wird sich auch in den nächsten Jahren nicht verändern, denn die Zahl der Hauptschüler wird in den nächsten Jahren - nach den vorliegenden statistischen Zahlen - weiter zurückgehen.

Die Zahl der Hauptschüler aus dem Täle, die der Meßkircher Gemeinderat durch die Kündigung des Hauptschul-Vertrages mit Wald zurückholen wird, reicht aber nicht für eine dauerhafte Zweigzügigkeit der Meßkircher Kreutzer-Schule aus. Um die Planzahl von 180 Schülerinnen und Schülern zu erreichen, müssen auch die Hauptschüler aus Leibertingen und Sauldorf in Meßkirch unterrichtet werden - siehe nebenstehende Zahlen.

Gegen die Kündigung des Vertrages stimmten mit Harald Vesser, Christian Fecht und Maria Seßler die drei Mitglieder des Meßkircher Rates aus den so genannten Meßkircher Täle-Gemeinden (Dietershofen, Buffenhofen, Rengetsweiler und Ringgenbach). Sie fürchten um die Infrastruktur ihrer Ortschaften, denn im Gegenzug zur Meßkircher Entscheidung wird die Gemeinde Wald aller Voraussicht nach den Vertrag mit der Stadt Meßkirch für die Nachbarschaftsgrundschule in Rengetsweiler kündigen. Da aus der Gemeinde Wald rund zwei Drittel der dort unterrichteten Grundschüler kommen, wird die Grundschule in Rengetsweiler wohl in Zukunft geschlossen werden. Auch Ulrike Böhler, Ortsvorsteherin von Rengetsweiler, sorgte sich um die Zukunft ihres Ortsteils. Als nicht direkt gewähltes Mitglied des Stadtrates hat sie kein Stimmrecht.

Vor allem Maria Seßler, Stadträtin der Freien Wähler, hatte sich zur Sprecherin der 

Eine historische Entscheidung traf der Meßkircher Stadtrat am Dienstagabend, als er sich mehrheitlich für eine Kündigung des Hauptschul-Vertrags mit Wald aussprach. Unser Bild zeigt (von links) von den Freien Wählern Siegfried Zwick und Hubert Hopp (verdeckt) sowie Karl-Heinz Thoma, Ewald Guggemos, Karlheinz Kirchmaier (alle CDU), (hinten) Günter Schäuble (Bürgerliste) sowie Martina Goldau und Rüdiger Hillenbrand (beide SPD). Rund 25 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Debatte im Sitzungssaal des Rathauses.
Bild: Dieterle-Jöchle 

Rengetsweiler gemacht. Wenn die  Grundschule in diesem Meßkircher Ortsteil geschlossen werden müsse, sieht sie auch die Existenz des dortigen Kindergartens in Gefahr. Denn bisher fahren die Kindergarten-Kinder aus dem Täle mit dem Schulbus nach Rengetsweiler, um den Kindergarten "Sterntaler" besuchen zu können. Wenn die Nachbarschaftsgrundschule geschlossen werde, falle diese Transport-Möglichkeit weg, so ihre Befürchtung. Und wenn Schule und Kindergarten fehlten, dann sehe es für Rengetsweiler ganz düster aus.

Im Gegensatz zu Maria Seßler unterstützten Rüdiger Hillenbrand, Fraktionssprecher der Dreier-Gruppe von SPD und Bürgerliste, wie auch Reinhild Kullen von den Freien Wählern und Lothar Bix (CDU-Sprecher) den Antrag der Verwaltung, den mehr als 30 Jahre alten Schul-Vertrag mit Wald fristgerecht zum 30. Juni zu kündigen. Kullen sagte, die Entscheidung für eine Kündigung sei der richtige Weg, auch wenn dieser für die betroffenen Eltern ein schwieriger sei. Bürgermeister Arne Zwick räumte ein, dass die angestrebte Lösung keine für die "vom Umbruch" betroffenen Eltern befriedigende sei. Und dass die Eltern erst jetzt über die möglichen Entwicklungen informiert würden, sei bewusst so gewollt. Denn ihm sei es wichtig gewesen, die Fakten zunächst gründlich zu analysieren. Vorher darüber zu informieren, hätte noch mehr verunsichert. Lothar Bix hatte unterstrichen, dass die Stadt jetzt handeln müsse, da sie jetzt noch aktiv gestalten könne.

Den rund 25 Zuhörerinnen und Zuhörern, die die Debatte des Stadtrats über die Zukunft der Hauptschulen in der Region verfolgten, kam Bürgermeister Zwick entgegen, in dem er das Thema Vertragskündigung mit Wald vom Schluss der Tagesordnung in deren Startfeld setzte.


 
 

MANFRED DIETERLE-JöCHLE, Südkurier Meßkirch, 02.05.2008

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