> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 20. Juni 2006
 

Geister machen tolles Theater

Fronleichnamsfest der "Mühle-Vere" in Dietershofen 

Dietershofen - Das Geisterreich ist nicht von dieser Welt. Und wenn es eines geben würde, dann würde es sicher sicherlich rund um die Festhalle von Dietershofen finden lassen. Denn "Geister" beherrschten das Dorffest des Narrenvereins "Mühle-Vere". Mit großer Begeisterung aufgenommen wurde das von Angelika Arzt einstudierte Theater- und Musikspiel des Kinder- und Jugendchors Rengetsweiler-Dietershofen "Geisterstunde auf Schloss Eulenstein".

Es ist Mitternacht, zwölf Mal schlägt die Glocke vor gerade im mitternachtsblauen Schlosssaal sichtbar werdenden Geistern. Die Bühne ist spärlich ausgestattet, zwei von Josef Walz gemalte Bilder leibhaftiger Ahnen der plötzlich das Schloss bevölkernden Geister schauen zum zahlreichen Publikum. Einziges Requisit, um das sich alles im Spiel drehen wird, ist ein auf den Kopf gestelltes Fahrrad, voll von besonders lauten und ereignisreichen Eigenschaften - eine Erfindung der kleinen Hexe vom Blocksberg. Gerade einmal eine Geisterstunde lang wollen die federleicht singenden und sprechenden Geister auf dem Schloss den 1000. Geburtstag des Schlossherrn Karl von Radau (Manuel Schönfeld) feiern. Um mit dem Grafen einen kurzlebigen Freudentag begehen zu können, sind noch Graf Dracula, der Riese Rübezahl und der Flaschengeist erschienen.

Die Hexe dreht die schaudernd wimmernde Krachmaschine, der Chor der 20 Kinder und Jugendlichen singt in den schönsten Tönen, am Klavier begleitet Angelika Arzt.

Während alles feiert, tritt der Radaumaschinenfabrikant Fritz Rabatz (Nadine Möll) auf, fordert die einzigartige Maschine. Angesichts des sängerischen

Beim Fronleichnamsfest der "Mühle-Vere" Dietershofen führte der Kinder- und Jugendchor Rengetsweiler-Dietershofen eine volle Geisterstunde lang das Theaterspiel "Geisterstunde auf Schloss Eulenstein" auf.
Bild:
Hahn

 Widerstands der Geister verspricht der elegant auftretende, im Widerspruch aber mit vollen Hosen fliehende Fabrikant als Gegenleistung, die Geister zu Geschäftspartnern zu machen. Er verspricht, zu jeder Geisterstunde fünf Trommeln an die Geister zu liefern.

Weil das Ende der Geisterstunde naht, ist eine schnelle wie geistvolle Entscheidung nötig. Die Hexe und die Geister sind einverstanden, die bisher in der Hauptschule Wald konstruierte und gebaute Krachmaschine kann in der Fabrik des Radaufabrikanten nachgebaut werden. Zurück bleibt ein von den theaterreifen Leistungen entzücktes Publikum.

Die Geister nehmen Gestalt an. Der Beifall ist berauschend, Chor und Regie sind selbst überwältigt. Den Schlusspunkt setzt Regina Krall von den "Mühle-Vere" mit einem Blumenstrauß.


 
 

Falko Hahn, Südkurier Meßkirch, 20.06.2006

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