> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 15. Oktober 2008
 

Kirchturmdenken

Leserbrief zur bevorstehenden Schulschließung der Nachbarschaftsgrundschule in Rengetsweiler

Auslöser der Kettenreaktion war der unnötige Stadtratsbeschluss Anfang des Jahres, den Hauptschulvertrag mit Wald zu kündigen. Damit wurde bewusst in Kauf genommen, dass damit auch die Grundschule in Rengetsweiler geschlossen werden muss, weil Wald seinerseits dann auch nicht mehr ihre Grundschüler nach Rengetsweiler schickt. Die Diskussion über das künftige Schulsystem, also auch Fortbestand der Hauptschulen und auf welche Art, ist im Bund und Land noch nicht abgeschlossen und darum ist der übereilte Rundumschlag vom Geniewinkel unverständlich, zumal die Eltern übergangen wurden. Ein Lob für Frau Sessler und die Ringgenbacher Stadträte, die die List des Bürgermeisters erkannt und ein einstimmiges Votum verhindert haben,  während die übrigen Stadträte schadenfroh zustimmten. Es macht also keinen Sinn, Wählerstimmen auf andere Wahlbezirke zu verteilen, da jeder Stadtrat nur den eigenen Kirchturm sieht. Die Schließung von Schulen bedeutet auch, dass diese Orte für junge Familien unattraktiv werden und langsam vergreisen. Es wird also noch weniger Kinder geben. Dann wird wieder ein Vollstrecker kommen und mit unschuldiger Miene die Schließung des Kindergartens verkünden. Der Ortschaftsrat wird, falls es ihn noch gibt, wieder wie bei der jüngsten Sitzung gehorsam zur Zustimmung die Hand erheben.

Heinrich Vochazer,
Rengetsweiler


 
 

Südkurier Meßkirch, 15.10.2008