> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 02. Dezember 2004
 

Gewerbegebiet nur auf Papier

Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft befasste sich mit Flächennutzungsplan

"Je weiter man raufkommt, umso planhöriger wird man; je weiter man runterkommt, umso pragmatischer handelt man", beschrieb der Sauldorfer Bürgermeister Thomas Kugler die Wertigkeit, die dem Flächennutzungs- plan auf den verschiedenen Verwaltungs ebenen zugemessen wird. Am Montag hatte sich der Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft mit dessen Sachstand zu befassen.

Meßkirch (von) Der Meßkircher Hauptamts- leiter Wolfgang Erb sprach sich am Montag im Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Meßkirch/ Sauldorf/Leibertingen dafür aus, den Flächennutzungsplan zu entrümpeln: "Vielleicht sollte der Plan mal komplett überarbeitet werden und man sollte überlegen, von welchen Flächen man sich verabschieden sollte. Der Flächennutzungs- plan dient, wie Erb den Gemeinderäten aus den drei Kommunen auf Nachfrage erläuterte, der vorbereitenden Bauleitplanung: "Wo will ich hin bei Wohnbau und Gewerbe in den nächsten 15 bis 20 Jahren?"

Weil der Flächennutzungsplan - wie auch Leibertingens Bürgermeister Armin Reitze erklärte - Prognosen wiedergibt, die aus einer bestimmten Situation heraus getroffen wurden, erfüllen sich natürlich längst nicht alle Erwartungen, werden längst nicht alle Ziele erreicht. Erb nannte ein Beispiel: So sei im geltenden Flächennutzungsplan zwar ein "Gewerbegebiet Rengetsweiler" verzeichnet, allerdings habe sich die vergangenen 20 Jahre hier nicht sehr viel getan. Deshalb sei 

es sehr wohl eine Frage, ob das nicht existierende Gewerbegebiet aus dem Plan herausgenommen werden solle - zumal das Regierungspräsidium immer mehr auf einen sparsamen Umgang mit Flächen achte.

Zwei Mal wurde der Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft bisher fortgeschrieben, zuletzt 1998. Erb gab dem Ausschuss einen Überblick auf die Gewerbe-, Wohn- und Mischgebiete in den drei Gemeinden, die seitdem neu entstanden aber nicht im Flächennutzungsplan verzeichnet sind. Weil die Ausarbeitung eines kompletten neuen Planes wesentlich kostenaufwendiger wäre als eine dritte Fortschreibung, habe die Verwaltungsgemeinschaft Landrat Dirk Gaerte die Möglichkeit einer dritten Ausschreibung "mehr oder weniger abgerungen", wie Erb sagte.

Auf den projektierten Solarpark bei Roth wies der Sauldorfer Bürgermeister Thomas Kugler hin. Bei einer möglichen Fortschreibung des Flächennutzungsplanes böte sich hier die Ausweisung von Flächen an, wo solche Parks möglich seien und wo nicht. Der Meßkircher Stadtrat Hans-Ulrich Andres hielt einer solchen Positivliste entgegen, dass die Investoren in der Regel ihre Projekte nicht nach derlei Vorgaben auszusuchen pflegten.

Keinen Bedarf für eine Fortschreibung sieht im Augenblick der Meßkircher Bürgermeister Arne Zwick und erklärte in ironischem Ton: "Falls eines Tages sich die ganzen Großbetriebe hier ansiedeln wollen, werden wir dann schon eine auf den Weg bringen."


 
 

MARKUS VONBERG, Südkurier Meßkirch, 02.12.2004

nach oben