> Pressespiegel > Bericht: Amtsblatt der Stadt Meßkirch, 10. Oktober 2008
 

Aufhebung des Grundschulstandortes Rengetsweiler

Außerordentliche gemeinsame Sitzung der Ortschaftsräte Rengetsweiler, Dietershofen und Ringgenbach

Meßkirch/Rengetsweiler - Im Vorfeld zur Gemeindratssitzung am 14.10.08 fand am 06.10.08 in der Randenhalle Rengetsweiler eine außerordentliche gemeinsame Sitzung der Ortschaftsräte von Rengetsweiler, Dietershofen und Ringgenbach statt. Einziger Tagesordnungspunkt hierfür war die bevorstehende Schließung der Nachbarschaftsgrundschule Rengetsweiler. Zu Beginn der Sitzung erläuterte Bürgermeister Zwick nochmals die genauen Zusammenhänge und die künftige Entwicklung der Hauptschulsituation im Land. Er machte dabei deutlich, dass die interkommunale Zusammenarbeit in den nächsten Jahren zu verstärken ist, um den Anforderungen an eine effizient funktionierende öffentliche Verwaltung gerecht zu werden. Es gebe diese Zusammenarbeit schon in den verschiedenen Bereichen. Die derzeitige Schulpolitik des Kultusministeriums fordere nun auf einem weiteren Gebiet einen gemeinsamen Schulterschluss der Kommunen. Ziel sei es, im gesamten Umland Schulstandorte zu sichern. Deshalb müssten nachhaltige Strukturen geschaffen werden, die den politischen Entscheidungen auf Landesebene standhalten könnten. Auslöser der nun bevorstehenden Schließung der Nachbarschaftsgrundschule Rengetsweiler sei einzig und allein die Umstrukturierung der Schullandschaft bei den Hauptschulen.

Den Hauptschülern soll nach geltenden pädagogischen Gesichtspunkten durch die zweizügige Führung der Schule die Möglichkeit gegeben werden, ihren Neigungen entsprechend die optimale schulische Bildung zu bekommen (Werk-Realschule, Praxisklasse). Damit erhöhen sich für sie die Chancen einer guten Berufsausbildung bzw. Beschäftigungsmöglichkeiten am Arbeitsmarkt. Für eine effektive Umsetzung dieses Schulkonzeptes ist jedoch eine Schüler-Mindestzahl von 180 - 200 Schülern vorgegeben. Landesweit verzeichnen die Hauptschulen jedoch seit einiger Zeit zum Teil drastische Rückgänge der Schülerzahlen. Der demographischen Bevölkerungsentwicklung zufolge würde keine der drei Hauptschulen (Meßkirch, Sauldorf, Wald) zum Schuljahr 2013/2014 diese Schülerzahl mehr erreichen. Für diese Prognose wird eine Übergangsquote von 22% zugrunde gelegt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt würden also weitere Hauptschulstandorte vor dem Aus stehen. Um dauerhaft in der Region einen Hauptschulstandort mit dem geforderten schulischen Standard zu sichern, braucht es nun die Zusammenarbeit der Gemeinden.

Aufgrund dieser Tatsachen hat sich die Gemeinde Wald dazu entschlossen, ihren Hauptschulstandort aufzugeben und die Hauptschüler nach Meßkirch zu schicken. Nun gehe es darum, für die Gemeinde Wald eine Schule am Ort zu erhalten. Hierfür stellt die Aufhebung des Grundschulstandortes Rengetsweiler eine reelle Lösung dar, die praktikabel 

 

Die beiden nebeneinander stehenden Schulgebäude der Nachbarschaftsgrundschule Rengetsweiler
Bilder: Löffler

umgesetzt werden kann und für die betroffenen Schüler annehmbar ist.

Herr Zwick brachte den Ortschaftsräten gegenüber zum Ausdruck, dass ihm die „tragische" Situation der Täle-Gemeinden bewusst ist. Er appellierte jedoch an sie, im Sinne einer zukunftsfähigen Entscheidung für den Hauptschul-Standort in der Kernstadt der Aufhebung des Grundschulstandortes Rengetsweiler zuzustimmen. Es sei auch zum Vorteil der Hauptschüler aus dem Täle, wenn sie künftig nicht etwa nach Pfullendorf oder Sigmaringen zur Schule gingen, sondern in Meßkirch. Auf Nachfrage versicherte Herr Zwick nochmals, dass es nach gründlicher Überlegung keine vernünftigere Lösungsmöglichkeit gibt.

Ortsvorsteherin Ulrike Böhler bedauerte ausdrücklich diese Entwicklung: „Ich habe mein Amt als Ortsvorsteherin zum Wohle der Gemeinde auszuüben. Was hier geschieht, ist jedoch nicht gut für unseren Ort".

Schweren Herzens stimmten die Ortschaftsräte von Rengetsweiler, Dietershofen und Ringgenbach mehrheitlich der Aufhebung des Grundschul-Standortes Rengetsweiler zu, mit der Maßgabe, dass die neue Grundschule Wald eine dauerhafte Lösung darstelle und die Eltern in die Vorbereitungen des Schulumzuges mit eingebunden werden. Mit,der Schließung der Nachbarschaftsgrundschule Rengetsweiler zum Schuljahresende 2009 befasst sich nun der Stadtrat in der öffentlichen Sitzung am 14. Oktober 2008.

 


 
 

Amtsblatt Meßkirch, 10.10.2008

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