> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 23. August 2007
 

Kanalnetz bald vollständig

Rengetsweiler wird derzeit an das Klärwerk Menningen angeschlossen

Noch vor dem Winter wird Rengetsweiler als letzter Ortsteil der Stadt Meßkirch an die Sammelkläranlage Menningen angeschlossen sein. Die Baumaßnahme mit Kosten von rund 1,1 Millionen Euro bildet den Schlussakt des 4,5 Millionen Euro teuren Anschlusses der Tälegemeinden an die Kläranlage.

Meßkirch (fah) In einem Gespräch mit dieser Zeitung gab Reiner Müller vom Stadtbauamt Auskunft über die Tiefbauarbeiten in den früheren hohenzollerischen Ortsteilen von Meßkirch und des Täle. In den ersten Planungen habe Meßkirch mit einem Mischsystem ein anderes als das jetzt zum Zuge gekommene Trennsystem favorisiert. Er habe an der Fachhochschule Biberach eine Diplomarbeit erstellen lassen, um Einsparpotenziale ergründen zu lassen. Die Umsetzung habe dann zu einer Einsparung von 1,5 Millionen Euro geführt.

Mit der Fertigstellung der Rengetsweiler Kanalisation werde das bisherige kleine Klärwerk abgerissen, das Grundstück werde danach wieder landwirtschaftlich genutzt.

Mit den Anschlüssen aller Stadtteile an die 1980 in Betrieb genommene Zentralkläranlage in Menningen habe Meßkirch dann ihre gesetzliche Verpflichtung erfüllt.

Am Ort des Rengetsweiler Klärwerks werde derzeit ein neues Abwasserpumpwerk gebaut. Ab dort werde das gesammelte Abwasser aus dem Dorf durch eine Kunststoffdruckleitung zum Friedhof nach Dietershofen und von da durch das Täle nach Menningen gedrückt. Zu dem kleinen Pumpwerk komme noch ein Staukanal mit einem Rohrdurchmesser von 2,8 Metern für 300 Kubikmeter Abwasser. Über einen Feinrechen werde das Regenwasser vorbehandelt und fließe in den Vorfluter Ringgenbach. Mit dem Staukanal sei dann auch die bisher fehlende Regenwasserbehandlung gewährleistet.

Wie ein Spielzeug aus dem Baukasten hängen dickste Stahlbetonrohre an dem auf Stahlmatten fahrenden 50-Tonnen- Bagger, der die Arbeiten für die Rengetsweiler Kanalisation beschleunigt.
Bild: Hahn 

Derzeit wechseln Mitarbeiter der Firma Matthias Strobel aus Pfullendorf den bisherigen 700 Meter langen Zuleitungssammler durch neue Stahlbetonrohre aus, um sie an die weiter oben im Ort liegende Kanalisationsstrecke in der Randenstraße anzuschließen. Ist dies im Spätherbst soweit, dann sei nach 30 Monaten die Abwasserproblematik in den Täleorten beseitigt. Und mit Abschluss dieses Großprojekts verlässt Reiner Müller, der im Meßkircher Stadtbauamt für den Tiefbau zuständig ist, nach 13 Jahren seinen Arbeitsplatz und wechselt in gleicher Funktion zur Stadt Stockach.

Die nächste größere Baumaßnahme, die auf die Stadt Meßkirch zukomme, so teilte Müller mit, sei die Erweiterung der Kläranlage in Menningen mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro. Weitere Vorhaben seien die Regenwasserbehandlung in Meßkirch und in Rohrdorf. So wie es aussehe, müsse sich die Stadt in Zukunft auf immer weniger Zuschüsse einstellen. Müller rechne damit, dass das Land bald kein Geld mehr für Abwassermaßnahmen zur Verfügung stelle.


 
 

FALKO HAHN, Südkurier Meßkirch, 23.08.2007

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