> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 13. März 2008
 

Betreuung für Kinder wird ausgebaut

Gebührenerhöhung für städtische Kindergärten vom Gemeinderat beschlossen

Zehn neue Krippenplätze will die Stadt Meßkirch ab Mitte 2009 anbieten. Dazu wird der städtische Kindergarten "Kunterbunt" einen Anbau erhalten, der rund 445000 Euro kosten wird. Ermöglichen will die Stadtverwaltung auch eine Betreuung von Kindern während den Ferienzeiten. Mehrheitlich beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend höhere Kindergarten-Gebühren.

Meßkirch - Energisch gegen ein Anheben der Kindergarten-Gebühren hatte sich vor allem Rüdiger Hillenbrand, Fraktionssprecher von SPD und Bürgerliste, ausgesprochen. Doch mit einer Mehrheit von 12 zu 5 Stimmen genehmigte der Gemeinderat am Dienstagabend in seiner Sitzung in der Rohrdorfer Benzenburghalle die leichte Erhöhung der Gebühren. Mit einem solchen Vorstoß war die Verwaltung im vergangenen Jahr noch an einer Mehrheit im Gemeinderat gescheitert. Hauptargument von Hillenbrand wie von seinem Fraktionskollegen Günter Schäuble (Bürgerliste) war, dass die Familien finanziell zurzeit schon genug belastet seien. Bürgermeister Arne Zwick hielt dem entgegen, dass das Sozialamt den Kindergarten-Beitrag bei finanziellen Notlagen sehr wohl zahlen würde.

Durch die nun beschlossene Erhöhung, die zum 1. September dieses Jahres in Kraft tritt, kann die Stadt mit Mehreinnahmen in Höhe von insgesamt rund 3960 Euro rechnen. Durch den Beschluss des Gemeinderats sind die Gebühren für die kommunalen wie für die kirchlichen Kindergärten nun gleich hoch. Je nach Angebot - siehe Kasten - wurden die Gebühren für die städtischen Kindergärten zwischen zwei und bis zu acht Euro im Monat angehoben.

Jährlich werden im städtischen Haushalt rund 905000 Euro an nicht durch Einnahmen gedeckte Ausgaben für Kindergärten in der Stadt ausgewiesen. Rund 560000 Euro sind es für den Betrieb der städtischen Kindergärten und auf rund 345000 Euro beläuft sich der Anteil, den die Stadt am Verlust durch den Betrieb der katholischen Kindergärten mitträgt.

Für den Kindergarten-Anbau, den der Kindergarten "Kunterbunt" erhalten soll, hofft die Stadt auf einen Zuschuss in Höhe von 120000 Euro vom Land Baden-Württemberg über ein neues Förderprogramm. 

Im Zuge der Bauarbeiten für den Anbau soll es auch Umbauten im Kindergarten "Kunterbunt" geben, damit die Erzieherinnen besser den zunehmenden Anforderungen gerecht werden können. So soll beispielsweise der Essbereich anders gestaltet werden. Die Kosten für den Umbau bezifferte Architekt Kai Kniesel vor dem Gemeinderat mit rund 22000 Euro. Mit 13:4 Stimmen sprach sich der Gemeinderat deutlich für den in der Sitzung vorgestellten zweigeschossigen, quaderförmigen Anbau aus. Die präsentierte eingeschossige Lösung hätte nur rund 387000 Euro gekostet. Allerdings wurde in der Sitzung auch deutlich, dass der zweigeschossige Neubau in der Zukunft die Möglichkeit bietet, die bisher im Schloss-Kindergarten betreuten Kinder aufzunehmen, wenn die Zahl der Kinder weiter zurückgeht. Was die künftige Entwicklung anlangt, geht Hauptamtsleiter Wolfgang Erb davon aus, dass es aufgrund des Rückgangs der Kinderzahlen im Kindergarten Sterntaler in Rengetsweiler nur noch eine statt anderthalb Gruppen und es auch im katholischen Kindergarten St.Christophorus zu einer Reduzierung kommen müsse.

Für Bürgermeister Arne Zwick ist eine umfassende Kinderbetreuung auch wichtig, um die Bevölkerungszahlen stabil zu halten.

Neue Gebühren:

Ab 1. September werden für die städtischen Kindergärten folgende monatliche Gebühren erhoben:

Für den Besuch der Regelgruppe sind 73 Euro (bisher 69 Euro), für das zweite Kind sind hier 39 Euro (37) zu bezahlen.

Für verlängerte Öffnungszeiten mit Mittagessen sind 123 Euro (119), für das zweite Kind 89 (87) zu bezahlen.

Für die Ganztagesbetreuung mit Mittagessen sind 196 Euro (188), für das zweite Kind 128 Euro (124) zu bezahlen.

Für die Betreuung unter Dreijähriger sind 95 Euro (89), für das zweite Kind 51 Euro (48) fällig.

Das Verzehr-/Teegeld beträgt zwei Euro im Monat.


 
 

MANFRED DIETERLE-JÖCHLE, Südkurier Meßkirch, 13.03.2008

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