> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 22. Oktober 2005
 

Eltern zeigen wenig Interesse an Förderverein

Gründungsversammlung für Nachbarschaftsgrundschule Rengetsweiler scheitert: Gremium nicht beschlussfähig

Rengetsweiler - Die Gründung eines Fördervereins Nachbarschaftsgrundschule Rengetsweiler ist vorerst einmal in die Ferne gerückt. Die am Dienstag im "Löwen" von Rast anberaumte Gründungsversammlung fiel wegen zu geringer Resonanz bei Eltern ins Wasser. Das Gremium war nicht beschlussfähig.

Dabei war alles bestens vorbereitet. Sabine Sellien, Motor der Idee, hatte mit den Rektorinnen aus Rengetsweiler und Aach-Linz, Regina Marten und Irene Schmid, sowie der Vorsitzenden des Fördervereins der Grundschule, Ulrike Fuchs-Toifl, verlässliche Unterstützerinnen auf ihrer Seite.

Manche der Eltern, sagte Marten, stünden einem Förderverein "zurückhaltend positiv" gegenüber. Die kleine Runde zeige, dass bei den Eltern eine gewisse Furcht besteht, nach einer solchen Sitzung mit einem Amt nach Hause zu gehen.

Einen Ordner mit 200 Adressen, gespickt voller Ideen, hatte Sellien parat. Eine der wichtigsten war da der Förderalmanach des Landes. Dazu gehörten auch mehrere Mustersatzungen, die einen Verein erst zu solch einem machen. Erst ein der Schule nahe stehender Förderverein mit ehrenamtlichen Mitgliedern würde für ganz neue Schulaktivitäten stehen, war sich Sellien sicher. Ganz deutlich äußerte sich die Rektorin zu ihrer Schule, als sie sagte: "Wir in Rengetsweiler haben eine Schule mit Wertschätzung." Ein Förderverein würde dies weiter unterstützen. Anders als ein Verein 

dürfe eine Schule kein Geldkonto führen. Die Unterstützung ihrerseits sei klar, denn "ein Schulförderverein ist zum Wohle der Schule und der Kinder da".

So könnten mit Geldzuwendungen Schulfahrten gemacht oder Autoren in die Klassen geholt werden. Außerschulische Arbeitsgemeinschaften wie die bereits gut angenommene Hausaufgabenbetreuung oder die Pausenhofgestaltung könnten über bezahlte Personen besser finanziert werden. Grundschulen würden allein über die Gemeinden finanziert, vom Land komme da gar nichts.

Unter einem besonders guten Stern sei der Start des Schulfördervereins von Aach-Linz gestanden, so die Schulvertreterinnen aus Aach-Linz, Fuchs-Toifl und Schmid. Nach einer Bewerbung um Fördermittel aus Wirtschaftskreisen vor gut zwei Jahren habe der Verein 5000 Euro erhalten. Damit hätte gleich zu Anfang eine Reihe von gut sichtbaren Großprojekten umgesetzt werden können. Die Mitgliederzahl sei in die Höhe geschnellt. Seither würden sich immer mehr Türen öffnen. Etwas anders als in Aach-Linz stehe es in Rengetsweiler, betonte Marten. "Wir sind eine kleine Schule, die kleiner werden wird." Dann würden auch die Einnahmen zurückgehen. Festbeträge blieben jedoch auch da bestehen. PC-Programme würden jeweils mehr als 400 Euro kosten. Da würde schnell der finanzielle Rahmen der Schule gesprengt. Andererseits stelle das Land moderne Anforderungen an die Schulen.


 
 

Falko Hahn, Südkurier Meßkirch, 22.10.2005

nach oben