> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 06. Februar 2008
 

Narren erwecken Märchen zum Leben

Bürgerball der Vereins Randenmale Rengetsweiler bedient sich für sein Programm bei den Gebrüdern Grimm

Rengetsweiler - Es war einmal: Das ist der Anfang vieler Märchen. Die Rengetsweiler hatten einmal einen märchenhaften Wald mit dem rätselhaften Namen Randen. Frisch Verliebte sahen dort, mitten im Märchenwald, in ihren Sonntagsträumen ein Schloss liegen. Später rumpelten dort die Randenmale, heute sind Kiestransporter im einstigen Traumland unterwegs.

Gut, dass es heute den Narrenverein Randenmale Rengetsweiler gibt. Die Narren holten sich die Märchen aus dem untergegangenen Schloss und brachten sie beim Bürgerball als fastnachtliches Schauspiel auf die Bühne der Randenhalle. Die war gestaltet als ein mit Zinnen bewehrter Burghof. Von dort wurden die märchenhaften Geschehnisse des Jahres mit Posaunen angekündigt. Aus einer bodenlosen Sänfte stieg Reinhard Ehrenmann und wurde vom König zum Hausmeister "Fasnetstönie". Sabine Strobel blieb königliche Narrenpräsidentin im bodenlangen Schleppkleid, Frank Vochazer gefiel als der schöne königliche Adjutant. Eine mehrdeutige Rolle spielte Martin Schulte als Zeremonienmeister.

Wie einer Rengetsweiler Sage entsprungen sprachen die Märchentanten Conny Buhl und Uschi Diener vom Großmutter-Sessel aus zum gut gelaunten Saal-Publikum. Die Musikgruppe heizte ein, die unterhakten Gäste schunkelten dazu. Auch die gesetzlich verbannten Raucher hatten ihr Plätzchen im Programm: als Pausenzeichen.

Heutzutage fällt der böse Wolf nicht mehr in den Brunnen, jetzt ist er Teil des Märchens "Radkäppchen und der böse Golf". Heiko Böhler war damit nicht einverstanden, er wollte die Gebrüder Grimm hören. Das wiederum gefiel der Märchentante nicht, sie flüchtete in den Wald. Ersatz war bald gefunden, Feen von den Jungrandemale schwebten als Außerirdische durch das Burgtor. Jetzt war die aktuelle Märchentante gefragt. Heiko wünschte sich das Märchen von der Uli, die mit dem Meßkircher Bürgermeister einen Gang durch die neue Kanalisation macht. Während dieser lange Schlaks im letzten, mehr als zwei Meter hohen Teilstück des Rengetsweiler Rohres kurz aufrecht gehen konnte, war für die 

Im märchenreichen Hofstaat des Bürgerballs Rengetsweiler war Reinhard Ehrenmann als Fasnetstönie ein König in bodenloser Sänfte.
Bild: Hahn 

Stellvertreterin Platz bis in die immer kleiner werdenden Anfänge im Oberdorf.

Dann gib es auf der Bühne um den Feuerwehrkommandanten Theo Hänßler. Um die von ihm verschuldete schöne Sauerei aus dem Burghof zu bekommen, kehrten Hexen zum schnellen Trommelschlag mitgereister Musikanten den Hof staubfrei. Vor winterlicher Kulisse tanzten plötzlich Schneemänner zum Eisbärenlied: das war die Frauengymnastik Dietershofen. Die Männer von der Rettungswehr legten in Gelb einen Strip hin, das Publikum tobte und wollte noch mehr davon sehen. Die Wehr war gerade von einem brennend heißen Einsatz gekommen, bei dem sie Paulinchen aus dem Struwwelpeter das Feuerzeug wegnahmen.

Ganz neu aufgetischt wurde Dornröschens Dauerschlaf: sie schlief bei der Heiratsabsprache der Eltern für 100 Jahre ein. Und auch den Fußballtrainer Trapattoni gibt es vor Ort: den Randentoni Martin Schulte. Der spielte den wütenden Italiener fast an die Wand mit seiner ortsspezifischen Schimpfkanonade. Damit endete die Märchenstunde, das Publikum war nun selbst zum Tanz gebeten.

Bildergalerie im Internet:
www.suedkurier.de/fastnacht


 
 

Falko Hahn, Südkurier Meßkirch, 06.02.2008

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