> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 08. November 2006
 

Hauptschule vor ungewisser Zukunft

Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft der Ortsvorsteher des Gemeindetages Baden-Württemberg in Rengetsweiler

Mit den geringer werdenden Schülerzahlen und den möglichen Konsequenzen für die Hauptschulen beschäftigten sich die Teilnehmer der Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft der Ortsvorsteher des Gemeindetages Baden-Württemberg in der Randenhalle im Meßkircher Ortsteil Rengetsweiler.

Meßkirch-Rengetsweiler - 45 Kollegen aus dem Regierungsbezirk Tübingen begrüßte Ulrike Böhler, Ortsvorsteherin von Rengetsweiler. Auf die wichtige Funktion der Ortsvorsteher als Bindeglieder zwischen der Verwaltung und den Einwohnern in den Teilorten wies Meßkirchs Bürgermeister Arne Zwick in seinem Grußwort hin.

Zum Thema "Schülerrückgang, wie geht es an unseren Hauptschulen weiter", referierte die Geschäftsführerin des baden-württembergischen Gemeindetages, Irmtraud Bock. Dieses Thema müsse jetzt behandelt werden, denn bis zum Jahr 2011 hätten sich nach ihren Angaben die Schülerzahlen um 21Prozent an den Hauptschulen und um 8Prozent an den weiterführenden Schulen verringert.

Im Kreis Sigmaringen wird mit einem Rückgang von bis zu 20Prozent für die Hauptschulen gerechnet. Von den 1200 Hauptschulen im Land werden durch den Schülerrückgang viele einzügig geführt werden müssen. Bereits jetzt sei es wichtig, Informationen darüber einzuholen, wie viele Schüler die Hauptschule besuchen wollten. Verwiesen wurde auch auf eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit, um eine Hauptschule künftig halten zu können. Wichtig sei es, auf Dauer ein qualifiziertes wie auch praxisbezogenes Schulsystem zu gewährleisten. "Der Schülerrückgang bringt eine wesentliche Auswirkung auf die Schulstruktur mit sich, der wir uns verstärkt annehmen müssen", sagte Irmtraud Bock.

Roland Beierl, Geschäftsführer der Sigmaringer AOK, informierte die Teilnehmer über die Gesundheitsreform. Er sagte, dass zumeist nicht ganz klar sei, was durch die Reform auf die Menschen zukomme. Die vielen Neuerungen in den vergangenen 30 Jahren hätten für die AOK in Baden-Württemberg einschneidende Veränderungen gebracht. Seit 1980 seien die Gesamteinnahmen um 31 Prozent 

Bei ihrer Herbsttagung in Rengetsweiler bekamen die Ortsvorsteher aus dem Regierungsbezirk Tübingen auch einen Einblick in die Produktion des Metallverarbeitungsbetriebes Alber.
Bilder:
Mägerle 

zurückgegangen, obwohl sich der Leistungsbedarf erhöht habe. Ursache dafür sei der medizinische Fortschritt wie auch die zunehmende Zahl an chronischen Krankheiten. Daneben sei auch der  Rückgang der Zahl an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ein wichtiger Auslöser. An Fallbeispielen verdeutlichte Beierl beispielsweise, was ein Gesundheitsfond bringen würde. Eine rege Diskussionsrunde schloss sich an, wobei die bevorstehende Gesundheitsreform nicht als das "Gelbe vom Ei" bezeichnet wurde.

Des Weiteren wurden bei der Tagung auch die verschiedenen Schutzmaßnahmen und Richtlinien, die den ländlichen Raum betreffen, behandelt. Hier äußerten sich einige betroffene Ortsvorsteher sehr negativ über Maßnahmen, die teils sehr einschneidende Auswirkungen in den Gemeinden haben würden und nicht immer zukunftsweisend seien. Über die Ausstattungen der Freiwilligen Feuerwehren wurde ebenso diskutiert wie über den Gleichbehandlungsgrundsatz der Geschlechter nach EU-Recht, der in den Kommunen zu beachten ist. Nach einem Beschluss der Versammlung wird die Frühjahrstagung 2007 in Fellbach stattfinden.

Vor der Tagung galt zunächst ein Besuch der ortsansässigen Metallverarbeitungsfirma Alber. Der Juniorchef informierte während einer Führung darüber, dass der Betrieb mit seinen 85 Mitarbeitern ein wichtiger Zulieferer für die Autoindustrie ist. Produziert werden beispielsweise Bremsscheiben für gehobene Autoklassen.

    

 
 

Karl Mägerle, Südkurier Meßkirch, 08.11.2006

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