> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 14. Juni 2008
 

Warten auf Walder Entscheidung

Förderverein bangt um Grundschule Rengetsweiler - Gemeinderat Wald tagt am 24. Juni

Der Förderverein Nachbarschaftsgrundschule Rengetsweiler ist besorgt, ob die Grundschule Zukunft hat. Sollte der Walder Gemeinderat der Kündigung des Kooperationsvertrags mit Meßkirch zustimmen, entfiele auch die Rechtsgrundlage für die kleine Grundschule, erklärte die Vorsitzende Sabine Sellin bei einer Versammlung des Fördervereins im "Adler" in Leitishofen.

Rengetsweiler - Es lag wahrscheinlich am gleichzeitig stattfindenden EM-Spiel, dass nur eine Handvoll Eltern der Einladung zur Versammlung gefolgt war. Dabei repräsentiert der Förderverein mit einer Organisationsquote von fast 50 Prozent die Hälfte der Eltern der Rengetsweiler Grundschulkinder. Im Grunde genommen geht es den Fördervereinseltern genauso wie allen anderen Eltern, die von der neuen Entwicklung auf dem Hauptschulsektor betroffen sind. Martin Messmer, der stellvertretenden Vorsitzende des Elternbeirats, brachte es auf den Punkt: "Die Eltern wollen verbindliche Details, Zahlen, Daten, Fakten wissen." Man fühle sich bei den offiziellen Ansprechpartnern "nicht aufgehoben". Die Rektorin Regina Marten formulierte: "Die Eltern wollen schon jetzt konkrete Fakten haben, die offenbar noch gar nicht feststehen."

Vor den Folgen dieses Problems kapitulierte an diesem Abend auch der Förderverein. Am 24. Juni soll im Walder Gemeinderat die Entscheidung fallen, ob die Gemeinde dem Meßkircher Ansinnen folgt und den Kooperationsvertrag kündigt. Sollten die Walder dem Beispiel der Nachbarstadt nicht folgen, bliebe zunächst alles beim Alten.

Wieso sind die Grundschuleltern betroffen, wo es doch vordergründig um die Hauptschüler geht? Dazu erklärte Sabine Sellin: "Der Kooperationsvertrag sieht vor, dass Hauptschüler aus einigen Meßkircher Stadtteilen die Hauptschule in Wald besuchen. Gleichzeitig kommen die Kinder aus Walder Ortsteilen zur Grundschule in den Meßkircher Stadtteil Rengetsweiler." Wenn nun dieser Kooperationsvertrag gekündigt wird, entfällt auch die Rechtsgrundlage für die Walder Kinder, die Grundschule in Rengetsweiler zu besuchen. Sellin: "Wenn die Walder Hauptschule aufgelöst wird, weil

Sabine Sellien und Rainer Marten führen den Förderverein für die Grundschule in Rengetsweiler.
Bild: Steinmüller 

die Meßkircher Hauptschüler nicht mehr kommen, will Wald in dem Gebäude eine eigene Grundschule einrichten." Bislang werden die Walder Grundschüler zum kleineren Teil in Rengetsweiler, zum größeren Teil im Pfullendorfer Stadtteil Aach-Linz unterrichtet.

Der Förderverein kann seine Planung für das kommende Schuljahr aber erst konkretisieren, wenn feststeht, ob es die Grundschule vom Schuljahr 2009/2010 noch gibt. Sabine Sellin: "Wenn die Schule kurz vor der Auflösung steht, finden sich wohl kaum noch Eltern bereit, für unsere Aktionen Zeit und auch Geld zu opfern." Deswegen wird sich der Förderverein noch einmal zu einer Arbeitssitzung in der ersten Juliwoche treffen. Sollte die Auflösung der Grundschule im Raum stehen, dürfte es, so wurde in der Diskussion deutlich, dann auch um die Beteiligung an möglichen Protestaktionen des Elternbeirates gehen.

Die Rektorin warnt aber davor, das Protestpotenzial unter den Eltern überzubewerten. Regina Marten: "Das Elternlager ist zwei geteilt." Für die Grundschüler aus den Walder Ortsteilen bliebe es dabei, dass sie mit dem Bus zur Schule gebracht werden. Ob das nun in Rengetsweiler oder in Wald sei, spiele für diese Eltern keine große Rolle. Lediglich für die Rengetsweiler Schüler käme dann die Busfahrt dazu. Für die Schüler aus den Tälegemeinden bliebe es zwar bei der Busfahrt. Aber, und darin war sich die Versammlung einig, an der großen Grundschule in Meßkirch fehle der in Rengetsweiler von vielen geschätzte "Kuschelfaktor".


 
 

HERMANN-PETER STEINMüLLER, Südkurier Meßkirch, 14.06.2008

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