> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 23. März 2004
 

"Ein einziger Standort besser"

Zwick will Schule Dietershofen schließen

Rengetsweiler (fah) Um den Bestand der Nachbarschaftsgrundschule Rengetsweiler zu sichern, möchte Bürgermeister Arne Zwick sie an einem Ort konzentrieren und räumlich optimieren. Die betroffenen Stadtteile sind aber gegen eine Schließung des Schulstandortes Dietershofen und gegen einen Umzug der Ortschaftsverwaltung Rengetsweiler.

Der Meßkircher Bürgermeister Arne Zwick sprach sich im Ortschaftsrat Rengetsweiler für nur noch einen Standort der Nachbarschaftsgrundschule aus. Das Erdgeschoss, das sich die Schule bisher mit der Rengetsweiler Ortschaftsverwaltung teilt, sollte nach seiner Meinung komplett von Lehrern und Schülern genutzt werden. Rund 20 Rengetsweiler waren vergangene Woche in die Randenhalle gekommen, wo der Bürgermeister zweieinhalb Stunden lang Rede und Antwort stand.

Wie Zwick sprach sich auch Ortsvorsteher Anton Liehner für den langfristigen Erhalt der Nachbarschaftsgrundschule in Rengetsweiler aus: "Das ist unser klares Ziel." Dem wollen beide alles andere unterordnen. Mit zurückgehenden Schülerzahlen und auch mit Lehrerversetzungen sei aber nicht einfach zu leben.

Der neue Schulleiter Gerhard Napierala habe ganz nach dem Motto begonnen, dass neue Besen gut kehren, sagte Liehner. Napierala habe dabei verschiedene Pläne für eine sichere Zukunft der Schule geäußert. "Dass der Schulleiter geht, ist natürlich ein unglückliches Geschehnis", bedauerte der Ortsvorsteher.

Zwick bestätigte, dass Napierala eine gute Schule mit einem ambitioniertem Kollegium wolle. Deshalb habe ihm der Rektor eine klare räumliche Trennung von Schule und Ortschaftsverwaltung vorgeschlagen: Unten die Schule, im Obergeschoss in renovierten Räumen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher. Diese Idee stieß aber nicht nur bei Liehner sondern auch bei den Ortschaftsräten auf Unverständnis. Zwick hingegen fand es einleuchtend, unten ein Lehrerzimmer

einzurichten, in dem auch Elterngespräche abgehalten werden könnten: "Da sitzt zur Zeit der Ortschaftsrat drin und will nicht raus, das kann ich nicht nachvollziehen!"

Gegen einen Umzug der Ortschaftsverwaltung in das Obergeschoss wandte sich hingegen Liehner. Der beschwerliche Gang über die lange Stiege sei niemandem zuzumuten. Auch als Wahllokal sei das Obergeschoss untauglich. Etliche Bürger gaben Liehner hier recht.

Dass der Schulstandort Dietershofen, wo ein Teil der Klassen unterrichtet wird, zur Disposition gestellt werde, sei ein Ergebnis der sinkenden Schülerzahl, erläuterte Zwick. Es gebe immer weniger Schüler, und so könnten bald alle Klassen bequem in Rengetsweiler unterrichtet werden.

Doch auch weil zwei Standorte den Schulalltag komplizierten, habe Napierala ihm vorgeschlagen, die Schule Dietershofen zu schließen. Er selbst halte dies grundsätzlich für sinnvoll, erklärte der Bürgermeister, schon allein wegen der Kosten. Hier könne Geld gespart werden - und das beim nicht gerade sinnvollen Hin- und Herfahren von Schulkindern.

Die beiden Ortsvorsteher Johann Kern (Dietershofen) und Hermann Fecht (Ringgenbach) stellten sich voll hinter die Dietershofer Schule. Es solle nicht der Eindruck entstehen, dass Rengetsweiler alles an sich ziehen wolle, meinte Liehner.

Auch die Kürzung der Aufwandsentschädigung für die Ortsvorsteher verteidigte der Bürgermeister nochmals als finanziell notwendig. In 16 Punkten hatte Liehner aufgelistet, was alles zu seinen Aufgaben gehört - vom Leiten der Ortschaftsratssitzungen bis zu Wald- und Jagdsachen. Vieles, was Liehner da aufgeführt habe, könne zu bürgerfreundlichen Öffnungszeiten im Komm-In erledigt werden, hielt dem Zwick entgegen. Ein Ortsvorsteher müsse sich nicht um alles kümmern.


 
 

Falko Hahn, Südkurier Meßkirch, 23.03.2004

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