> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 30. August 2008
 

Werden die Narren Hallen-Eigentümer?

Bürgermeister Arne Zwick will Vereine in die Pflicht nehmen 

Einer der kleinsten Teilgemeinden von Meßkirch, Dietershofen, galt der Besuch von Bürgermeister Arne Zwick und Ordnungsleiter Matthias Henle. Sie wollten bei der Ortsbegehung wissen, was den Dorfbewohnern unter den Nägeln brennt.

Dietershofen - Ortsvorsteher Karl Droxner, der neben den Ortschaftsräten Bürgermeister Arne Zwick und Ordnungsleiter Matthias Henle sowie die Vertreterin der Dietershofener Vereine, Christina Krall, im fast neue hergerichteten Bürgerhaus begrüßte, fand für diesen Besuch eingangs lobende Worte. Im kleinen Kreis könne so manches leichter behandelt werden, hob der Ortsvorsteher hervor und ging sogleich auf das Thema Bürgerhaus ein. "Unterstützung haben wir bisweilen von Seiten der Stadt bekommen. So war es möglich, dass mit viel Eigenleistung einiges gerichtet werden konnte", so Droxner. Wovon sich der Bürgermeister lobend überzeugen konnte. Dringlich sei noch der Westgiebel des Gebäudes, der trotzt einer schon vor Jahren aufgebrachten Isolierung Feuchtigkeit aufweise.

Beim anschließenden Rundgang konnten sich die Rathausspitze davon überzeugen, dass im Amtszimmer der Putz abblättert und erhebliche Maurerrisse entstanden sind. Auch die WC-Anlage im Gebäude muss erneuert werden. Der Ortsvorsteher bedauerte, dass vor Jahren die Schule geschlossen wurde. Man habe sich damit abfinden müssen, wie er sagte, doch hätte die Dorfgemeinschaft daraus einen Neuanfang gemacht: Und das sei der Umbau des Schulgebäudes zu einem Bürgerhaus für alle gewesen. "Der Restaurierung des Gebäudes sehen wir in Dietershofener mit Unterstützung der Stadt sehr positiv entgegen", so Droxner.

"Auch das Kanalwesen und der Straßenbau bekam nach vielen Jahren endlich seinen Abschluss. Obwohl wir zum Teil 30 Jahre hinter den anderen Teilorten berücksichtigt wurden, ist es uns jetzt möglich, dass auch in Dietershofen wieder Neubauten erstellt werden dürfen. Eine stagnierende Einwohnerzahl in den letzten Jahren hoffen wir somit wieder ausgleichen zu können", betonte der Ortsvorsteher.

Bürgermeister Zwick erläuterte den vorgesehenen Flächennutzungsplan, der in manchen Bereichen kleinere Abstriche bekommen wird, um wie in allen Teilorten dem Dorfkern wieder mehr Zukunft zu geben. Nicht so drastisch sei es in der Tälegemeinde, doch "wehret den Anfängen", 

Beim Rundgang durch Dietershofen besichtigte Bürgermeister Arne Zwick auch die neu erstellte Brücke.
Bild: Mägerle

so der Bürgermeister, denn derzeit würden in  Baden-Württemberg noch zehn Hektar pro Tag für Baumaßnahmen verbraucht.

Bei der Ortsbegehung kam unter anderem die Kommunikation für DSL-Anschluss zur Sprache, deren Stand gleich Null ist, wie der Ortsvorsteher es bezeichnete. Zwick will sich hierfür besonders einsetzen, wie er sagte, zumal nicht nur für das Gewerbe, sondern auch die Privatnutzer die DSL-Autobahn von Wichtigkeit sei. Bis Ende Oktober, so der Bürgermeister, dürfte hier näheres zu erfahren sein.

Bei der Besichtigung der Halle beim Dorfplatz, die vor vielen Jahren von den Einwohnern in freiwilliger Arbeit erstellt wurde, machte Zwick den Ortschaftsräten die Vorgabe zu überdenken, dass die Halle in Vereinseigentum übergehen könnte, da die Verwaltung bestrebt sei, soweit wie möglich nur noch ein städtische Gebäude pro Ortsteil zu unterhalten. Dabei sieht er eine Möglichkeit, das Gebäude dem Narrenverein zu günstigen Konditionen zu überlassen. Die Vorsitzende Regina Krall wird diesen Gedankengang ihren Mitgliedern übermitteln, wie sie sagte, da der Narrenverein der Hauptnutzer des Gebäudes sei.

Die sehr abschüssige Straße vom Friedhof zum Dorf war ein weiterer wichtiger Anlaufpunkt. Bei Regenfällen wird das Straßenbankett ausgeschwemmt, wie man sich an Ort und Stelle überzeugen konnte. Hier versprach der Bürgermeister Abhilfe zu schaffen. In einer detaillierten Aufstellung, gab Ortsvorsteher Karl Droxner dem Bürgermeister noch einen Überblick über die Kosten und Eigenleistungen, die von den Einwohnern von Dietershofen für den Um- und Ausbau des ehemaligen Schulhauses zu einem Bürgerhaus erbracht wurden.

Tälegemeinde
Dietershofen und Buffenhofen liegen in landschaftlich schöner Lage im so genannten "Täle", das sich südöstlich von Meßkirch befindet. Die erste urkundliche Erwähnung von Dietershofen stammt aus dem Jahre 1236 als "Dietershouen". Da das Dorf aber bereits im Jahr 1261 der Sitz eines Dekans namens Burkhard war, könnte die Gründung des Ortes schon wesentlich früher erfolgt sein. Der Name soll auf einen Dietrich zurückzuführen sein, der hier einen Hof besaß. Im 14. Jahrhundert werden die Grafen von Rohrdorf als Herren genannt, die den Besitz oder die Rechte im 15. Jahrhundert an die Grafen von Zimmern und die Stadtkirche von Meßkirch übertrugen. Das Kloster Wald erwarb 1343 erstmals Grundbesitz in Dietershofen und konnte ab dem Jahr 1412 das ganze Pfarrdorf Dietershofen sein Eigen nennen. Durch die Säkularisation im Jahr 1806 geht das Kloster Wald und somit auch das Dorf an die Hohenzollern in Sigmaringen über. Seit 1975 ist Dietershofen im Zuge der Gemeindereform ein Stadtteil von Meßkirch.

 
 

Karl Mägerle, Südkurier Meßkirch, 30.08.2008

nach oben