> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 02. Mai 2008
 

Müller: "Mit den Fakten abfinden"

Wald droht die Schließung der Hauptschule - Verwaltung will Standort Grundschule stärken

Die drohende Schließung der Nachbarschaftshauptschule mit Werkrealschule Wald bewegte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Gemüter. 20 Bürger waren erschienen, denen das Thema "auf den Nägeln brennt".

Wald - "Wir müssen uns mit drei gegebenen Fakten auseinandersetzen", sagte Bürgermeister Werner Müller, als er den Tagesordnungspunkt eröffnete. Punkt eins seien die rasant sinkenden Schülerzahlen. Man rechne mit einem Drittel weniger Schüler als in den vergangenen Jahren. "Die Übergangsquote befindet sich im freien Fall"; so Müller weiter. Verblieben vor wenigen Jahren noch rund 50 Prozent der Schüler an der Hauptschule, seien es mittlerweile noch 32 Prozent. Diese Zahl werde sich, laut statistischem Landesamt, in nächster Zeit auf 20 Prozent sinken. Entscheidend jedoch sei, dass das Land beschlossen habe, Maßnahmen zur Stärkung der Hauptschulen in die Wege zu leiten. Die Bestrebungen gingen dahin, große Hauptschulen zu schaffen, mit Schülerzahlen nicht unter 180.

2007 habe man in Wald noch versucht, durch eine Kooperation mit der Auentalschule Sauldorf die Hauptschule im ländlichen Raum zu halten. Was auch sehr gut angelaufen sei, so Müller. "So lange die Schulleitungen diesen Vertag für sinnvoll erachten, werden wir in weiterlaufen lassen, um den Kindern das bestmögliche Rüstzeug mitgeben zu können", bekräftigte er. Die vom Land geforderte Schülerzahl von 180 erreiche man nicht. Vielmehr habe man errechnet, dass bis zum Jahr 2013, noch etwa 125 Hauptschüler an beiden Schulen in Wald und Sauldorf seien.

Dazu kommt, dass der Gemeinderat Meßkirch am Dienstagabend einen Vertrag mit der Gemeinde Wald gekündigt hat. Künftig werden die Meßkircher ihre Hauptschüler aus den Tälegemeinden, die bisher die Schule in Wald besuchen, "in die Stadt ziehen um ihre Hauptschule zu stärken", so Müller. Sein Fazit: "Wir werden eine nicht mehr lebensfähige Hauptschule in Wald haben, die auf absehbare Zeit auslaufen wird". Da 

Rund 20 Bürger verfolgten die Diskussion um die Nachbarschafthaupt- und Werkrealschule in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.
Bild: Beicht 

könne man auch nichts durch die rosarote  Brille sehen: "Die Hauptschule ist nicht zu halten". Überlegungen will man jetzt anstellen, wie die Grundschule zu stärken ist. "Es bleibt uns nur, die Grundschüler aus Rengetsweiler und Aach-Linz nach Wald zu ziehen".

Eine Übergangszeit

In Rengetsweiler werde es also keine Grundschule mehr geben. "Die Stadt Pfullendorf stellt jedoch derzeit spezielle Überlegungen an, die Grundschule in Aach-Linz zu halten", teilte Müller weiter mit. Der zeitliche Ablauf werde sich nun folgendermaßen gestalten, so Müller weiter. Die Stadt Meßkirch muss bis 30. Juni den Schulvertrag mit Wald kündigen, die Frist beträgt ein Jahr. "Es werden also ab dem Schuljahr 2009/10 keine Kinder aus dem Täle mehr nach Wald kommen". Die Schule in Rengetsweiler werde jedoch nicht sofort geschlossen. "Eine Übergangszeit von drei bis fünf Jahren ist aus heutiger Sicht realistisch", meinte Müller.

In einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung der Gemeinderäte aus Meßkirch, Leibertingen, Sauldorf und Wald, am Donnerstag, 8. Mai, um 20 Uhr im Festsaal von Schloss Meßkirch, wird dieses Thema noch einmal gemeinsam diskutiert.


 
 

GUDRUN BEICHT, Südkurier Pfullendorf, 02.05.2008

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