> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 29. Mai 2004
 

Alle gegen Schließung

Täle-Ortschaftsräte wollen zwei Schulen

Ringgenbach/Dietershofen - Uneins sind sich die Gremien über den Fortbestand der Schule Dietershofen. Während die Schulkonferenz für eine Schließung der Zweigstelle und eine Zusammenlegung mit Rengetsweiler ist halten die Ortschaftsräte Ringgenbach und Dietershofen an zwei Schulstandorten fest.

Einstimmig sprachen sich die Ortschaftsräte Ringgenbach und Dietershofen in einer gemeinsamen Sitzung am Donnerstag im Bürgerhaus Ringgenbach für den Erhalt der Schul-Zweigstelle Dietershofen aus. Sie schlossen sich damit nicht dem Votum der Schulkonferenz der Grundschule Rengetsweiler/Dietershofen an, die eine versuchsweise Schließung für ein Jahr empfohlen hat.

Zu Beginn der Sitzung, an der auch Bürgermeister Arne Zwick teilnahm, gab Dietershofens Ortsvorsteher Johann Kern ein Schreiben der Stadtverwaltung bekannt. Darin erklärt Matthias Henle, Leiter des Ordnungsamtes, den betroffenen Ortsverwaltungen, dass die Schulkonferenz sich aufgrund der prognostizierten Schülerzahlen dafür ausgesprochen habe, den Schulstandort Dietershofen zunächst für ein Jahr stillzulegen und danach das Für und Wider nochmals abzuwägen. Für eine Entscheidung seien die kommunalen Gremien zuständig.

Diesem Votum setzten die Ortschaftsräte nach eineinhalbstündiger Beratung ein klares Nein entgegen. Einhellig waren sie der Meinung, dass mit dem Ergebnis der Schulkonferenz ihnen selbst die Entscheidungsmöglichkeiten aus den Händen genommen worden sei.

Kern zeigte sich verwundert, dass weder er noch sein Ringgenbacher Ortsvorsteherkollege Hermann Fecht zur Schulkonferenz eingeladen worden waren. Der Bürgermeister erklärte daraufhin, dass die Schulkonferenz mit einem Gemeinderat zu vergleichen sei. In beiden säßen gewählte Vertreter und hätten Entscheidungsrechte. Die Schulkonferenz setze sich aus dem Schulleiter, zwei Lehrern und zwei Eltern zusammen.

Die abnehmenden Schülerzahlen sprächen auch aus Sicht der Stadtverwaltung für eine Schließung. Das Rathaus werde den Vorschlägen von Rektor Gerhard Napierala für eine Auflösung und eine Zusammenführung in Rengetsweiler folgen, erklärte Zwick. Dabei gehe es nicht ums Geld. Es sollten vor allem Reibungsverluste im Schulalltag vermieden werden. In diesem Zusammenhang berichtete Zwick, dass der neue Rektor noch nicht zum Schuljahresanfang bereitstehen werde.

Über das Verhalten der Elternvertreter in der Schulkonferenz zeigte sich Manfred Wildmann, verwundert. Er habe den Eindruck, dass alles nur eine rein formale Sache sei. Sei die Schule einmal geschlossen, werde sie nie mehr geöffnet, erklärte Karl-Heinz Droxner. Andere meinten sogar, die Elternvertreter hätten sich manipulieren lassen. Alle Ortschaftsräte sprachen sich schließlich gegen Beschluss der Schulkonferenz aus. Ortsvorsteher Fecht: "Wir wollen die Schule erhalten, später können wir einmal sagen, wir haben uns erwehrt."

 
 

Falko Hahn, Südkurier Meßkirch, 29.05.2004

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