> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 23. Dezember 2008
 

Bescherung für Hasen und Rehe

90 Schüler der Grundschule Rengetsweiler feiern mit Lehrern Waldweihnacht

Rengetsweiler - Den letzten Schultag vor den Weihnachtsferien feierte die Grundschule Rengetsweiler mit einer schneereichen Waldweihnacht. Es war noch nicht so richtig Tag, als 90 winterfest verpackte Schüler in der ersten Schulstunde mit ihren Lehrern hinausstiefelten in eine von Frau Holle märchenhaft verzuckerte Flur. Der lange Kinderzug in Richtung Gemeindewald ergoss sich wie auf einem unter Eis und Schnee liegenden Strom.

Über den vor sich hin plappernden Kindern schwebte ein Wolkenmeer aus unbeweglicher Stille, das sich nach einigen tausend Kinderschritten an den Spitzen des Fichtenwalds am Herdtweg wie von Geisterhand auflöste. Unauffällig zwischen den Kindern gingen die Rektorin Regina Marten, die Klassenlehrer Winfried Blum, Monika Geiselmann, Brigitte Spieß, der Schulpfarrer Josef Maurer und drei Religionslehrerinnen. Ein Viertelstündchen später wurde angehalten zu einem ersten Singen mit Gebeten zum „Wohin gehen wir“.

Dann ging es hinein in den Wald zur weihnachtlichen Schulstunde mit dem Fach „Wie feiern die Tiere Weihnachten“. In diesen Morgenstunden zeigte sich, was in den Kinderköpfen so alles für diesen Tag drinsteckte an auswendig Gelerntem. Makellos vorgetragene Rollenspiele des Wunschkonzerts der Waldtiere gingen in der Waldlichtung freudig reihum. Einer unter ihnen, der Viertklässler Johannes, spielte auf der Trompete, die Welt schien still zu stehn.

Hinter den Sechs- bis Zehnjährigen und ihrer Begleitung beugten sich weißgepuderte Fichtenäste, so als wären sie das Dach einer Krippe mit dem Jesuskindlein drin. Für den Pfarrer Grund zum Nachfragen: „Wann 

In einer Lichtung des Gemeindewalds machten 90 Schüler der Grundschule Rengtsweiler zusammen mit ihren Lehrern den Waldtieren eine Weihnachtsbescherung.
Bild: Hahn

riecht es nach Liebe“? „Wenn wir den Wald schmücken!“ Mit was? Da zogen die Schüler Leckerbissen für die Tiere aus ihren Anoraks und Rucksäcken, liefen unbekümmert auseinanderstiebend in den Wald, tauchten ein in ein verschneites Gebüsch zum Verstecken von Wildfutter, von der gelben Rübe bis zum Apfel, von Nüssen bis zum Meisenring. Rotbäckige Äpfel wurden an dürren Ästen aufgespießt, geschmückt als Futterstelle für Rehe.

Nach einigem Rufen der Lehrer in den Wald hinein trollten sich die Kinder in die Lichtung zurück, die jetzt zur Weihnachtskirche wurde. Auf dem Heimweg hatten die Kinder keine Zeit zurückzuschauen, ob ihre Bescherung zur Waldweihnachtszeit bei Fuchs und Has, Rehen und Vögeln angekommen ist. Es war Zeit Weihnachten daheim zu feiern, dahin wird sie gleich der bestellte Schulbusfahrer bringen.


 
 

Falko Hahn, Südkurier Meßkirch, 23.12.2008

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