> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 21. Dezember 2007
 

"Buamba Kidi" heißt "guten Tag"

Raphaela Walz erzählt Kindern der Grundschule Rengetsweiler von Mission in Afrika

Rengetsweiler - Staunend hörten die 91 Kinder der Grundschule Rengetsweiler zu, als Raphaela Walz aus Ringgenbach von ihrer elfmonatigen Reise nach Kamerun als "Missionarin auf Zeit" berichtete. Kindgerecht vorbereitet berichtete sie von dem Land, das ungefähr so groß ist wie Deutschland, in dem sie im Süden im kleinen Urwalddorf Bikop arbeitete.

In der Stammessprache Ewondu begrüßte sie die Kinder mit "Buamba Kidi", was soviel heißt wie "guten Tag". Insgesamt gibt es in Kamerun 230 Stammessprachen, doch in den Schulen wird Französisch und Englisch unterrichtet. Raphaela Walz' Haupttätigkeit fand im Kindergarten, Internat und im Jugendzentrum der Mission statt, in der Gesundheitsstation arbeitete sie hauptsächlich in den Ferien. Interessant war für die Kinder, als sie sahen, welche Nahrungsmittel die Kameruner in diesem Teil des Landes zu sich nehmen. Angefangen bei einer Buschratte ging es über Wildkatzen, Schlangen und Heuschrecken zu Palmholzwürmern, bei denen die Grundschüler allesamt "iiiiihhh"-Laute ausstießen.

Auch sonst ist das Leben im Dschungel um vieles karger und ärmer. Die Kinder, die dort zur Schule gehen, müssen morgens fünf bis acht Kilometer von zu Hause zu Fuß zurücklegen, um wenigstens einmal am Tag eine sichere Mahlzeit zu bekommen, die aus einem Viertel eines Baguettes und einem Glas Milch besteht. Wenn die Schule vorbei ist, müssen sie zu Hause mithelfen, entweder bei der Hausarbeit oder auf dem Feld. Größere Kinder kümmern sich selbstverständlich um ihre kleineren Geschwister und außer den Eltern und Großeltern wohnen auch noch Tanten und Onkel in Häusern, die weder Türen noch Fenster besitzen. Die Männer

Die Kinder der Grundschule Rengetsweiler waren begeistert von den Geschichten von Raphaela Walz aus Ringgenbach, die von ihrer elfmonatigen Reise nach Kamerun als "Missionarin auf Zeit" erzählte.
Bild: NGS Rengetsweiler 

verdienen ihr Geld auf dem Markt, wo sie ihre Ernte verkaufen oder sie arbeiten als Korbflechter. Kakao wird geerntet und nach Europa verschifft, doch die Kameruner kennen keine Schokolade. Als "Straße" oder "Sand" wurde der größte Fluss Kameruns - der als ausgetrocknetes Flussbett gezeigt wurde - von den Erst- bis Viertklässlern bezeichnet. Sie bekamen zu hören, dass der Fluss nur einen Monat lang Wasser führt. In der Trockenzeit graben die Kameruner Löcher, um an Grundwasser zu gelangen.

Nach vielen weiteren Ausführungen über das dortige Leben durften die Kinder noch traditionelle Gegenstände aus Kamerun bestaunen. Mit einem großen Applaus wurde die Referentin verabschiedet. Die Spende, die sie von der Rektorin der Grundschule Rengetsweiler entgegennehmen durfte, wird an das Aids-Projekt der Mission weitergeleitet.


 
 

Südkurier Meßkirch, 21.12.2007

nach oben