> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 07. Juni 2004
 

"Räte nicht übergehen"

Ortschaftsrat Rengetsweiler will gemeinsamen Beschluss zu Schulstandorten

In einer der jüngsten Sitzungen musste der Ortschaftsrat Rengetsweiler noch einmal zwei heiße Eisen umbiegen. Auf dem Plan standen eine Stellungnahme über eine probeweise vorgesehene Stilllegung der Außenstelle der Nachbarschaftsgrundschule (NGS) Rengetsweiler/Dietershofen und die Vergabe der 450 Hektar großen Rengetsweiler Jagd.

Rengetsweiler - Mehrheitlich stimmten die Räte der Vorlage der Stadt Meßkirch zu, den Jagdbezirk an die Meistbietenden zu verpachteten. Grund für die Einigung war der, dass die meistbietenden Interessenten die angrenzenden fürstlichen Flächen bereits gepachtet haben. Damit sei eine gewünschte Arrondierung wieder hergestellt. Erleichtert würde dies durch das vorgesehene Ausstellen von Begehungs- scheinen an einheimische Jäger.

Zu Beginn der Sitzung unterrichtete Ortsvorsteher Anton Liehner die fünf anwesenden Ortschaftsräte Maria-Theresia Sessler, Ulrike Böhler, Theodor Diener, Jürgen Willi und Gottfried Obert über das die Stilllegung des Schulstandorts beschleunigende Protokoll der Schulkonferenz vor (der SÜDKURIER berichtete). Mitglieder der Schulkonferenz seien der Schulleiter, die beiden Lehrerinnen Brigitte Spieß, Monika Geiselmann, Bürgermeister Arne Zwick, die Elternbeiräte Sabine Sellien, Hubert Gnädig und er als Ortsvorsteher.

Das vom Schulleiter Gerhard Napierala geführte Protokoll bestehe aus einem Antrag zur Erstellung eines Profils der NGS mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt und aus elf Gründen, die für eine Stilllegung der Außenstelle sprächen.

An erster Stelle stehe ein zu erwartendes Sinken der Schülerzahl auf 85 bis 90 Schüler in den nächsten Jahren. Eine Stabilisierung gebe es nur dann, weint es "keinen Aderlass" an die Grundschule der Heimschule Kloster Wald gebe. Derzeit würden knapp 100 Schüler in drei Schulgebäuden an bei den Schulen unterrichtet. Zur Zeit, so das Protokoll, gebe es fünf Klassen, die ersten 

drei würden in Rengetsweiler unterrichtet, die Klassen 4a und 4b seien nach Dietershofen ausgelagert. Die Klassen 4 würden mehrmals zum Sport- und Fachunterricht nach Rengetsweiler fahren. Die Klassenlehrer würden dabei den Schülern mit Unterrichtsmaterial hinterher fahren. Dabei müssten kleine Verluste von Unterrichtszeiten in Kauf genommen werden. Hinzu komme noch ein schwieriger Stundenplan, der Informationsfluss bedürfe eines größeren Aufwandes und, "die Schülerbeförderungskosten sind hoch".

Man frage sich, so der Schulleiter, welche sachlichen und ökonomische Gründe - sehe man von politischen und persönlichen Empfindlichkeiten ab - sprächen für die Erhaltung der Außenstelle Dietershofen als Schulstandort? Gebe man etwas auf, das nicht rückgängig gemacht werden könne und nehme man eine räumliche Enge in Kauf, beziehungsweise fehle der Schule ein Raum als Ausweichmöglichkeit? Die Gründe beeindruckten die Räte wenig. Wie schon in einer vorangegangenen Sitzung waren sich alle einig, dass erst einmal der Antritt eines neuen Schulleiter abgewartet und dessen Meinung über den Schulstandort gehört werden solle. Wenn der die gleiche Meinung wie der Vorgänger vertrete, seien auch die Rengetsweiler Räte für eine Stilllegung.

So kam der Ruf nach einer Vertagung und abermaligem Zusammensetzen. Der Ortsvorsteher drängte jedoch auf einen Stellungnahme, als er forderte: "Wir können nicht alles vor uns herschieben, auch dürfen wir keine wackelige Stellungnahme an die Stadt schicken". Wie die Stadt den Rengetsweiler Standort beurteile, sei an den getätigten Investitionen in Höhe von 700.000 Mark zu sehen. Das sei nicht grundlos geschehen. Die dann einstimmig gefällte Stellungnahme an die Stadt Meßkirch lautet so: "lm Grundsatz hat der Ortschaftsrat nichts gegen die vierten Klassen in Dietershofen. In der Sache zur Stillegung der Außenstelle Dietershofen sollen die Ortschaftsräte von Ringgenbach und Dietershofen nicht übergangen werden. Der Wunsch des Ortschaftsrates ist ein gemeinsamer Beschluss."


 
 

Falko Hahn, Südkurier Meßkirch, 07.06.2004

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