> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 11. Oktober 2008
 

Es war ein aussichtloser Kampf

Leserbrief über die vom Gemeinderat Wald beschlossene Schließung der Hauptschule mit Werkrealschule Wald

Sagte vor kurzem ein Bekannter zu mir: „Die Walder Eltern sind doch selber Schuld. Hätten sie mehr Kinder gemacht, müsste die Schule nicht geschlossen werden.“ Im Prinzip richtig, doch was soll der Blödsinn? Familien haben keine 4 oder 5 Kinder mehr, die dann auch noch zum Großteil die Hauptschule besuchen. Die Zeiten haben sich geändert. Familien haben im Schnitt nur noch 1 bis 2 Kinder und die Bevölkerung in Deutschland schrumpft weiter. Genauso ist es ein Blödsinn, wenn der Verwaltung und dem Gemeinderat vorgeworfen wird, sie hätte nicht genug für die Hauptschule gekämpft.

Dass dem nicht so ist, kann ich sehr gut beurteilen. Schließlich bin ich der Ehegatte einer Walder Gemeinderätin und habe miterlebt, wie verzweifelt nach eine tragfähigen Lösung gerungen wurde, bei der sehr wohl die Kinder im Vordergrund standen. Schließlich und endlich sollte man sich mit den tatsächlichen Fakten auseinander setzen und die sind nun mal: Es gibt zu wenige Schüler für einen Fortbestand der Walder Hauptschule. Das Schulamt hat Pläne für eine Schulreform entwickelt, die mit oder ohne Zustimmung der Walder Verwaltung oder Gemeinderäte verwirklicht werden. Sie brauchten nur noch ein paar Dumme, die das Ganze abzunicken hatten.

Sie kennen noch die Geschichte von Don Quijote und den Windmühlen, dem traurigen Ritter mit seinem aussichtslosen Kampf? Genau so erging es den Gemeinden Wald, Pfullendorf , Meßkirch und Sauldorf. Dass dann, wenn der Kampf verloren ist, die Besserwisser ihre Stimme erheben, ist normal.

Auch der Vorwurf, man hätte auf breiter Basis diskutieren müssen, ist nicht gerechtfertigt. Haben die Bürger so wenig Vertrauen in ihre Gemeinderäte, die sie selbst gewählt haben? Keiner konnte mir einen Vorschlag unterbreiten, der das Problem für alle Beteiligten zufriedenstellend gelöst hätte.

Ich habe drei Kinder auf unterschiedlichen Schulen und weiß, wie schnell sich Kindern an Veränderungen gewöhnen. Die Eltern haben da mehr Probleme. Ganz so schlecht kam Wald bei der ganzen Aktion dann ja auch nicht weg. Ist eine Grundschule denn gar nichts wert? Wie sagte Bürgermeister Werner Müller bei einer Infoveranstaltung: Jede Veränderung bietet eine neue Chance. Man muss sie dann halt nutzen.

Fidelis Krall,
Wald


 
 

Südkurier Pfullendorf, 11.10.2008