> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 31. Juli 2006
 

Das ganze Dorf ist auf den Beinen

Festlicher Jubiläumsreigen zum 750-jährigen Dorfjubiläum

Mit einem festlichen Jubiläumsreigen hat der Meßkircher Teilort Rengetsweiler am Samstag und Sonntag sein 750-jähriges Dorfjubiläum gefeiert. Höhepunkt des ersten Tages war ein von viel Prominenz und noch mehr Festgästen besuchtes Festbankett in der Randenhalle.

Rengetsweiler - Für den Festakt haben die Ortschaftsverwaltung um Ortsvorsteherin Uli Böhler und der Festausschuss im Meßkircher Kulturwissenschaftler Dr. Armin Heim eines ausgewiesenen Geschichtskenner der Region engagiert, der mit seinen Ausführungen beeindruckte.

Nach großem Begrüßungsreigen durch die Ortsvorsteherin betraten der Hausherr, Meßkirchs Bürgermeister Arne Zwick, sowie Landrat Dirk Gaerte die Festbühne. Beide priesen mit humorvollen Worten den gemeinschaftlichen Geist in Rengetsweiler. Bereichert wurde die Feierstunde von den Rengetsweiler Musikanten und vom Gesangverein Rengetsweiler-Dietershofen. Die in langen Monaten vom Festausschuss zusammengetragene Festschrift wurde durch den das Jubiläum vorantreibenden Gerhard Löffler vorgestellt. Herausgekommen ist ein kleines, gestochen scharf gedrucktes Wunderwerk - eine viel sagende Broschüre für den eigenen Bücherschrank. Das bereits als einmalig gelungen zu wertende Jubiläum der Erstnennung aus dem Jahr 1256 war mit einem Sektempfang vor der Randenhalle eröffnet worden.

Bei endlich wieder erträglichen Sommertemperaturen konnte die Ortsvorsteherin rund zweihundert ehemalige und heutige Rengetsweiler begrüßen. Das einsetzende Stimmengewirr zeigte an: Es trafen Personen aufeinander, die sich jahrzehntelang nicht mehr gesehen hatten, ein reger Gedankenaustausch folgte. Um dies weiter zu vertiefen, wurde zu Kaffee und Kuchen bei einem Theaterspiel des Kinder- und Jugendchors Rengetsweiler-Dietershofen geladen.

Die Tore zu Ausstellungen mit hohem Erinnerungswert wurden geöffnet. Zwei Fotoausstellungen in den beiden Schulhäusern ließen Ströme von hoch interessierten ehemaligen Volksschülern die Köpfe über alte Schulbilder beugen. Man fand sich wieder im Ambiente eines Klassenzimmers der frühen Nachkriegszeit. Aus Fotoalben zusammengetragen waren zudem alte Ansichten vom Dorf. Im Kindergarten war eine weitere Fotoausstellung mit Tombola.

Drei Besichtigungsmöglichkeiten wurden angeboten, die Firma Alber bot eine Betriebsführung an, mit einem Bus konnte die Quarzsandgrube im "Randen" besichtigt

Beim Festbankett "750 Jahre Rengetsweiler" durfte im immer treu zu Hohenzollern stehende Ort das Hohenzollernlied natürlich nicht fehlen. Stehend singen Ortsvorsteherin Uli Böhler, Meßkirchs Bürgermeister Arne Zwick, Landrat Dirk Gaerte mit Frau sowie der 100-prozentige Badener Armin Heim mit.
Bilder:
Hahn

werden. Und ganz aktuell war eine Forstbegehung mit dem die Gemeindewälder betreuenden Förster Siegbert Arzt. Die plötzlich eingetretene Massenvermehrung des Buchdruckers hatte das Fällen von Fichten erforderlich gemacht. Dabei konnte beobachtet werden, wie dem Schädling durch Zerhacken der Baumspitzen zu Holzmehl der Garaus gemacht wurde. Ein gemeinsames Abendessen in der Randenhalle führte wieder alle Gäste zusammen, der Festakt konnte beginnen.

Der Sonntag wurde mit einem besinnlichen Gottesdienst in der vollbesetzten Kirche St. Kunigunde gefeiert. Als Festprediger wirkte Pater Bernhard Gabele aus Biberach. Der in Buffenhofen geborene Gabele fragte die Gemeinde mit Hinweisen auf die Speisung der fünftausend Mann: Wenn alle teilen würden, gäbe es dann die täglichen schrecklichen Nachrichten aus aller Welt?

Zu Glockengeläut zog die Gemeinde hinter einer bunten Stafette Hohenzollerkürassiere entlang einer Ausstellung von alten und neuen Landmaschinen zum Festplatz. Unter freiem Himmel spielten die Rengetsweiler Musikanten zum Frühschoppen auf.

Das ganze Dorf auf den Beinen: Nach dem Festgottesdienst in St. Kunigunde anlässlich der 750-Jahr-Feier Rengetsweilers gingen Jung und Alt zum Festplatz.

 
 

Falko Hahn, Südkurier Meßkirch, 31.07.2006

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