> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 12. Mai 2005
 

Heftige Debatte um Jagdpacht

Gemeinderat: Bürgermeister Arne Zwick widerspricht Mehrheitsbeschluss

Meßkirch - (dim) Eine teils mit heftigen Spitzen versehende Debatte um die Vergabe der Jagdpacht in Rengetsweiler hat es in der Sitzung des Meßkircher Gemeinderats am Dienstagabend gegeben. Zwar setzte sich eine Mehrheit der Räte gegen den einstimmigen Beschluss des Rengetsweiler Ortschaftsrates wie des gleich lautenden Vorschlages der Verwaltung durch. Doch Bürgermeister Arne Zwick machte diesen mit deutlicher Mehrheit gefassten Beschluss zunichte, indem er sein Veto einlegte. Dies kann ein Bürgermeister tun, wenn er einen möglichen finanziellen Schaden für die Gemeinde entstehen sieht. Die Mehrheit des Rates wollte den Zuschlag einer Bietergemeinschaft erteilen, die nicht den höchsten Pachtzins bot. Aufgrund des Widerspruchs des Bürgermeisters wird sich der Gemeinderat noch einmal mit der Vergabe der Jagdpacht in Rengetsweiler befassen müssen.

Eberhard Kiefer aus Bodman-Ludwigshafen und Wolfgang Wochner aus Hohenfels-Deutwang bieten als Gemeinschaft 4395 Euro an jährlichem Pachtzins für den Rengetsweiler Jagdbezirk. Norbert König aus Aftholderberg und Anton Langer aus Illmensee waren dagegen nur bereit 3835 Euro dafür auszugeben. Und 3200 Euro wollte schließlich die einzige Bietergemeinschaft mit der einzigen 

Meßkircher Beteiligung jährlich zahlen. Neben Lothar Müller aus Ostrach hatte Jürgen Herbst aus Meßkirch das Angebot abgegeben.

Zwölf Mitglieder des Gemeinderats wollten einen Zuschlag für die Gemeinschaft König/Langer, bei fünf Gegenstimmen. Der zuvor gestellte Antrag auf geheime Abstimmung scheiterte bei einem Stimmenpatt von 7:7. Hier hatte es drei Enthaltungen gegeben. Günter Schäuble (Unabhängige Bürgerliste) hatte sich anschließend jedoch mit seinem Antrag auf eine namentliche Abstimmung durchgesetzt.

Zwick war wegen der Debatte um die Vergabe der Jagd in Rengetsweiler sehr ungehalten. "Es fehlt die Linie, wir sollten so viel Geld wie möglich reinholen und sparen wo es möglich ist", hatte er auf die finanzielle Schräglage der städtischen Finanzen verwiesen. "Diese Diskussion wundert mich kolossal", hatte er noch hinzugefügt. Doch in der Abstimmung hatte er nur die SPD/DAL-Fraktion geschlossen hinter sich. Fraktionschef Lothar Bix (CDU) hatte zu Beginn der Debatte klar gemacht, wohin der Hase letztlich lief. "Wir sind anderer Ansicht als die Verwaltung", machte er deutlich. Vor allem kritisierte er den aus seiner Sicht zu hohen Pachtpreis.


 
 

Manfred Dieterle-Jöchle, Südkurier Meßkirch, 12.05.2005

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