> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 17. November 2005
 

Begeisterter Applaus für tolle Musiker

Gemeinschaftskonzert der Musikkapellen Rengetsweiler und Otterswang

Rengetsweiler - Musik braucht keine Sprache, sagt der Volksmund. Unter das Zitat des Dichters und Musikers E.T.A. Hoffmann "Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an", stellten die beiden Musikkapellen Rengetsweiler und Otterswang ihr Jahreskonzert am Samstagabend in der voll besetzten Randenhalle in Rengetsweiler.

Mit der klassischen Fanfare von Richard Strauss, "Also sprach Zarathusta", eröffneten die Rengetsweiler Musikanten unter der Leitung von Joachim Kille das Konzert. Eine musikalische Inspiration unter dem Titel "Musik kennt keine Grenzen" von Hans Blank folgte. Der Vizedirigent, Karl-Heinz Sessler, der an diesem Abend in der Öffentlichkeit sein Debüt gab, dirigiert dieses Stück. Sehr ausführlich informierte Monika Liehner über die ausgewählte Musikliteratur und ging teilweise auch auf das Lebenswerk der Komponisten ein.

"American Patrol", arrangiert von Willi Papert, brachte den Sound und Swing der 30er Jahre unter Glenn Miller gut interpretiert zum Ausdruck. Und " Hawaii Five - O" von Steve McMillan ließ die Melodien aus alten Fernsehserien wachen werden. Unverkennbar waren die Melodien von James Last in dem Medley "Golden Hits", das in seiner Rhythmik sehr harmonisch von den 42 Musikern vorgetragen wurde. Auch hier waren es drei Jungmusikanten, Daniela Schlegel, Patric Stadler und Sarah Vogt, die erstmals im Orchester mitwirkten.

Gesanglich immer gut vorbereitet sind das ganze Jahr über die Rengetsweiler Musikanten, die mit Monika Liehner, Ulrike Neff und Tanja Schuler an diesem Abend das Spiritual aus dem Film "Sister Act" als Gospelsängerinnen hervorragend meisterten. Und die musikalische Begleitung bei "I will Follow Him" blieb einfühlend im Hintergrund. Bewegter und frisch war zum Abschluss die "Lottchen- Polka" von Ladislav Kubes. Dieses Musikstück war der Musikkapelle fast auf den Leib geschrieben. Damit sowie der anschließend geforderten Zugabe, "Jubiläumsgrüße" von Peter Schad, stellten die Rengetsweiler ihr Können besonders unter Beweis. Begeisterten Beifall zollte das Publikum dafür.

Auch die 30 Musiker aus Otterswang, die von Rolf Fischer dirigiert wurden, boten moderne Stücke. "Blues, Pop und Swing", kündigte Bettina Greinacher an, die durchs Programm führte und auch sehr detailliert die Musikvorträge und die Lebenswerke der Komponisten beschrieb.

Ein Gemeinschaftskonzert in der Randenhalle in Rengetsweiler bestritten am die Musikkapelle aus Rengetsweiler und aus Otterswang.
Bild: Karl Mägerle

Eine ausgeprägte Spielweise kennzeichnete zum Auftakt "Reflections of Pop" von Manfred Schneider, bei diesem Stück waren neben dem Schlagwerk auch die Trompetenstimmen gefordert. Im Gegensatz dazu stand "Blues Factory" von Jacob de Haan. Hier galt es die Ausdrucksweise zu zeigen, die in den 20er Jahren Hoffnung und Freude gab. Im Wechselspiel der Instrumente konnte dies heraus gehört werden. "Only You" von Hans Vansant, war, wie Bettina Greinacher erwähnte, eine romantische Melodienfolge. Die wie im Leben mit einem Allegro schnell und lebhaft beginnt und dann in ein Andante übergeht, das mit dem tiefen und hohen Register gekonnte Abwechslung von den Musikern forderte. In markant-lässiger Art eines Frank Sinatra trat Ingo Dreher als Gesangssolist auf die Bühne und verkörperte mit seinem Song "Strangers in the Night" die von Bert Kämpfert arrangierte Melodie, bei der das Orchester im Hintergrund vorzüglich begleitete und der junge Sänger viel Beifall für seine gesangliche Leistung bekam. Auch Lukas Krall, der an diesem Abend vorgestellt wurde, bekam Beifall, den als Jungmusikant spielte er erstmals in den aktiven Reihen mit.

Von "Rock-Röhre" Tina Turner stammt das von Jan van Kraeydonck arrangierte Medley "Tina Turner, Simply the Best". Mitreißende Rhythmen vom Schlagzeuger bis zu den Querflöten sorgten für Abwechslung und ließen das homogene Zusammenspiel hören. "Graceland Memories" mit Titeln des King of Rock'n'Roll, Elvis Presley, riefen Erinnerungen an die 50er und 60er Jahre wach. Lob und Anerkennung gab es auch für die Otterswanger Musiker, die sich mit zwei Zugaben und dem Marsch "Jubelklänge" verabschiedeten.


 
 

Karl Mägerle, Südkurier Meßkirch, 17.11.2005

nach oben