> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 28. April 2006
 

Kanalbau wirbelt Finanzplan durcheinander

Neue Abwasserentsorgung in Dietershofen und Buffenhofen: Zweckverband und Stadt Meßkirch schultern Kosten

Wald (fah) Durch die schnelle Entscheidung zum Bau der Abwasserkanalisation mit Erneuerung der Wasserleitungen in Dietershofen und Buffenhofen durch die Stadt Meßkirch wurde die Finanzplanung des Zweckverbands Wasserversorgungsgruppe über den Haufen geworfen. So formulierte es am Mittwoch der Verbandsvorsitzende Werner Müller auf einer extra wegen dieser Maßnahme notwendig gewordenen Verbandsversammlung im "Süß-Löchle" von Riedetsweiler.

Nach einem einstimmig angenommenen Beschluss übernimmt der Verband 130000 Euro der 450000 Euro teuren Erneuerungskosten in den Straßenführungen der beiden Meßkircher Ortsteile. Die Verbandsversammlung setzt sich zusammen aus Mitgliedern der Wasser abnehmenden Bezugsgemeinden.

Die im nächsten Monat beginnenden Tiefbauarbeiten stellte Reiner Müller vom Tiefbauamt Meßkirch vor. Schon lange gebe es in den drei Tälegemeinden und Rengetsweiler das Problem einer geordneten Abwassermaßnahme. Die werde auch immer vom Bau neuer Wasserleitungen begleitet. Die bisher teilweise durch private Grundstücke verlaufene Wasserleitung werde nun im öffentlichen Bereich durch die Straßen der Ortsteile geführt. Die bisherigen zwei Druckzonen würden auf eine reduziert, das bedeute für die Abnehmer einen sicheren und gleich bleibend hohen Wasserdruck. Die Vergrößerung der aus Gussrohren bestehenden Leitungen auf 15 Zentimeter Durchmesser gebe auch der Feuerwehr größere Sicherheit.

Aus steuerlichen Gründen, berichtete der Walder Bürgermeister Müller, sei das Landratsamt Sigmaringen die Aufsichtsbehörde des Zweckverbands. In 

einem Schreiben der Behörde werde bemängelt, dass der Verband eine zu hohe finanzielle Ausstattung habe. Das Eigenkapital solle verringert werden. Aus einem den Mitgliedern nicht direkt einsehbaren Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt Baden-Württemberg in Karlsruhe gab Müller deren Einschätzung zum Stammkapital bekannt. Die habe den Verband von 1998 bis 2004 geprüft. Dem Ergebnis der Dienstanweisung nach sei das Stammkapital neu festzusetzen.

Es gebe eine Überfinanzierung von 62000 Euro, was einer Eigenkapitalausstattung von 83 Prozent von der Bilanzsumme entspreche. Manch so genannten Experten, meinte Müller dazu, würde eine von 30 bis 40 Prozent genügen, so der Vorsitzende. Bei der letzten Verbandsversammlung sei beschlossen worden, dass die Fernüberwachung der Wasserleitung modernisiert werde. Das günstigste Ingenieurbüro habe eine Ausschreibung für 12000 Euro angeboten. Zu Unrecht verärgert gezeigt habe sich das Büro, mit dem der Verband bisher gearbeitet habe. Dessen Angebot sei um 13000 Euro teurer ausgefallen.

Dieses Jahr könne der Verband auf sein 50-jähriges Gründungsdatum zurückschauen. Damals hätten die noch selbständigen Gemeinden ihre Trinkwasserprobleme durch den Bau einer gemeinsamen Wasserleitung gelöst, der Zweckverband sei gegründet worden. Der Termin solle seiner Meinung nach nicht sang- und klanglos verstreichen. Einverstanden zeigten sich die Verbandsmitglieder mit der Idee eines Tags der offenen Tür. Dazu will Rechner Robert Erath eine Jubiläumszeitschrift erstellen. Von ihm wurde auch der Nachtragswirtschaftsplan vorgetragen, der einstimmig angenommen wurde.


 
 

Südkurier Pfullendorf, 28.4.2006