> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 29. September 2006
 

Gute Stube fürs Dorf in der alten Schule

Dietershofener bauen Schule um

Mit großem ehrenamtlichem Einsatz wird die ehemalige Grundschule in Dietershofen zu einer Begegnungsstätte für die Dorfgemeinschaft umgebaut. Für den Endausbau genehmigte der Technische Ausschuss bei einem Ortstermin 15000 Euro.

Meßkirch/Dietershofen - Beeindruckt waren Bürgermeister Arne Zwick und die Mitglieder des Technischen Ausschusses, als sie gemeinsam mit Stadtbaumeister Udo Hollauer und Ortsvorsteher Karl Droxner am Mittwochmorgen das alte Schulhaus besichtigten. Durch das große ehrenamtliche Engagement wird in Dietershofen ein Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft geschaffen. Damit erhält Dietershofen als letzter Ortsteil von Meßkirch eine solche Einrichtung. Als sehr sinnvoll erachtete Zwick den Umbau, denn unterhalten und heizen hätte die Stadt das Gebäude sowieso müssen.

Nach den Angaben von Karl Droxner war der Schulbetrieb vor zwei Jahren eingestellt worden. Die zu dem Schulgebäude gehörende Wohnung wurde zwischenzeitlich verkauft. Seit dem vergangenen Winter haben Ehrenamtliche kräftig Hand angelegt und das Schulgebäude umgebaut. Neben einem Raum für eine Küche wurde ein großer Veranstaltungsraum geschaffen, der rund 100 Personen fassen soll. Zwei Klassenräume wurden für Küche und Saal umgebaut. Weitgehend erneuert wurde die Elektro-Installation. Die Versorgung mit Warmwasser kann nun je nach Bedarf geregelt werden. Begleitet wurden die Arbeiten von Stadtbaumeister Hollauer.

Bisher hat die Stadt insgesamt 3000 Euro an reinen Materialkosten für das Projekt bereitgestellt. Bei dem Besichtigungstermin am Mittwoch ging es darum, das nötige Geld bereit zu stellen, damit die Arbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können. Neben einer Küche für rund 4500 Euro ist ein neuer Bodenbelag für den Veranstaltungsraum für rund 6000 Euro der zweite große Posten in der Bedarfsliste.

Kein Geld ist bisher für Geschirr und die Bestuhlung des Saales vorgesehen. Was das Geschirr anlangt, riet Bürgermeister Zwick, 

Ehrenamtliche richten die alte Grundschule in Dietershofen zur guten Stube des Dorfes her. Ortsvorsteher Karl Droxner (Mitte) schilderte Bürgermeister Arne Zwick (links) und den Mitgliedern des Technischen Ausschusses die bisherigen Arbeiten.
Bilder:
Dieterle-Jöchle 

dieses zunächst von der Stadthallen-Küche auszuleihen. Gemeinderat Manfred Amann regte außerdem an, im kommenden Frühjahr ein Einweihungsfest zu veranstalten und mit dem Erlös eigenes Geschirr zu kaufen. Ein solches Vorgehen sei in Langenhart erfolgreich gewesen. Die Ausschussmitglieder Siegfried Zwick, Karl Mägerle wie Manfred Amann rieten den Dietershofenern mit einer Brauerei zu verhandeln, damit diese die Bestuhlung des neuen Saales stellt. Gegenleistung dafür sei eine zeitlich begrenzte Ausschank-Verpflichtung. Gemeinderat Karl-Heinz Thoma wollte das Budget auf 20000 Euro erhöhen, damit die Dietershofener auch sofort ein eigenes Geschirr kaufen können. Doch dafür fand er keine Mitstreiter.

Im Keller der alten Schule untergekommen ist auch eine Gruppe von Jugendlichen aus dem Ort. Diese haben sich dort während den Sommermonaten in ehrenamtlicher Arbeit einen eigenen Raum eingerichtet. Um die Sicherheitsauflagen zu gewährleisten, wird nun vom Keller aus ein Notausstieg gebaut. Finanziert wird dieser über das vom Ausschuss einstimmig bereit gestellte Budget. Ortsvorsteher Droxner hatte sich dafür ausgesprochen, dass die Jugendlichen nicht mit diesen Kosten belastet werden sollten. Die Nottreppe sei bereits "um ein Trinkgeld" besorgt worden, sagte Droxner. Finanziert hatten die Jugendlichen ihrer Arbeiten zu einem Teil durch eigene Mittel und durch Spenden.


 
 

MANFRED DIETERLE-JöCHLE, Südkurier Meßkirch, 29.09.2006

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