> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 19. November 2002
 

Musik hat hohen Stellenwert

Doppelkonzert der Rengetsweiler Musikanten und der Musikkapelle Otterswang

Rengetsweiler (ath) Zu einem Gemeinschaftskonzert zusammen mit der Musikkapelle Otterswang hatten die Rengetsweiler Musikanten am Samstag in die Randenhalle eingeladen. Schon lange vor Konzertbeginn hatte ein erwartungsvolles Publikum die Halle bis fast auf den letzten Platz besetzt. Dass die Blasmusik in beiden Orten einen hohen Stellenwert hat, zeigt sich nicht nur daran, dass beide Kapellen in beachtlicher Mannschaftsstärke auftraten - weit über zehn Prozent der Einwohner in beiden Gemeinden sind aktiv in der Kapelle engagiert - auch das Leistungsvermögen beider Ensembles ist durchaus beachtlich.

Nach kurzen Grußworten der beiden Vorsitzenden Siegbert Blum und Berthold Müller eröffnete die 34 Mann starke, in allen Registern ausgewogen besetzte Kapelle aus Otterswang unter der Leitung von Rainer Schönholzer den musikalischen Reigen. Völkstümliche Melodien, Konzertmärsche, ein feuriger Cha-Cha und Potpourris wechselten einander ab.

Anders als gewohnt hatte der Dirigent seine Musiker postiert, im Vordergrund die Saxophone, Flöten und Klarinetten, in der zweiten Reihe links die Tenorhörner und Baritone, rechts die Posaunen und Bässe und erst in der hinteren Reihe die Flügelhörner und Trompeten. Weich untermalten die tiefen Register die gängigen Melodien, die Musiker überzeugten mit sicherem Ansatz und sauberer Intonation. Rhythmisch exakt meisterten die Otterswanger den Cha-Cha "Patrizia" mit effektvollen Klangbildern und überzeugten auch beim Potpourri "Überall blühen Rosen" und dem bekannten Melodienreigen "The Rose", wobei die verschiedenen Register abwechselnd wirkungsvoll zur Geltung kamen, die Holzinstrumente, die Posaunen und der gefühlvoll agierende Bariton. Mit der Böhmischen Polka als Zugabe setzten die Otterswanger Musikanten einen stimmungsvollen und begeistert beklatschten Schlusspunkt unter ihre Vorstellung.

Beim Gemeinschaftskonzert in der Rengetsweiter Randenhalle imponierte die Musikkapelle Otterswang mit einem überraschend stark besetzten Saxophonregister.

ATH/BILD: HEIM

Mit einem besonderen Gag eröffneten die Rengetsweiler Musikanten den zweiten Konzertteil. Sie begannen etappenweise zu musizieren. Nur wenige Musikanten befanden sich zunächst auf der Bühne und begannen das Grundthema des Titels "Conquest of Paradies" zu intonieren, registerweise gesellten sich die weiteren Musikanten dazu, zuletzt der Dirigent Joachim Kille, um dann in machtvollem Tutti das Stück zu Ende zu bringen. Über 50 Musiker befanden sich dann auf der Bühne, darunter erstmals auch rund zehn Jungmusikanten, die nach ihrer Ausbildung jetzt im großen Orchester mitwirken durften.

Exakt taktiert erklang die träumerische Skizze "Rebecca" mit sauber heraus gearbeitetem Flötensatz, wobei das Ensemble auch die wechselnden Tempi sicher meisterte. Beim Stück "Fascinating Drums "konnten sich die Schlaginstrumente variantenreich in Szene setzten. Weiter ging es mit dem souverän interpretierten Marsch "Klostermanns Musikanten" und zwei beifällig aufgenommen Polkamelodien, doch den Glanzpunkt des Abends setzte die Kapelle mit dem "Gesang der Lerche", wobei Stefanie Koch als virtuose Solistin mit der Piccolo-Flöte brillierte und ein begeistertes Publikum in Erstaunen setzte. Das Stück musste nach nicht enden wollendem Beifall als Zugabe wiederholt werden.


 
 

Alfred Th. Heim, Südkurier Meßkirch, 19.11.2002

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