> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 05. August 2003
 

Wachablösung in Rathäusern

Fünf von sieben Ortsvorstehern hören auf

Meßkirch - Mit der Kommunalwahl 2004 kommt es in der Stadt Meßkirch zu einem tiefen personellen Einschnitt: Gleich fünf der sieben bereits seit Jahrzehnten amtierenden Ortsvorsteher wollen aus Altersgründen nicht mehr kandidieren.

Die Kommunalwahlen 2004 werfen bereits ihre Schatten voraus. Gleich nach den Ferien wollen die Parteien und kommunalpolitischen Gruppierungen mit der Kandidatennominierung für die im nächsten Jahr anstehenden Gemeinderats- und Ortschaftsratswahlen beginnen. Ob es in Meßkirch auch weiterhin fünf verschiedene Kandidatenlisten geben wird, bleibt abzuwarten. Eines allerdings steht jetzt schon fest: Von den sieben derzeit amtierenden Ortsvorstehern in den Ortsteilen werden fünf nicht mehr antreten. Es kommt also draußen in den Dorf-Rathäusern zu einem Generationswechsel.

Eine Ära, die im Zuge der Kreisreform- und Gemeindereform 1973 bis 1975 begonnen hatte, geht zu Ende. Langgediente Kommunalpolitiker in den Ortsteilen ziehen sich nächstes Jahr von ihren Ämtern zurück und machen jüngeren Kräften Platz. Es handelt sich durchweg um Mandatsträger, die zwischen 30 und gar 40 Jahre lang die Geschicke in ihren Dorfgemeinden mitbestimmt haben.

Der Dienstälteste von ihnen ist der Dietershofer Ortsvorsteher Hans Kern. Er wird jetzt 65 Jahre alt und will sich bei der nächsten Kommunalwahl nach 40-jähriger Tätigkeit aus der Kommunalpolitik zurückziehen. Bereits 1964 war er in der damals noch selbstständigen Gemeinde Dietershofen in den Gemeinderat gewählt worden und war dort von 1972 bis zur Eingemeindung seiner Ortschaft in die Stadt Meßkirch am 1.Januar 1975 auch Bürgermeister. Seit der Eingliederung nach Meßkirch fungiert Kern nun ununterbrochen als Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.

Ebenfalls seinen Rückzug aus der aktiven Politik hat der schon jetzt legendäre "Täle-

Fürst", der 68-jährige Ringgenbacher Ortsvorsteher Hermann Fecht angekündigt. Er verzichtet sowohl als Ortsvorsteher wie auch als Stadtrat auf eine erneute Kandidatur und will jüngeren Kräften Platz machen. Fecht war seit 1995 Mitglied des Ringgenbacher Gemeinderats und ist seit 1975 Ortsvorsteher in Ringgenbach und Stadtrat in Meßkirch. Darüber hinaus wirkte er lange Jahre auch im Sigmaringer Kreisrat.

1968 wurde der 63-jährige Anton Liehner in Rengetsweiler in den Gemeinderat seiner Heimatgemeinde gewählt. Kurz nach der Eingemeindung nach Meßkirch im Jahre 1975 wurde er Ortsvorsteher und amtiert seither ununterbrochen in dieser Funktion. Auch er hält es jetzt an der Zeit, mit der aktiven Kommunalpolitik aufzuhören und einem Jüngeren Platz zu machen.

Ebenfalls 63 Jahre alt ist der Menninger Ortsvorsteher Konrad Schatz, der aus Altersgründen und nicht zuletzt aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit auf eine abermalige Kandidatur verzichtet. Er wirkt seit 1974 im Menninger Ortschaftsrat, ist seit 17 Jahren Ortsvorsteher und gehörte überdies zehn Jahre dem Meßkircher Gemeinderat an.

Mit 52 ist der Langenharter Ortsvorsteher Manfred Amann der jüngste aller sieben Meßkircher Ortsvorsteher überhaupt. Er verzichtet dennoch auf eine erneute Kandidatur im Amt als Ortsvorsteher, das er seit 1975 ausübt. "Nicht aus Altersgründen, aber 29 Jahre sind genug", meint Amann. Zugleich Stadtrat in Meßkirch, lässt er aber noch offen, ob er 2004 als Kandidat für die Stadtratswahl nochmals ins Rennen geht.

Von den sieben Ortsvorstehern im Meßkircher Gemeindebereich werden als abermalige Kandidaten nur noch Hubert Frick in Rohrdorf und Ernst Muffler in Heudorf übrig bleiben, ansonsten wird somit in den Dorf-Rathäusern der Meßkircher Ortsteile mit dem zu erwartenden Generationswechsel eine neue Ära beginnen.


 
 

ALFRED TH. HEIM, Südkurier Meßkirch, 05.08.2003

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