> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 31. März 2005
 

Diesmal reicht Mindestgebot

Jagdbezirke werden neu verpachtet

Ein Jahr nach der ungültigen Vergabe 2004 sucht die Stadt jetzt wieder einen Pächter für den Jagdbezirk Rengetsweiler. Nachdem die Grundstückeigentümer vor kurzem eine entsprechende Satzung verabschiedet haben, wäre nun eine Vergabe an den mindestbietenden Interessenten rechtlich in Ordnung.

Meßkirch/Rengetsweiler (von) Eine Verpachtung der beiden Jagdgebiete Münzkreuz und Rengetsweiler durch den Gemeinderat ist jetzt wieder möglich. Die in der Jagdgenossenschaft zusammengeschlossenen Eigentümer von Grundstücken außerhalb der Ortsetter haben sich eine entsprechende Satzung gegeben. Dies macht die Meßkircher Stadtverwaltung im aktuellen Amtsblatt öffentlich. Gleichzeitig sucht sie zum 1. April neue Pächter für die beiden vakanten Jagdbezirke.

Die Verpachtung der Rengetsweiler Jagd hatte im April 2004 mächtig für Wirbel gesorgt: Das 450 Hektar große Gebiet war öffentlich zur Pacht ausgeschrieben worden. Den Zuschlag hatte dann aber nicht der Meistbietende sondern ein anderer Waidmann bekommen. Diese Vergabe wurde damit begründet, dass der eine Jäger in Meßkirch einen Wohnsitz habe, der nicht zum Zuge gekommene nur in der Nachbarschaft.

Im Juni hatte das Sigmaringer Jagdamt nach Prüfung der Angelegenheit erklärt, dass die Vergabe fehlerhaft und nachteilig gewesen sei. Vor allem aber sei der Gemeinderat grundsätzlich gar nicht zur Verpachtung befugt gewesen, denn es fehle eine von den Grundstückseigentümern beschlossene Jagdsatzung, die dies bestimme.

Nachdem die Grundstückseigentümer in einer nichtöffentlichen Zusammenkunft am 17. März in der Meßkircher Stadthalle eine 

Jagdsatzung beschlossen und dem Gemeinderat die Verwaltung des Jagdbezirks übertragen haben, wurde nun der Weg zu einer Verpachtung des Rengetsweiler Jagdbezirks, und des ebenfalls vakanten am Münzkreuz, wieder frei.

Neben der Verwaltung des gemeinschaftlichen Jagdbezirks obliegt auch die Einteilung in Jagdbögen, die Verpachtung und die Entscheidung über Abrundungen dem Gemeinderat. Der Reinertrag aus der Jagdnutzung wird der Gemeindeverwaltung zur Verfügung gestellt. Aus dem Reinertrag sind Mittel in Höhe von 6000 Euro jährlich zweckgebunden für den Feldwegebau im Stadtgebiet zu verwenden. Jeder Jagdgenosse, der diesem Beschluss nicht zugestimmt hat, kann die Auszahlung seines Anteils über einen Auskehrungsantrag geltend machen.

Bei der Neuverpachtung der Jagdbezirke Münzkreuz und Rengetsweiler verlangt die Stadt jetzt Mindestgebote in Höhe von 12,50 Euro pro Hektar Wald, 1,50 Euro pro Hektar Feld oder Wasser und 10,00 Euro pro Hektar in der Rengetsweiler Quarzsandgrube. Bis auf die Quarzsandgrube entspricht dies exakt dem niedrigsten jener drei Angebote, die bei der aufgehobenen Verpachtung 2004 bei der Stadt eingegangen waren. Anders als damals wäre nun aber wäre eine Verpachtung an den Niedrigstbietenden rechtlich in Ordnung; denn die Jagdsatzung sieht eine Vergabe nach dem "freihändigen Verfahren" vor. Dabei muss die Stadt nicht automatisch an den Meistbietenden verpachten.

Die Interessenten an den beiden zu verpachtenden Jagdbezirken können ihre schriftlichen Gebote jetzt bis 15. April, 11 Uhr beim Bürgermeisteramt einreichen. Unmittelbar danach werden die verschlossenen Umschläge geöffnet, dabei können die Bieter anwesend sein.


 
 

MARCUS VONBERG, Südkurier Meßkirch, 31.03.2005

nach oben