> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 18. Oktober 2008
 

Die Zukunft ist noch ungewiss

Nach Stadtratsbeschluss zur Schulschließung in Rengetsweiler: Wie geht mit Gebäuden weiter?

Der Stadtrat Meßkirch stimmte in seiner jüngsten Sitzung für die Schließung der Grundschule in Rengetsweiler. Die Frage, die sich jetzt stellt, lautet: Was passiert mit den beiden Schulgebäuden?

Meßkirch-Rengetsweiler – Solange bis durch das Regierungspräsidium Tübingen nicht der endgültige Beschluss über die Schulschließung vorliegt, sollte man die Diskussion über die Folgenutzung nicht eröffnen, sagen die Rengetsweiler Ortsvorsteherin Ulrike Böhler und Schulleiterin Regina Marten.

Für die Zeit danach könne sie sich aber vorstellen, dass das gelbe Schulhaus zu einem Vereinshaus umgewandelt wird, sagt Ulrike Böhler. Das Geld für eine dazu notwendige Sanierung müsste allerdings von der Stadt kommen, sagt sie. Der Musikverein, der erst kürzlich neue Uniformen gekauft hat, könne eine Sanierung des Gebäudes sicher nicht bezahlen. Gleiches gelte für die Feuerwehr. Falls eines der beiden Gebäude verkauft wird, sollte der Erlös ebenfalls der Dorfgemeinschaft zugute kommen.

Stadträtin Martina Goldau (SPD/DAL/UBL) hatte in der jüngsten Gemeinderatssitzung über die Rengetsweiler Sorge berichtet, dass mit der Schulschließung auch die Kooperation mit dem Musikverein enden wird und dem Verein so der Nachwuchs verloren geht. „Da wird befürchtet, dass es nach dem Schul- auch ein Vereinssterben geben wird.“

Für Siegbert Blum vom Musikverein Rengetsweiler gilt es indes, aus den kommenden Veränderungen im Ort das Beste zu machen. Um das dörfliche Leben aufrecht zu erhalten, müssten vor allem die Vereine im Ort unterstützt werden. Das Schulgebäude 

Schulleiterin Regina Marten (links) und Ortsvorsteherin Ulrike Böhler sagen, dass den Rengetsweilern der Schock über die Schließung ihres Schulhauses noch tief in den Knochen steckt.
Bild: Moser

sollte daher allen Vereinen des Orts dienen, sagt Blum. Leider sei es aber so, dass das dörfliche Leben immer weniger unterstützt wird. Sei es, dass Gewerbegebiete ausgedünnt werden oder kleine Schulen geschlossen werden, die sehr gut funktionierten, kritisiert er.

Über die weitere Nutzung der Gebäude gab es indes schon früher mehrere Überlegungen: Etwa die im Ortschaftsrat entstandene Idee einer „Zwergenschule“ mit den Rengetsweiler Kindern, die nach der Entscheidung für eine Grundschule in Wald hinfällig geworden war oder den Plan, die Förderschule aus Meßkirch nach Rengetsweiler zu verlegen. Für die Rengetsweiler Stadträtin Maria Theresia Sessler (FWV) gilt es jetzt zunächst jedoch, die Sache mit dem Bürgermeister und dem Ortschaftsrat zu regeln. Um keine falschen Hoffnungen zu schüren, sagt sie, sei es verfrüht, mit Plänen an die Öffentlichkeit zu treten. Der Stachel über die beschlossene Schulschließung sitzt bei vielen Dorfbewohnern tief, sagt Ortsvorsteherin Böhler und setzt hinzu: „Ich hoffe, dass die Rechnung aufgeht und, dass unser Opfer nicht umsonst war.“


 
 

Gregor Moser, Südkurier Meßkirch, 18.10.2008

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