> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 26. Juni 2008
 

Rat will die Grundschule als Sicherheit

Viele Zuhörer bei öffentlicher Gemeinderatssitzung im Feuerwehrhaus Wald

Wald - Das "hoch emotionale" Thema, wie Bürgermeister Werner Müller zu Beginn der Debatte erklärte, hatte mehr als 100 Eltern in das Feuerwehrhaus gelockt. Er präsentierte dem Gemeinderat nochmals die statistisch ermittelten Schülerzahlen für die nächsten fünf Jahre, die für die Gemeinde Wald eine Verringerung von derzeit 138 auf 64 prognostizieren. (Der SÜDKURIER berichtete). Der Wegfall der "Täle-Kinder" sowie der mögliche Abzug der Aach-Linzer Hauptschüler reduziert diese Zahl nochmals deutlich und selbst mit den Schülern aus Sauldorf hätte die Hauptschule im Schuljahr 2013/2014 nur noch 91, so die Prognose. Somit würde selbst beim einzügig geführten Schulbetrieb der geforderte Klassenteiler von 16 nicht erreicht. Und die Vorgaben des Kultusministeriums bezüglich den künftigen Anforderungen an die Hauptschulen könnten nicht erfüllt werden. "Um langfristig den Schulstandort Wald zu sichern, plädiert das Kultusministerium für die Errichtung einer Grundschule in Wald", hatte Müller in seiner Vorlage formuliert und auch das Schulamt befürworte eine starke, zweizügig geführte Hauptschule in Meßkirch, die künftig von den Walder Schülern besucht werden sollte. Neben diesem "Angebot" könnten mit Sauldorf oder Krauchenwies eine Hauptschule mit zwei Standorten geführt werden, nannte er weitere Optionen. "Ohne Zustimmung des Kultusministeriums geht gar nichts", wies Müller auf die Entscheidungskompetenz bei schulorganisatorischen Veränderungen hin. Er monierte, dass es keine klaren Vorgaben seitens des Ministeriums gebe. Der Rathauschef präsentierte einen Beschlussvorschlag, der die sukzessive Errichtung einer Grundschule, die Fortführung der Kooperation mit Sauldorf und die Kündigung der Verträge über den Betrieb von Nachbarschaftsschulen vorsieht.

Ab 2009/2010 sollen erstmals Erstklässler in das Schulgebäude einziehen, denen dann jedes Jahr neue Klassen folgen. Dadurch müssen bestehende Klassenverbände in den Grundschulen Aach-Linz und Rengetsweiler nicht aufgelöst werden.

Thomas Seiler befürwortete die Errichtung einer Grundschule in Wald und auch Jürgen 

Viele Zuhörer verfolgten im Feuerwehrhaus die Entscheidung des Gemeinderates über die Zukunft des Schulstandortes. Im Anschluss wurde noch lange in Gruppen diskutiert und viele fuhren mit einem mulmigen Gefühl heim. 
Bild: Volk 

Krall ist es wichtig, dass eine Schule in Wald erhalten bleibt. "Grundschule ja, die Hauptschule so lange wie möglich", formulierte Franz Bosch und Siegfried Benkler wies auf die erfolgreiche Schulkooperation zwischen Wald und Sauldorf hin. Frank Halmer plädierte dafür, eine Grundschule "als Sicherheit aufzubauen" und die Hauptschule so lange laufen zu lassen, "bis vom Schulamt das K.o. kommt". Was die Übergangsquote von der Grundschule angehe, könne eine Hauptschule mit attraktiven Angeboten diese Quote erhöhen, erklärte Markus Halmer. Tatsächlich besucht in Wald fast jeder dritte Grundschüler die NHS/WRS, während der baden-württembergische Durchschnitt bei 22 Prozent liegt. "Dann bekommt die Grundschule Rengetsweiler ein Problem", hätte Petra Dippel für kleine Kinder lieber eine Lösung, die kurze Wege beinhaltet.

Letztlich billigte das Gremium einstimmig den Beschlussvorschlag, womit "man sich etwas Luft verschafft hat", wie Müller erklärte.

Zu Sitzungsbeginn hatte Bürgermeister Müller informiert, dass der Gemeinderat der Bestellung von Wilfried Marksteiner zum neuen Rektor der NHS/WS zustimmte.

Kommentar "Warten auf den Uka"


 
 

Siegfried Volk, Südkurier Pfullendorf, 26.06.2008

nach oben