> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 15. Mai 2006
 

Jeder Gig ist etwas Besonderes

Junge Nachwuchsbands rocken auf der Bühne beim Rengetsweiler Waldfest - Spaß steht an erster Stelle

Rengetsweiler - Der Bass dröhnt und fährt mit Wucht in den Magen, von der Gitarre sind eingängige Riffs zu hören, das Schlagzeug treibt die Band weiter, der Sänger gibt alles vor dem Mikrofon: Die junge Band "XQS" heizt dem Publikum mächtig ein. "Harte Kost zum Vesper", weiß Sänger Gabriel Riebsamen. Er weiß auch, dass es ein undankbarer Job ist, als erste Band aufzutreten. Es ist Freitagabend, das Rengetsweiler Waldfest zieht heute vor allem junges Publikum an mit seiner "160- Cent- Party", bei der acht Schulbands live auf der Bühne sind.

"Es macht einfach Spaß, hier zu spielen", erklärt Gabriel und wird von seinen Bandkollegen Stefan Frick, Daniel Wieland und Daniel Peter unterstützt. Die Nachwuchsband aus Pfullendorf freut sich, auch in der Gegend vor großem Publikum auftreten zu können. "So große Auftritte sind hier sehr selten, dafür fahren wir sonst weiter weg - in Riedlingen oder Reutlingen konnten wir schon vor so vielen Leuten spielen." Die vier sind in dieser Formation seit 2003 zusammen, sind entstanden aus einer Coverband. "Wir wollten etwas Eigenes machen", erklärt Gabriel. Von Stefan stammt jetzt die rockige Melodie, Gabriel liefert den Text dazu. Träumt die Band davon, entdeckt zu werden? "Natürlich würden wir zu einem Plattenvertrag nicht nein sagen," grinst Gabriel. "Allerdings müssten wir uns unter Vertrag anpassen, prostituieren. Wir bleiben realistisch und haben Spaß an den Live-Auftritten, unsere Freundschaft ist uns sehr wichtig."

Spaß steht auch bei den anderen Bands, die beim Rengetsweiler Waldfest auftreten, an erster Stelle. Sie, die die Möglichkeit haben, auf der Bühne in der Mitte des Zeltes zu spielen, sind dem Musikverein Rengetsweiler, der den Abend für die Nachwuchsbands organisiert, dankbar. Sie hatten das Glück, aus über 20 Bands für einen Auftritt ausgelost worden zu sein. "Wir mussten eine Auswahl treffen", erklärt Siegbert Blum, Vorsitzender des Musikvereins. "Mit dem Los hatten alle die gleichen Chancen." Er ist überzeugt, dass junge Bands Chancen brauchen für öffentliche Auftritte. Bereits zum dritten Mal bietet der Musikverein diese Chance beim Waldfest.

Vor dem Auftritt muss alles stimmen, die Gitarre muss glänzen. Julian Seßler der Aulendorfer Band "TOS" bei den letzten Vorbereitungen
Bild:
Baier

Während sich das Zelt des Rengetsweiler Waldfestes langsam füllt, lösen die Jungs der Aulendorfer Band "TOS" die Pfullendorfer auf der Bühne ab. Als Pop-Punk-Rock bezeichnen sie ihre Musik, die auch aus der eigenen Feder stammt. Die vier Musiker sind derzeit viel unterwegs. "Und doch ist jeder Gig etwas Besonderes", sind sich Julian Seßler und sein Kollege Muckel einig. Die Besucher des Waldfestes verteilen sich noch im großen Zelt, vor der Bühne sind es vor allem die anderen Bands, die für Stimmung sorgen und ihre Kollegen auf der Bühne unterstützen. Von Konkurrenz ist nichts zu spüren an diesem Abend - im Gegenteil, die meisten jungen Musiker kennen sich, können Erfahrungen austauschen, einander Tipps geben, nach dem Auftritt wird an der Bar zusammen gefeiert. Während "Backup7" und "Runlet" aus Herdwangen-Schönach und "Bringer of Silence" aus Schwandorf fast ein Heimspiel feiern, hatten "Timmy goes Norway", "d´Haefvfners" und "Coselow" aus dem Ravensburger Raum weitere Wege.

Je später der Abend, desto tanzfreudiger werden auch die Zuschauer, der Platz vor der Bühne füllt sich, das eine oder andere Bein zuckt ausgelassener, das Warten der späteren Bands auf den Auftritt hat sich gelohnt.


 
 

Ellen Baier, Südkurier Meßkirch, 15.05.2006

nach oben