> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 27. Januar 2004
 

"Was kostet es mich?"

Bürgerversammlung zu Täle-Kanalisation

Ringgenbach (fah) Volle Zustimmung erfuhren die dieses Jahr geplanten Kanalbauarbeiten in Ringgenbach bei den direkt betroffenen Bürgern. Nach zwei Stunden Anhörung und Diskussion im Gemeindehaus mit mehr als 50 Personen gab es keine Einwände gegen den Anschluss aller Gebäude an die zentrale Abwasserentsorgung.

Er hoffe, dass noch in diesem Jahr die ersten der rund 70 Häuser an die öffentliche Kanalisation angeschlossen werden, sagte Bürgermeister Arne Zwick am Donnerstag in der Bürgerversammlung in Ringgenbach. Ende 2005 oder Anfang 2006 nach Verlegung der 2,3 Kilometer langen Schmutz- und Trinkwasserleitung sowie von 650 Meter Regenwasserkanälen könne dann der Tross der Bauarbeiter Richtung Buffenhofen und Dietershofen weiterziehen.

Drei Jahre später sei dann die Modernisierung der Kläranlage in Rengetsweiler dran, umriss der Bürgermeister den Zeitplan. Es werde während der Bauarbeiten nur kleinere Verkehrsbeschränkungen geben, versicherte der Meßkircher Tiefbauamtsleiter Reiner Müller.

Als erstes wird eine 1,3 Kilometer lange Druckleitung durch die Felder an das Klärwerk verlegt. Hierfür beschwor Ortsvorsteher Hermann Fecht den Gemeinschaftsgeist der Ringgenbacher. Für die Duldung und der Eintragung der Grunddienstbarkeit gebe es eine Entschädigung wie für Ernteausfälle.

Für jeden Hausanschluss müssten sich deren Eigentümer auf 3000 bis über 10000 Euro an Kosten einstellen, erklärte Zwick. Die allfällige Rechnung von der Stadt werde aber erst nach dem Anschluss der Arbeiten kommen. Für die Begleichung gebe es eine Frist von sechs Monaten. Der gesamte Kostenanteil der rund 70 Hausbesitzer belaufe sich auf 452000 Euro. Die vor 25 Jahren in der Tälestraße an die Kanalisation angeschlossenen Eigentümer würden nicht noch einmal veranschlagt, beruhigte Zwick.

Beitragspflichtig, so Zwick, seien nur baulich genutzte Grundstücksflächen und Flurstücke direkt an der Straße: "Es geht um den Vorteil, die Stadt grenzt das jeweilige Grundstück ab. Tiefere Flächen 

Bürgermeister Arne Zwick und andere Teilnehmer bei der Bürgerversammlung in Ringgenbach. fah/Bild: Hahn

kommen nicht in Frage." Zum Schutz von Landwirten gebe es besondere gesetzliche Regelungen. Landwirtschaftliche Flächen würden abgegrenzt. Theoretisch anfallende Beiträge würden gestundet bis zu einem Ende des Betriebs. Zwick: "Dann allerdings kommt der Hammer."

Gut stehen würden die Zeichen für eine 38-prozentige Bezuschussung der Kosten durch das Land, so eine weitere Nachricht Zwicks. Für alle Fragen der betroffenen Eigentümer werde er selbst oder Hauptamtsleiter Wolfgang Erb jederzeit zur Verfügung stehen. Letzterer habe sich bereit erklärt, einmal wöchentlich in der Ortschaftsverwaltung eine Sprechstunde abzuhalten.

Der Hausanschluss mit Trennung von Schmutz- und Regenwasser, der Einbau des Kanalkontrollschachts und der Trinkwasserleitung ist Privatsache. Vorher müssten jedoch die Klärgruben umschlossen werden. "Für jeden einzelnen Hausanschluss", erklärte Müller, "machen wir eine Kostenschätzung".

Der Kanalanschluss Ringgenbachs dränge, betonte Zwick. Die 1,6 Millionen Euro teuren Anschlussarbeiten seien Teil der insgesamt 13 Millionen Euro ausmachenden Kanalisationsarbeiten auf städtischem Gebiet.


 
 

Falko Hahn, Südkurier Meßkirch, 31.01.2004

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