> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 26. November 2004
 

Ein Leben für die Musica sacra

Rektor i.R. Georg Kern seit 60 Jahren als Dirigent aktiv

Krauchenwies (ber) Georg Kern, Rektor i.R. feiert ein sehr seltenes Jubiläum im Dienst der Kirchenmusik. Vor genau 60 Jahren leitete er den Kirchenchor in Göggingen als damals 14-Jähriger (!) bei einer vierstimmigen Festmesse, die er mit dem Chor einstudiert hatte, erfolgreich. Die Kirchen- und die profane Musik haben ihn sein ganzes Leben lang begleitet.

Recht früh begann sein musikalischer Werdegang. Schon im Alter von sechs bis zehn Jahren erhielt Georg Kern erste Anleitungen zum Harmoniumsspiel durch eine Tante, die Schwester seiner Mutter, der damaligen musikalischen Leiterin der örtlichen Jungfrauenkongregation. In den Jahren 1941 bis 1945 wurde dieser Unterricht am Harmonium durch eine Elsässerin weitergeführt. In dieser Zeit machte Georg Kern seine ersten Versuche an der Orgel, indem er Kirchengesänge und Andachten begleitete.

Im November 1944 wurde der damalige Organist und Chorleiter Karl Häußler, ins Elsass zum "Schanzen" kriegsdienstverpflichtet. Deshalb spielte Georg Kern während seiner Abwesenheit die Orgel der Gögginger Pfarrkirche. Zum Christkönigsfest hatte der damalige Ortspfarrer Strittmatter eine vierstimmige Messe gewünscht und den 14-jährigen Georg Kern mit der Einstudierung beauftragt, was nach anfänglichen Mühen und Schwierigkeiten schließlich klappte.

Das war der Beginn seiner lange Zeit andauernden musikalischen "Nebentätigkeit". Während seines Pädagogikstudiums in Freiburg war Georg Kern Sänger bei verschiedenen Chören und zwei Jahre Organist in der Kapelle im Kolpinghaus in Freiburg. Von 1955 bis 1963 schloss sich eine Tätigkeit als Organist und Chorleiter in der Gemeinde Hartheim an, in der Georg Kern auch seinen Dienst als Lehrer antrat. Nach seiner Versetzung an die Konradin- Kreutzer-Schule Meßkirch

Vor 60 Jahren dirigierte Georg Kern (rechts) erstmals einen Kirchenchor. Damals war er gerade 14 Jahre alt. Seitdem bestimmt die Kirchenmusik sein Leben.

half Georg Kern immer wieder als Chorleiter bei Orgelmessen und als Organist bei Frühmessen in seiner Heimatgemeinde Göggingen aus. Von 1976 bis 1997 war er Chorleiter des Kirchenchors St. Martin in Meßkirch, mit dem er viele große Orchestermessen für Chor und Soli einstudierte und aufführte.

Seine musikalische Nebentätigkeit erstreckte sich nicht nur auf kirchliche Bereiche: Georg Kern war zwölf Jahre (1960 bis 1972) Leiter des Männerchores Unterdigisheim. Außerdem war er von 1958 bis 1991 Dirigent des Gesangvereins Göggingen. In den Jahren 1997 bis 1999 leitete er den Chor- und Orchesterverein Sigmaringen sowie 1999 bis 2001 die Leitung des Liederkranzes Mengen. Seit 2000 ist Georg Kern Leiter des Kolpingchores Sigmaringen sowie Organist und Chorleiter der Kirchengemeinde Dietershofen-Rengetsweiler. Außerdem leitet er seit zwei Jahren auch wieder den Gesangverein Göggingen, der jedoch nur noch bei besonderen Anlässen auftritt.

Anlässlich einer Vereinsprobe gratulierten die Sängerinnen und Sänger von Dietershofen-Rengetsweiler ihrem Chorleiter zu diesem seltenen Jubiläum und überreichten ihm als Zeichen des Dankes und der Anerkennung ein Geschenk. Sie verbanden damit die Hoffnung, dass ihnen Georg Kern noch recht lange als Dirigent und Chorleiter erhalten bleiben möge.


 
 

Südkurier Meßkirch, 26.11.2004

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