> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 27. September 2008
 

Rat besiegelt Ende der Hauptschule

In Wald soll eine Grundschule entstehen - 
Kinder aus den Täle-Gemeinden werden in Zukunft der Walder Grundschule zugeordnet.

Die Hauptschule in Wald soll zum nächsten Schuljahr aufgelöst werden. Zur Bedingung dafür machten die Gemeinderäte, dass es dann aber eine Grundschule im Ort geben wird. Dafür gibt es seitens des Kultusministeriums eine mündliche Zusage, sagte Bürgermeister Werner Müller in der Gemeinderatssitzung am Dienstag.

Wald – Im Juni hatte der Rat noch beschlossen, die Haupt- und Werkrealschule nicht aufzulösen und beim Kultusministerium die Einrichtung einer Grundschule beantragt. Eine Grundschule werde das Ministerium aber nur genehmigen, wenn die Situation der Hauptschulen in der Raumschaft gelöst sei, stellte Müller fest.

Nachdem ab dem kommenden Schuljahr keine Meßkircher und Pfullendorfer Schüler mehr in die Hauptschule kommen und die Walder Übergangsquote bestenfalls bei sechs Schülern liegt, würden dort jedoch Klassen mit weniger als zehn Schülern entstehen. "Damit ist keine Schule genehmigungsfähig." Im Gegenzug warb Müller dafür, dass durch die Schließung der Haupt- eine Grundschule im Ort gesichert werden könne. Es gebe die Absprache mit dem Meßkircher Bürgermeister Arne Zwick, dass die Kinder aus den Täle-Gemeinden in Zukunft der Walder Grundschule zugeordnet würden. Diese würde dann bei relativ kleinen Klassen durchgehend zweizügig sein. Dadurch könne ein attraktives Angebot an die Eltern gemacht werden. Die Räume im Untergeschoss der Hauptschule sollten nach der Schließung an die Heimschule Kloster Wald vermietet werden. Müller betonte, dass dies seiner Sicht nach die einzige zukunftsfähige Lösung sei. Die Gemeinderäte stimmten der Beschlussvorlage in geheimer Abstimmung mit zwei Gegenstimmen zu. Zugestimmt wurde auch der Einrichtung eines Hauptschulbezirkes, in dem die Schüler Meßkirch zugeordnet werden. Falls Eltern ihre Kinder stattdessen nach Pfullendorf in

Die Eltern der Walder Hauptschüler glaubten noch bis vor wenigen Tagen, dass es die Schule im nächsten Jahr noch gibt. CDU-Gemeinderat Jürgen Krall spricht von einem "radikalen Schnitt".
Bild: Hahn

die Hauptschule schicken wollen, könnten sie Ausnahmeregelungen bekommen, sagte der Bürgermeister.

In der Diskussion hatte Gemeinderat Thomas Seiler (FWV) kritisiert, dass es nichts Schriftliches aus dem Ministerium gibt und argumentierte, dass es den Eltern überlassen bleiben sollte, an welche Schule sie ihr Kind schickten. Bürgermeister Müller wies darauf hin, dass das Kultusministerium nicht schriftliches herausgibt, die beabsichtigte Schließung kleiner Hauptschulen politisch aber unstrittig sei. Franz Bosch (CDU) argumentierte, dass es nicht gut sei, die Schüler aus den Gemeindeteilen auseinander zu reißen und sprach sich dafür aus, die Schüler geschlossen in eine Richtung zu schicken. Müller sagte, dass das auch der Wunsch der Eltern sei. Siegfried Keller (CDU) erkundigte sich darauf hin, ob gesichert sei, dass Wald durch die Übernahme seiner Schüler in Meßkirch oder Pfullendorf keine Kosten entstehen. Müller wies darauf hin, dass dies Teil des Gemeinderatsbeschlusses ist. Jürgen Krall (CDU) sprach anhand der Beschlussvorschläge von einem "radikalen Schnitt". Bis vor wenigen Tagen habe er Eltern noch zugesagt, dass versucht werde, die Schule zwei bis drei Jahre offen zu halten.


 
 

Gregor Moser, Südkurier Pfullendorf, 27.09.2008

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