> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 09. Mai 2005
 

Schulbands ließen's krachen

Rengetsweiler Waldfest: 1000 Jugendliche bei 160-Cent-Party

Rengetsweiler - Mit einem Mindesteinsatz von 160 Cent konnten in der Nacht von Freitag auf Samstag rund 1000 junge Leute beim Rengetsweiler Waldfest sechs Schulbands aus der Region live erleben.

Bei Kühlschrank-Temperaturen und unaufhörlichem Regen hatte sich die Generation der 16- bis 24-Jährigen sowie eine kaum wahrnehmbare Gruppe der Junggebliebenen unter dem warm gehaltenen Zeltdach am Sportplatz versammelt, um sich hier von regionalen Schülerbands unterhalten zu lassen.

Eine im Rücken des zeltartigen Podiums aufgebaute Bar zog einen Großteil der Gäste an. Anders als direkt vor der Bühne gab es hier fast kein Durchkommen.

Mehr als hoch anzurechnen, so war zu hören, sei den Rengetsweiler Musikanten, dass sie zum Auftakt ihres viertägigen Waldfestes für eine Nacht lang den Weg der Blasmusik verließen und völlig anderen Musikrichtungen ein ausgezeichnetes Podium boten. So war es denn auch irgendwie verständlich, dass in dieser Nacht kein Blasinstrument auf der Bühne zu sehen war. Gitarren beherrschten die Szene.

Sechs Schulbands aus Bad Saulgau (Lack of System und Poppycock), Göggingen/Meßkirch (Scaramanga), Pfullendorf (Runlet), Herdwangen (XQS-Band) und aus Reutlingen (Happy Keepy Abi-Band) rockten mit sauber gespielten Riffs und schnellen Drums. Old-School-Rock, Punkrock oder auch metallische Grüße gab's für die Fangruppen im Festzelt. Die Nachwuchstalente präsentierten ihren eigenen Stil, und dieser reichte von bewusst chaotisch (Scaramanga) bis zu professionell abgeklärt (Runlet).

Der Spielort im Festzelt war für die jungen Musiker günstig wie selten. Nur die eigenen Instrumente, außer den fest installierten Trommeln, hatten sie mitzubringen. Vom in der Mitte des Festzelts aufgebauten Mischpult aus wurden die zelthohen Lautsprecherkaskaden auf tinitusmaximaler Lautstärke gehalten.

Der gestrige dritte Tag des Waldfestes, der mit dem Muttertag zusammenfiel, wurde vom Musikverein Ostrach mit einem 

Die Band "Lack of System" von der Jugendkunstschule Bad Saulgau eröffnete die 160-Cent-Party des Rengetsweiler Waldfestes am Freitagabend. Nach ihnen spielten noch weitere fünf Formationen.
Bild: Falko Hahn

Frühschoppenkonzert eröffnet. Das Wetter hatte sich bis dahin deutlich gebessert, es regnete nicht mehr. Bisher den Himmel bedeckende Wolken rissen auf, der Himmel wurde blau und durch die Zeltbahnen flutende Sonnenstrahlen wärmten die Gäste und ließen auch die Mienen der Veranstalter und ihrer 80 Helferinnen und Helfer weicher werden.

Sechsmal war um das Glück des günstigsten, weil spätesten Auftritts gelost worden. Vor noch zahlenmäßig geringem Publikum eröffnete die von einer ausgezeichneten Musikaura geprägte Punkrockband "Lack of System" von der Jugendkunstschule Bad Saulgau eine Nacht der heißen Rhythmen. Die Saulgauer Band wie die Musiker der "XQS-Band" aus Herdwangen um den Sänger Gabriel Riebsamen und "Scaramangas" fanden bei den unter 20-Jährigen das meiste Wohlwollen, bei den etwas älteren "Runlet".

Gerockt wurde, was die Instrumente zusammen hielt. Die Jungs flogen von der Bühne ins Publikum, bogen und wälzten sich, die Gitarre immer im sicheren Tongriff, den letzten Ton aus der Seele.

Bis auf eine ganz kleine Gruppe war in dieser Musiknacht ein äußerst friedliches, wie gelassen sich gebendes Publikum unter sich.

In eine Power-Nacht entführte am Samstag beim Rengetsweiler Waldfest dann die Spitzenband "Pull" vor ausverkauftem Zelt eine große Menge an Schau- und Hörlustigen.


 
 

 Falko Hahn, Südkurier Meßkirch, 09.05.2005

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