> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 08. Oktober 2008
 

Räte empfehlen Schließung der Schule

Nachbarschaftsgrundschule Rengetsweiler: Elternabende sollen informieren

Schweren Herzens fassten die Ortschaftsräte den Beschluss zur Schließung der Grundschule Rengetsweiler und empfahlen dies dem Stadtrat. Für die Zustimmung forderten sie allerdings die Einbeziehung und Information der Eltern als Voraussetzung.
Bild: Häusler
Einziger Tagesordnungspunkt in der Sitzung der Täler-Ortschaftsräte aus Rengetsweiler, Ringgenbach und Dietershofen mit der Stadt Meßkirch in der Randenhalle war die sich anbahnende Schließung der Nachbarschaftsgrundschule Rengetsweiler. Schweren Herzens und "unter Protest", wie Karl-Heinz Droxner betonte, stimmten die Räte der Schulschließung zum Schuljahr 2009/10 mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung zu.

Rengetsweiler - Der Beschluss der Ortschaftsräte wird als Empfehlung für die Stadtratssitzung am 14. Oktober in Meßkirch weitergegeben. Die Zustimmung wurde unter der Voraussetzung der Einbeziehung der Eltern gegeben, die Harald Veeser forderte. Die Grundschüler werden im gesamten Klassenverband zum neuen Schuljahr in die angestrebte Grundschule nach Wald wechseln. Wahrscheinlich bleibt den Kindern ein zusätzlicher Lehrerwechsel erspart.

Bürgermeister Arne Zwick legte den Ortschaftsräten eine schnelle Entscheidung nahe, da die Unruhe bei den Eltern groß und verständlich sei. Damit solle eine stabile Struktur im Bereich der Grund- und Hauptschulen erreicht werden.

Zunächst betonte Zwick, er wolle den Ortschaftsräten die Gründe für die angehende Schulschließung näher bringen. „Damit sie verstehen, warum es sich so entwickelt hat, auch wenn sie es nicht gut finden können.“ Er präsentierte den Räten die Entwicklung der Schülerzahlen im Jahr 2013/14. Mit einer Übergangsquote von 22 Prozent gerechnet werden dann 106 Kinder die Hauptschule in Meßkirch besuchen. Derzeit besuchen 167 Kinder die Hauptschule. Der Zielwert von 180 Schülern sinke kontinuierlich und die Gefahr bestehe, in eine einzügige Hauptschule zu rutschen. „Der Blick in die Nachbarschaft lohnt sich“, fuhr Zwick fort. Demnach besuchen im Jahr 2013/14 64 Schüler die Hauptschule in Wald und 65 Schüler die Hauptschule in Sauldorf. 90 Kinder besuchen derzeit die Nachbarschaftsgrundschule in Rengetsweiler. Davon stammen zwei Drittel aus der Gemeinde Wald. Den Beschluss der Gemeinde Wald, die Hauptschule zu schließen und eine Grundschule einzurichten, bezeichnete Zwick als legitim, da „es überlebenswichtig für eine Gemeinde ist, eine Schule zu haben.“ Die Signale aus dem 

Täle seien dahingehend, dass sich die Eltern vorstellen können, die Kinder in die Grundschule nach Wald zu schicken. Mit den 30 zusätzlichen Kindern aus dem Täle kann  die Gemeinde Wald eine stabile zweizügige Grundschule einrichten. Dafür werden die Hauptschüler aus dem Wilder Schulbezirk die Meßkircher Hauptschule besuchen. Zwick bezeichnete die Grundschule Rengetsweiler als ein „Opfer der Umstände“.

In der anschließenden Diskussion warf Christian Fecht der Stadt Meßkirch ein sehr geringes Bemühen zum Erhalt der Grundschule in Rengetsweiler vor. Es sei klar gewesen, dass die Kündigung des Hauptschulvertrages Auswirkungen habe. Innerhalb von fünf Jahren werde nun die zweite Schule im Täle geschlossen. Daraufhin antwortete Arne Zwick, dass eine Kettenreaktion klar war und der Dominoeffekt ein strukturpolitischer Schlag sei. „Es ist chancenlos. Wir sind Opfer der demographischen Entwicklung.“

„Sind wir das Bauernopfer?“ fragte auch Siegbert Arzt. Die Rengetsweiler Ortsvorsteherin Ulrike Böhler ergriff das Wort: „Ich bin eingesetzt zum Wohle der Bürger. Eine Schulschließung kann nicht zum Wohle der Bürger sein.“ Sie forderte in der anstehenden Stadtratssitzung am 14. Oktober die Bestätigung einer Dauerlösung und dass die Wünsche der Eltern berücksichtigt werden. Sie sei enttäuscht vom Kinderland Baden-Württemberg, das Kinder nur als Stückzahl sähe.

„Was wird aus dem Gebäude?“, wollte Thomas Liehner wissen. Man könne keine Diskussion über das Gebäude führen, bevor die Schließung beschlossen ist, erwiderte der Bürgermeister. Dafür werde man sich mit dem Ortschaftsrat zusammensetzen.

Karl-Heinz Droxner kreidete den schleppenden Informationsfluss von Seiten der Stadt zu den Ortschaftsräten an. Zwick versicherte, dieser solle verbessert werden. Der Elternbeirat solle in die Vorarbeit eingebunden werden und Übergangselternabende sollen die Eltern informieren und den Kontakt halten.

Wichtig sei dem Walder Kollegen Werner Müller auch, dass die Grundschule in Wald gut funktioniere und alle mit eingebunden werden, bestätigte der Meßkircher Bürgermeister den Ortschaftsräten.


 
 

Sandra Häusler, Südkurier Meßkirch, 08.10.2008

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