> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 22. September 2007
 

50 Jahre zentrale Wasserversorgung

Rengetsweiler trat dem Zweckverband 1982 bei

Wald (fah) Der Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Wald erinnert am morgigen Sonntag mit einem Tag der offenen Tür an die vor 50 Jahren eingeweihte zentrale Wasserversorgung.

Gefeiert wird wie vor 50 Jahren am Brunnen in Litzelbach. An Weihnachten 1957 wurde Wald als erster von heute 15 Orten an das Wassernetz angeschlossen. Zweieinhalb Jahre später, am 31. Mai 1959, waren weitere neun Gemeinden von Aach-Linz bis ins Täle angeschlossen. Heute lässt der selbstverständliche Dreh am Wasserhahn das Nass sprudeln - damals war die zentrale Versorgung heftig umstritten. Fast jedes Haus hatte seine eigene Wasserversorgung von unterschiedlicher Wasserqualität, Handpumpen waren Usus. Eine teurere zentrale Wasserversorgung fand in den Nachbarorten von Wald wenig Anklang.

Von der segensreichen Einrichtung für Mensch, Tier und Natur war zuerst der Walder Bürgermeister Josef Kaiser überzeugt. Im Juni 1956 eröffnete er einen Werbefeldzug für einen Wasserleitungsbau, der ihn durch zahlreiche Bürgerversammlungen führte. Unterstützung fand er beim Sigmaringer Wasserwirtschaftsamt. Am 31. Mai 1959 war das Werk gelungen. Die neu zusammengesetzte Wasserleitung war 57 Kilometer lang. Alle Gemeinden waren angeschlossen. Aus allen Hähnen floss das gleiche Wasser von hoher Güte, gefördert aus elf Metern Tiefe. 50 Jahre später sank der Grundwasserspiegel im Fördergebiet auf 20 Meter - Grund war das unaufhörliche Fördern von Trinkwasser über die Hochbehälter in Rothenlachen und in Aach-Linz.

Bisher wurden 13 Milliarden Liter Wasser gefördert. Das ergäbe einen Wasserturm von 1656 Metern Höhe bei einem Durchmesser von 100 Metern. Bei dem in Litzelbach entnommenen Trinkwasser, berichtet dessen Rechner Robert Erath, handle es sich um ein Grundwasser, das in Moränekiesschichten schwimme. Zum Jubiläum gab Erath eine Broschüre heraus: "50 Jahre Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Wald 1956 - 2006." Das zweimal ausgeweitete Wasserschutzgebiet, erklärt Erath, verlaufe entlang des Kehlbachs, schließe die Stadt Pfullendorf ein und reiche bis nach Gaisweiler.

Beim Wasserleitungsbau wurde der Zeit entsprechend viel von Hand gearbeitet, 

Bild: Hahn 

Hilfsarbeiter arbeiteten mit Pickel und Schaufel. Der Grabenbau und die Verlegung übernahmen 20 Facharbeiter einer Memminger Firma. Sie arbeiteten mit drei Seilzugbaggern, einem hydraulischen Bagger und einer Planierraupe. Im April 1959 wurde die Eröffnungsbilanz vorgelegt - mit Kosten von zwei Millionen Mark. 35 Prozent davon waren Darlehen, weitere 52 Prozent kamen als Zuschüsse vom Bund und vom Land. Die Anteile der Gemeinden lagen bei 100000 Mark, die Anschlussnehmer waren mit 40500 Mark dabei. Gründergemeinden waren Wald, Walbertsweiler, Hippetsweiler, Reischach, Riedetsweiler, Rothenlachen, Ruhestetten, Aach-Linz, Dietershofen und Ringgenbach. Glashütte und Kappel wurden 1973 angeschlossen.

Nach langem Streit in Rengetsweiler über das Für und Wider der Schließung eigener Wasserquellen oder des Anschlusses an die Wasserversorgung wurde der Ort 1982 Teil des Zweckverbands. In jüngerer Zeit wurde dann der Weiler Steckeln (1994) mit seinen vier Höfen und 1999 Sentenhart Teil eines immer größer werdenden Wassernetzes. Um die Wasserversorgung sicher zu stellen, war 1996 eine Verbindung an das Versorgungsnetz der Stadt Pfullendorf geschaffen und eine Pumpstation errichtet worden.


 
 

Falko Hahn, Südkurier Pfullendorf, 22.09.2007

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