> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 05. März 2003
 

1500 Kilometer für einen Traum

Ein Imker bricht heute zum Fastenmarsch gegen den Irak-Krieg auf

Rengetsweiler (von) Am Ostersonntag will Rainer Bienefeld das Brandenburger Tor durchschreiten. Nach einem Fußmarsch von rund 1500 Kilometer durch ganz Deutschland. Und nach 48 Tagen ohne Nahrung. Ein Spinner?

"Die Dinge, die ich mit vornehme, die mache ich", sagt Rainer Bienefeld. Der 37-jährige Imkermeister aus Rengetsweiler will mit seiner ungewöhnlichen Aktion gegen den drohenden Krieg am Golf protestieren. "Gewalt - ohne uns! Kein Krieg im Irak und sonst wo auf der Welt! Soldaten, lasst Euch nicht zu Mördern an Unschuldigenmachen!" So lauten seine Parolen. Ein Radikaler?

Der verheiratete Vater von vier Kindern bezeichnet sich als "Christen, Pazifisten, Ökologen". "Ich bin in keiner Gruppe drin. Ich bin Freidenker", erklärt er. Im Vorfeld seines Marsches hat Bienefeld zwar Kontakt zur antimilitaristischen Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) aufgenommen. "Die sind für mich aber nur Ansprechpartner. Das ist meine persönliche Sache", sagt er über seinen langen einsamen Marsch. Ein Einzelgänger?

"In einer gewissen Form - ja", antwortet er. Doch der Fastenmarschierer lädt jeden ein, eine oder mehrere Tagesetappen mitzuwandern. "Ich gehe völlig ohne jede Erwartung los - egal ob ich allein in Berlin ankomme oder ob dann 1000 mich begleiten. Den Bush werde ich nicht von seinem Krieg abhalten!" Doch wenn aufgrund seines Marsches nur der ein oder andere ins Nachdenken komme, dann sei das die Sache schon wert. 30 bis 40 Kilometer lange Etappen will Bienefeld täglich bis Ostern zurücklegen. Sich dabei nur von Wasser, Tee und Säften ernähren. Kann einer ohne Nahrung 1500 Kilometer zurücklegen?

"In einer gewissen Form - ja", antwortet er. Doch der Fastenmarschierer lädt jeden ein, eine oder mehrere Tagesetappen mitzuwandern. "Ich gehe völlig ohne jede Erwartung los - egal ob ich allein in Berlin ankomme oder ob dann 1000 mich begleiten. Den Bush werde ich nicht von seinem Krieg abhalten!" Doch wenn aufgrund seines Marsches nur der ein oder andere ins Nachdenken komme, dann sei das die Sache schon wert. 30 bis 40 Kilometer lange Etappen will Bienefeld täglich bis Ostern zurücklegen. Sich dabei nur von Wasser, Tee und Säften ernähren. Kann einer ohne Nahrung 1500 Kilometer zurücklegen?

 

"39 Tage habe ich schon geschafft", sagt Bienefeld, der nicht zum ersten Mal beim Fasten lange Zeit auf Nahrung verzichtet. "Ich habe damals ganz normal gearbeitet. Imkerei ist teilweise Schwerarbeit. Doch wenn beim Marsch gesundheitliche Probleme auftauchen, dann muss ich reagieren - ein Märtyrer bin ich nicht." Ein Märtyrer?

Bienefeld kann seinen Beruf augenblicklich nicht ausüben, weil er bei Buffenhofen aufgrund des Widerstands der "Dorfgemeinschaft" ein bereits genehmigtes Imkereizentrum - aus Holz und Lehm - für seine 200 Bienenvölker nicht bauen durfte. So wie vorher in Großstadelhofen, so wie vorher in Otterswang, so wie vorher in Rengetsweiler. Jetzt sucht er irgendwo in Deutschland einen Platz für sein Projekt "Lebensoase", einen Ort ohne Geld": "Jeder gibt das, was er im Überfluss hat dem, der Mangel leidet. So bräuchte kein Mensch auf dieser Erde mehr Not zu leiden. Kriege werden überflüssig, weil wir keine Angst mehr haben müssen, dass wir irgend etwas weggenommen bekommen." Ein Träumer?

Informationen zu Bienefelds Fastenmarsch:

www.lebensoase.net


 
 

Markus Vonberg, Südkurier Meßkirch, 05.03.2003

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