> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 21. Juli 2004
 

"Beitragen, dass alles im Einklang bleibt"

Maria-Theresia Seßler will mehr Sensibilität für die Belange der Stadtteile einfordern

Meßkirch - Ihre kommunalpolitische Tätigkeit begann die neu gewählte Meßkircher Stadträtin Maria-Theresia Seßler vor fünf Jahren mit der Wahl in den Rengetsweiler Ortschaftsrat. Das Mandat im Meßkircher Gemeinderat gibt der dreifachen Mutter und Großmutter nun die Möglichkeit, auch auf höherer Ebene ihr Wort in die Waagschale zu werfen.

"Ich habe mich um ein Mandat in diesem Gremium beworben, weil ich finde, dass es der Stadt Meßkirch immer noch an der nötigen Sensibilität im Umgang mit den Ortsteilen mangelt", begründet Maria-Theresia Seßler diesen Schritt. Die 51-Jährige möchte durch ihre Mitarbeit erreichen, dass die Eigenheiten der ländlichen Ortsteile im Gemeinderat künftig eine stärkere Beachtung finden und besser berücksichtigt werden als bisher.

Dies gilt nach ihrem Verständnis vor allem für Grundstücks- und Bauangelegenheiten, die am besten von den Leuten vor Ort beurteilt werden können. Über manche Beschlussfassungen im Meßkircher Stadtrat könne sie sich nur wundern und nennt als Beispiel die Umstrukturierung der Schulen zur Ganztagsbetreuung. "Es gibt jetzt dafür zwar einen Zuschuss, aber offensichtlich macht man sich zu wenig Gedanken darüber, wie das hinterher finanziert werden soll", gibt Maria-Theresia Seßler zu bedenken. Hier werde ihrer Meinung nach viel zu viel auf eine ehrenamtliche Mitarbeit spekuliert und weniger darauf geachtet, was tatsächlich machbar ist.

Wenn es ihre Zeit erlaubt, kümmert sich Maria-Theresia Seßler um Enkeltochter Lara, die gern zusammen mit der Oma spielt. jok/Bild: Kleinert

Es müsse befürchtet werden, dass dann an anderer Stelle gespart werde, beispielsweise beim Kindergarten oder an der Grundschule. "Ich möchte mit dazu beitragen, dass alles miteinander im Einklang bleibt", lautet ihre Devise.

Was ihr ebenfalls am Herzen liegt, ist eine Stärkung des Vereinswesens. Die ländlichen Vereine sind zwar im Schlossfest mit eingebunden, weil diese Veranstaltung ohne sie kaum zu bewältigen wäre, aber ansonsten koche jeder sein eigenes Süppchen. Deshalb plädiert sie dafür, künftig auch die Vereine aus den Ortsteilen mehr am städtischen Geschehen teilhaben zu lassen. "Das funktioniert aber meistens nur wenn die Stadt was möchte", bedauert sie.


 
 

Joachim Kleinert, Südkurier Meßkirch, 21.07.2004

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