> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 03. März 2006
 

"Hier wächst ein Talent heran"

Jana Amann singt im Kammerchor des Martin-Heidegger-Gymnasiums - Berufswunsch: Opernsängerin

Rengetsweiler - Schwätzen konnte sie noch nicht, aber mit einem Jahr hat sie schon alle Kinderlieder rauf und runter gesungen", erzählt Andrea Amann aus Rengetsweiler. Und singen liebt ihre Tochter Jana heute noch über alles.

Die 17-Jährige besucht das Martin-Heidegger-Gymnasium in Meßkirch. Sie singt im Schulchor und seit 2004 im Kammerchor der Schule. Beide Ensembles werden von Musiklehrer Daniel Schreiner geleitet. Auch er ist von Janas Stimme begeistert: "Ihre Sopran-Stimme entwickelt sich immer besser." Er ist sich sicher: "Da steht jemand in den Startlöchern." Vor etwa drei Jahren wurde Daniel Schreiner auf Jana aufmerksam, als sie bei einem Schulkonzert einen Soloauftritt mit Popsongs, sozusagen "im kleinen Kreis", hatte.

"Gesungen habe ich immer gerne", erzählt die Gymnasiastin. Zusammen mit der Oma, die auch eine gute Stimme hat. "Sie hat mir auch alle Kinderlieder beigebracht. In Kindergarten und Schule sei sie "gesanglich" nicht besonders aufgefallen, versichert sie.

Umso mehr bei Daniel Schreiner. Dass sie im Kammerchor zusammen mit 17 weiteren Mädchen singt, ist für ihn selbstverständlich. Beim Adventskonzert in der evangelischen Heilandskirche hatte Jana ihren ersten Auftritt als Solistin. Mit "I don't know how to love him" aus dem Musical "Jesus Christ Superstar" von Andrew Lloyd Webber, konnte sie ihren ersten Erfolg feiern.

Und nun ist das Singen fast so etwas wie ihr Lebensinhalt geworden. Sie nimmt Gesangsunterricht bei Waltraud Marschall in Mengen, hat mit dem Klavierspielen begonnen und ihr Berufswunsch ist Opernsängerin. "Ich weiß, dass es ein schwerer und langer Weg ist", weiß Jana Amann. Auf jeden Fall aber will sie Musik studieren, mit Schwerpunkt Gesang. Im nächsten Jahr wird sie beim Wettbewerb "Jugend musiziert" mitmachen. Zumindest ist das schon mal ein Anfang.

"Ich höre schon viel klassische Musik, zur Zeit besonders gerne "Du holde Kunst" von Franz Schubert. Was nicht heißen soll, dass sie sich nicht auch im Jazz und Pop-Bereich 

Musik und Gesang sind nicht nur ein Hobby von Jana Amann. Nach dem Abitur möchte sie Musik studieren.
Bild: Beicht

auskennt. Hier ist ihr Favorit die Engländerin Katie Melua.

Ob sie vor einem Auftritt aufgeregt ist? "Vor Konzertbeginn schon", räumt sie ein. "Aber wenn ich singe, ist die Aufregung weg. Dann merke ich gar nicht mehr, dass auch andere dabei sind. Das Publikum nehme ich nicht wirklich wahr, nur bis kurz vor dem Auftritt." Einmal wöchentlich probt sie im Kammerchor zusammen mit den anderen Sängerinnen. Privat-Unterricht nimmt sie alle zwei bis drei Wochen, etwa jeweils eine Stunde. Aber für sich selber investiert sie mindestens eine Stunde täglich in den Gesang. "Sonst fehlt mir was."

Von Zwang und Stress kann keine Rede sein. Auch Schwester Giulia ist eine begeisterte Sängerin, auch sie ist Mitglied im Kammerchor, singt "Alt", aber sie räumt sie ein: "Ich bin mehr Sportlerin - vor allem Handballerin - als Sängerin". Und die elfjährige Schwester Sharon hat mit "Gesang überhaupt nichts am Hut". Auch sie spielt lieber Handball.

"Zum Schuljahresende wird es wohl wieder ein großes Konzert geben", war von Daniel Schreiner zu erfahren. Das Repertoire des Chores reicht von Mönchsgesängen aus dem 11. Jahrhundert über Motetten aus der Renaissance und Volkslieder-Bearbeitungen von Brahms bis zu aktuellen Popsongs. "Wir singen zur Zeit viel Brahms", sagt Jana Amann, und vermutet: "weil Herr Schreiner den besonders mag!"

 


 
 

Gudrun Beicht, Südkurier Meßkirch, 03.03.2006

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